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Der Phasendrescher: Mit Karacho in die erste Krise

Aktuell ziehen die 'Regenwürmer' nicht an einem Strang (©Laven)

26.11.2018 - Die Kreisliga-Spieler der SG Eintracht Regenbach/Wurmtal wurden unsanft von ihrer Wolke sieben geworfen. Eben noch Tabellenführer sind sie nun nur noch Siebter und befinden sich somit mitten in der ersten dicken Saisonkrise. Wie es dazu kam und mit welcher Geheimwaffe es eventuell wieder aufwärts gehen könnte, erzählt Philipp Hell, aka ‚der Phasendrescher‘, in seinem Blog über die fünfte typische Phase einer Amateursaison.

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Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Das gilt gerade auch für die Tischtennis-Kreisliga. Doch nicht alle „Regenwürmer“ der SG Eintracht Regenbach/Wurmtal wussten das. Malte schon. Der hatte die Tabellenführung ausgiebig gefeiert und sich schon auf den kommenden und vermutlich unausweichlichen Aufstieg gefreut. Doch wenige Wochen und einige Niederlagen später hat sich die Stimmung im Team total gedreht. Nicht nur der bisher so euphorische Malte hat nun eine schlechte Laune, sondern alle „Regenwürmer“. 

Aufstieg schon gelaufen?

Philosophiestudent Hotte hat jedoch die alten Griechen gelesen und weiß daher, dass jede Krise eigentlich nur eine weitere Möglichkeit in so einem unbedeutenden Menschenleben ist. Allerdings scheinen seine Mitspieler wenig erbaut von dieser Information zu sein. Insbesondere als er sie ihnen das zwanzigste Mal mitzuteilen gedenkt. An diesem Abend. Selbst Spitzenspieler Basti ist genervt: Der sonst Ergebnissen gegenüber tendenziell gleichgültig eingestellten Sportskanone hätte so ein Aufstieg wirklich ins Konzept gepasst, um endlich anständige Gegner zu haben. Doch auch er konnte in den vergangenen Spielen wenig überzeugen. Was auch daran liegen mag, dass er Captain Eberhard meistens absagte und stattdessen beim Tennis und Beachvolleyball im Einsatz war – allerdings auch dort nicht mit besonderen Erfolgen. Und um die ganze Chose abzurunden, läuft es auch bei seinem aktuellen Start-Up eher so mittel und die drohende Insolvenz scheint sich auf seine sportlichen Leistungen auszuwirken. Schön blöd, denn gerade jetzt stünde eigentlich sein siebenwöchiger Jurten-Urlaub in der hinteren Mongolei an. Nur gut, dass er Eberhard noch nichts von seinem potentiellen Ausfall für den Rest der Vorrunde erzählt hat.

Selbstverständlich ist das Abrutschen vom ersten auf den siebten Platz auch an Mannschaftsführer Eberhard nicht spurlos vorübergegangen. Schließlich trägt er hier die Gesamtverantwortung. Wie ihn alle seine Mannschaftskameraden auch immer wieder spüren lassen, wenn sie kurzfristig absagen und anscheinend Besseres zu tun haben, als so ein Punktspiel als Pflichttermin anzusehen. Da kocht der Beamte! Darüber hinaus muss Eberhard bei jedem Heimspiel weiterhin alleine die Tische und Banden aufbauen, muss vor jedem Auswärtsspiel zahllose Nachrichten in die gemeinsame WhatsApp-Gruppe schreiben, um genügend Spieler einsatzbereit zu haben, muss einzelnen Leuten wie Hotte und Basti und Klaus-Dieter hinterhertelefonieren, muss sich mit dem gegnerischen Mannschaftsführer darüber streiten, ob das Spiel nun verlegt werden soll oder nicht und muss sich mit dem eigenen Hallen-Hausmeister herumärgern, warum letzte Woche Dienstagabend das Hallenlicht an geblieben ist. Kurz zusammengefasst: Für Eberhard ist es eine Saison wie jede andere auch. 

