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Phasendrescher: Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey!

Nach drei Spielen führen die "Regenwürmer" die Tabelle an (©Laven)

23.10.2018 - Die Saison steckt in einer noch eher frühen Phase, daher sollte man sich mit voreiligen Schlüssen zurückhalten. Zumindest eine schöne Momentaufnahme ist das, was die Kreisliga-Mannschaft der SG Eintracht Regenbach/Wurmtal gerade erlebt. Denn die "Regenwürmer" führen die Tabelle nach drei Spielen an. Wie die einzelnen Spieler mit der Tabellenführung umgehen, beschreibt Phasendrescher Philipp Hell in diesem Blog!

Lernen Sie die 'Regenwürmer' der SG Eintracht Regenbach/Wurmtal kennen: Hier geht's zur Mannschaftsbeschreibung!

Nach dem gerade so gewonnenen Saisonauftakt gegen die Gurkentruppe der Liga sowie dem klaren Pokal-Aus kurze Zeit später waren die „Regenwürmer“ durchaus skeptisch, was aus dieser Saison wohl werden würde. Das heißt: Alle „Regenwürmer“ – außer Malte. Denn Malte, der alte Optimist (wäre er kein Optimist, hätte er bei seinem Talent schon längst aufhören müssen mit dem Tischtennissport) wusste es ja schon immer: Da ist einiges drin dieses Jahr. Wenn nicht sogar noch mehr!

Zwei glückliche Unentschieden
Man höre und staune: Nach zwei völlig verdienten Unentschieden hintereinander ist die dritte Mannschaft der SG Eintracht Regenbach/Wurmtal von 1953 mit nun 4:2 Punkten nach wie vor unbesiegt – und grüßt plötzlich sogar von der Tabellenspitze. Gut, das mag jetzt auch damit zu tun haben, dass noch keine andere Mannschaft der Liga mehr als zwei Spiele absolviert hat und sich die Favoriten auf den Aufstieg auch gleich mal gegenseitig die ersten Zähler abgenommen haben. Und ja, schon klar, das erste der beiden Remis wurde auswärts äußerst glücklich im Schlussdoppel errungen, bei dem der gegnerische Starspieler nach einem im ersten Einzel erlittenen kleinen Achillessehnenanriss doch etwas gehandicapt war. Und, richtig, beim zweiten Unentschieden waren die Gäste gleich nur zu fünft angetreten und der ein oder andere anwesende Spieler könnte durchaus ein Ersatzmann mit etwa 950 TTR-Punkten gewesen sein.

Aber wer wird denn immer gleich alles schlechtreden!? Malte jedenfalls schon mal nicht, so viel ist klar. Er, der ja bereits seit mindestens zwei Jahren gefühlte Bezirksliga spielt, strebt eben nach Höherem. Und von Höherem wäre auch Spitzenmann Basti angetan, der ja seit Jahren nur beim Beachvolleyball und beim Tennis so richtig gefordert ist. Oder war es Handball? Gegen einen Aufstieg hätte die Nummer eins jedenfalls nichts einzuwenden – die letzten Montag im lokalen Käseblatt abgedruckte Liga-Tabelle hat er sich aber im Gegensatz zu Malte trotzdem nicht ausgeschnitten und in Klarsichtfolie zu Hause in einen bis dato noch recht übersichtlich gefüllten Ordner mit der Aufschrift „Erfolge“ abgeheftet.

Nicht ständig den Belag oder die Frisur wechseln
Routinier Rüdiger ist von der ganzen Aufregung etwas irritiert. Nach vermutlich rund vierzehn Auf- und ähnlich vielen Abstiegen in seiner sehr langen Tischtennis-Karriere lässt er sich vom Verweilen auf einem Spitzenplatz vor Mitte bis Ende März sicherlich nicht aus der Ruhe bringen. Die jungen Leute sollen lieber mal anständig trainieren, nicht ununterbrochen den Schlägerbelag oder die Frisur wechseln, nicht irgendeinen Firlefanz von TTR-Punkten erzählen und vor allem endlich dieses blöde Klugtelefon beiseitelegen! Rüdiger hat Malte letztens erst gefragt, ob er dieses doofe Internet denn jetzt nicht endlich mal durchgelesen habe. Da hat Malte nur dümmlich gegrinst und Rüdiger hat sich dann wieder seinem dritten Bier zugewandt.

Von weniger Wolkenkuckucksheim und mehr Zucht und Ordnung wäre auch Mannschaftsführer Eberhard sehr angetan. Zwar ist so eine Tabellenführung durchaus nett anzusehen, allerdings wäre viel mehr drin gewesen: Klaus-Dieter hatte sich beim letzten Punktspiel ja wenigstens noch entschuldigen lassen (Kindergeburtstag!). Doch dass er Alt-Hippie Hotte extra hinterhertelefonieren musste („Hatte ich nicht vergessen, ich war nur etwas spät dran bei dem ganzen Stress.“ – Angeblich  muss er in ca. sieben Semestern seine Magisterarbeit abgeben), ist dem Pedanten dann wirklich übel aufgestoßen. Geht das schon wieder los! Hottes Doppel und sein erstes Einzel gingen ohne Einspielen natürlich sang- und klanglos weg. Und die Tische muss Eberhard vor dem Punktspiel auch immer alleine aufbauen… Es ist zum Verzweifeln!

Veritable Spielkrise
Hotte steckt trotz der Mannschaftserfolge weiterhin in einer veritablen Ergebniskrise. Zumindest ist es das, was seine oberflächlichen Mitspieler beobachten können. Hotte jedoch weiß es viel besser: Er steckt weiterhin in einer veritablen Spielkrise! Egal wie intensiv er sich den Nachmittag vor einem Spiel zu Hause entspannt, abends will er den Topspin einfach nicht sauber treffen. Und an seinem Gras kann das schon mal nicht liegen, so viel steht fest, das Zeug ist 1A. Hotte hat vor Verzweiflung sogar den Versuch gewagt, sein Glücks-Trikot nicht mehr zu waschen, bevor nicht der spielerische Umschwung da ist. Hat ihm aber außer ein paar Naserümpfern und angewiderten Blicken von Gegnern und Mitspielern nicht viel eingebracht.

Völlig entspannt hinsichtlich Tischtennis ist dagegen „Big Papa“ Klaus-Dieter. Von Ergebnissen und Tabellenständen lässt er sich ja schon seit Jahren nicht mehr beeindrucken. Schön, dass Malte so glücklich ist, wenn er nur ein paar Tischtennis-Matches gewonnen hat. Doch mit vier Kindern und einer anspruchsvollen Frau zu Hause hat Klaus-Dieter ganz andere Sorgen. Zum Beispiel, warum er seiner Gaby auch nach über zehn Ehejahren noch versichern muss, dass er die schnuckelige 19-jährige Babysitterin nun wirklich gar nicht schnuckelig findet? Wann er bitte die Zeit finden soll, den Boden des Gartenhauses zu fliesen? Wie er seinem Arzt die fünf zusätzlichen Kilos auf der Waage erklären soll? Und vor allem: Wann er endlich die betörend niedliche Susi wieder treffen kann!? Ein Geschenk Gottes, dass Eberhard offenkundig nicht bis vier zählen kann – schließlich war es schon das fünfte Mal dieses Jahr, dass sich Klaus-Dieter mit der Entschuldigung „Kindergeburtstag“ vom Punktspiel abgemeldet hat.

Zur ersten Phase "Saisonvorbereitung"
Zur zweiten Phase "Saisonauftakt"
Zur dritten Phase "Pokalspiel"

(Philipp Hell)

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