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Der Phasendrescher: Im vereinsinternen Feiermarathon

Die "Regenwürmer" sind außerhalb der Halle richtige Partylöwen (©Laven)

10.06.2019 - Die Saison ist vorbei, die Relegation geschafft, jetzt geht es in vielen Vereinen - und so auch bei den „Regenwürmern“ - in die nächste Disziplin: den alljährlichen Feiermarathon. Phasendrescher Philipp Hell biegt in diesem Blog auf die Zielgerade seiner Reihe „Typische Phasen einer Amateursaison“ ein und nimmt uns mit zum gemeinsamen Grillen und dem einen oder anderen kühlen Bierchen beim Mannschafts-, Abteilungs- oder Vereinsfest.

Lernen Sie die 'Regenwürmer' der SG Eintracht Regenbach/Wurmtal kennen: Hier geht's zur Mannschaftsbeschreibung!

Wie bei jeder anständigen Tischtennis-Mannschaft, so geht auch bei den „Regenwürmern“ der dritten Mannschaft der SG Eintracht Regenbach/Wurmtal von 1953 die ach so anstrengende Saison nahezu nahtlos in eine beinahe noch anstrengendere Zeit der Feiern und Feste über – eine englische Woche ist praktisch nichts dagegen! Dank des nun durchstartenden Frühlings können solche Aktivitäten glücklicherweise ins Freie verlegt werden, anstatt wie den ganzen Winter über in der miefigen Regenwurm-Turnhalle zu versauern. Wird Kreisliga-Tischtennis also doch noch ein Freiluft-Sport?

Blasse Erinnerungen an die Nichtabstiegsfeier

Dank des völlig überraschend in der sehr kurzfristig anberaumten Relegation klargemachten Klassenerhalts in der 2. Kreisliga steht zunächst die offizielle Nichtabstiegsfeier an. Gut, eigentlich gab es ja direkt im Anschluss an das gewonnene Relegationsspiel noch sofort vor Ort eine spontane Feier. Doch weder Jungspund Malte noch „Big Papa“ Klaus-Dieter oder Spitzenmann Basti haben an diese Feier irgendeine Erinnerung. Schließlich wollten sich die kurzfristig eingefundenen Bierkästen einfach nicht von alleine trinken. Allein Routinier Rüdiger (trinkfest), Althippie Hotte (ohnehin dauerbreit) und Erbsenzähler Eberhard (Fahrer) hätten noch die ein oder andere allmählich verblassende Geschichte auf Lager – ebenso der Hallenhausmeister, welcher nachts um drei die Feierlichkeiten mit Hilfe seines Schäferhundes etwas rüde beendete, und das nur, weil Malte im Eifer des Gefechtes... ach, lassen wir das.

Auf jeden Fall soll jetzt noch mal in Ruhe der Klassenerhalt begossen werden, nicht zuletzt, da es beim Relegationsspiel – aufgrund allenfalls mäßiger Erfolgsaussichten – mit dem eigenen Abteilungsleiter nur einen sympathisierenden Zuschauer gegeben hatte. Doch nun wollen plötzlich alle anderen Schulterklopfer aus der Abteilung ebenfalls dabei sein (sie haben es ja ohnehin gewusst: für einen Abstieg ist dieses Team viel zu stark!), wenn Rüdiger frische Bierfässer anzapft, Hotte halbwegs frische Fische grillt, Klaus-Dieter versucht, seine Kinderschar unter Kontrolle zu behalten, Spitzenmann Basti seiner weiblichen Anhängerschaft von sportlichen Großtaten berichtet (also bei der Tennis-Abteilung, klar!), Eberhard regelmäßig und äußerst penibel die Kaffeekasse nachzählt und Malte die Hüpfburg unsicher macht.

Le-gen-där!

So wird es ein grandioser Nachmittag im ganz großen Kreis mit allen möglichen Freunden und Familienangehörigen der „Regenwürmer“, der unmittelbar in einen wunderbaren Abend übergeht, bevor sich „Big Papa“ Klaus-Dieter mit seiner Familie verabschiedet. Der Rest der Truppe feiert natürlich bis in die tiefe Nacht hinein weiter, und wo man schon mal da ist, kann man natürlich auch gleich wach bleiben, bis es morgens wieder hell wird – alles in allem eine recht bierselige Angelegenheit (es gibt Bier und man ist selig), die mit dem einsetzenden Nieselregen um halb fünf  Uhr morgens dann auch noch feucht-fröhlich wird. Einfach le-gen-där! Und als um kurz nach sieben Jungspund Malte auch noch die Umstände seines letzten Hausarrests zum Besten gibt, geht die Nichtabstiegsfeier äußerst vergnügt zu Ende.

Wenige Wochen später steht dann noch das Sommerfest der vollständigen „Regenwürmer“-Abteilung auf dem Programm. Folglich versammelt man sich in nahezu derselben Besetzung am selben Ort wieder, um, nun ja, praktisch das gleiche wieder zu machen: zu feiern, zu trinken und von Tischtennis-Klein- und -Großtaten zu schwärmen, die man selbst nie begangen hat. Und wieder hat Malte das letzte Wort, als er die Geschichte mit dem Hallenhausmeister nach dem Relegationsspiel detailgetreu nachspielt. 

Wertschätzung im Hauptverein?

Zu guter Letzt kommt es am darauffolgenden Samstag final zum großen Sommerfest des Hauptvereins. Bereits ein wenig erschöpft von den andauernden Feiern trifft man sich zum zünftigen Spanferkel-Grillen und diversen Hopfenkaltgetränken. Zu fortgeschrittener Stunde setzt der sichtlich bereits mit Schlagseite kämpfende Vereinsvorsitzende Hans zu seiner berühmt-berüchtigten Jahresabschlussrede an, in der er – wie er gerne schmunzelt – das Sportjahr des Vereins noch mal „Paroli laufen“ lässt und so die Erfolge jeder einzelnen Abteilung in den höchsten Tönen lobt. Kurz nach den Fitness-Senioren, der Hallenhalma-Truppe, der Square-Dance-Abteilung und der Stadtgarde kommt er auch endlich auf die Tischtennis-Abteilung zu sprechen. Von den ganzen Mittelfeld-Plätzen der anderen Mannschaften möchte er gar nicht sprechen, so Hans fröhlich, aber was die zweite oder dritte Mannschaft unter Kapitän Ernst in der Relegation geleistet habe, das sei doch wirklich aller Ehren wert: Zusammen mit seinen Jungs Bastian, Rudi, Hoppel, Heinz-Dieter und Jungspund Markus habe Ernst nach wochenlangem Kampf erfolgreich den Aufstieg in die äh vierte Dings-Liga klargemacht, und das unter – wie wir alle wissen – äußerst schwierigen Voraussetzungen, weil ja nämlich, genau. Die sechs genannten werden zusammen unter spärlichstem Applaus auf die Bühne gerufen, wo jeder von Hans einen feuchten Händedruck bekommt, bevor dann die Bühne von den 23 offensichtlich stark alkoholisierten Fußballern mit riesigen Biergläsern in der Hand gestürmt wird, die heute Nachmittag tatsächlich den erstmaligen Aufstieg in die dritte Fiderallala-Liga vollbracht haben.

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(Philipp Hell)

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