Nur auf Rüdiger ist Verlass

Allein Routinier Rüdiger gibt sich von alledem unbeeindruckt. Krise hin, Spitzenreiter her, er spielt seinen Stiefel herunter in jedem einzelnen Match. Er erwischt mit seinen langen Noppen (die selbstverständlich nie in der Mikrowelle behandelt wurden, das ist schließlich verboten!) immer mal wieder den einen oder anderen jungen Gegner auf dem falschen Fuß. So kommt es, dass Rüdiger einmal mehr mit einer leicht positiven Bilanz sowie der vollen Anzahl an Einsätzen die einzige Konstante in der dritten Mannschaft der „Regenwürmer“ darstellt. Genau wie jedes Jahr. Und genau wie jedes Jahr wird er sich auch von der aktuellen Krise nicht ins Bockshorn jagen lassen, sondern weiterhin seine Spiele spielen, seine Matches gewinnen, seine Biere trinken und am nächsten Tag hoffentlich nicht zu Hause im Garten helfen müssen. 

Die sportliche Krise seiner Tischtennismannschaft interessiert „Big Papa“ Klaus-Dieter derzeit höchstens peripher. Hat er doch zu Hause mit einer viel größeren Krise zu kämpfen – und damit ist nicht das bereits im Oktober deutlich gefährdete Vorrücken seines ältesten Sprösslings in die nächste Jahrgangsstufe gemeint! Sondern der unschöne Umstand, dass seine Gaby von seinem kürzlichen Date mit der betörend niedlichen Susi erfahren hat. Dass Gaby ihn daraufhin auf die Couch verbannt hat, führt zwar zu beim Tischtennis störenden Rückenschmerzen, ist aber mental noch verkraftbar. Viel schlimmer wiegt aber, dass Gaby in einer offenkundigen Überreaktion gleich noch die schnuckelige Babysitterin gefeuert hat. Wer soll sich da bitte noch auf Kreisliga-Tischtennis konzentrieren!? Und außerdem hat Klaus-Dieter ohne Babysitterin ohnehin keine Zeit mehr dafür, da Gaby mehrere Male die Woche abends beim Yoga, Pilates, Zumba oder „Hollywood Condition“ weilt (allerdings ohne erkennbare Erfolge) und auch ihren Kassierer-Posten bei den örtlichen Landfrauen sehr ernst nimmt.

Geheimwaffe Christiane

Nur gut für Eberhard, dass er sich derzeit wenigstens auf seine Ersatzspieler verlassen kann. Das Experiment mit dem erst zwölfjährigen Valentin hat er nach der Pokal-Pleite zwar vorerst abgebrochen, Jugendförderung hin oder her. Dafür kann er aber auf Allesspielerin Christiane zählen: Diese resolute Mittvierzigerin mit ebenso praktischer wie pfiffiger Kurzhaarfrisur tritt seit Jahren in der Damenmannschaft an und unterstützt gleichzeitig die dritte, vierte, fünfte und zur Not sogar die sechste Herrenmannschaft. Christiane spielt einen unangenehmen Anti auf Vor- und Rückhand, was im Zusammenspiel mit ihren körperlichen Eigenschaften (sie ist eine Frau!) für viele eigentlich höher eingestufte Gegner gerne mal eine toxische Kombination darstellt. Daher hat sich Eberhard entschlossen, sie diese Saison auch in der zweiten Kreisliga einzusetzen. Malte, der sich spielerisch selbst eher am unteren Ende der Nahrungskette befindet, hat zwar zunächst die Nase gerümpft, als Christiane zuletzt regelmäßig als Ersatzspielerin auftauchte. Als sie dann aber deutlich mehr Spiele gewann als er, hat ein nervöses Zucken des Augenlids das Naserümpfen recht schnell wieder abgelöst.

Zur ersten Phase "Saisonvorbereitung"
Zur zweiten Phase "Saisonauftakt"
Zur dritten Phase "Pokalspiel"
Zur vierten Phase "Spitzenreiter"

(Philipp Hell)

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