EM 2019

Titelverteidigung geglückt: Herren holen achtes EM-Gold!

Die deutschen Herren haben in Nantes den achten EM-Titel gewonnen (©Gohlke)

08.09.2019 - Im zehnten Finale in Folge haben die deutschen Herren nach 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2013 und 2017 zum achten Mal den EM-Titel gewonnen. In der Neuauflage der Endspiele von 2014 (1:3) und 2017 (3:0) gegen Portugal setzten sich Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov und Patrick Franziska in Nantes mit 3:0 durch. Damit blieb das Team wie schon bei den European Games im Juni ohne eine einzige Einzelniederlage im gesamten Turnierverlauf.

An diesem Sonntagnachmittag lief für Deutschland erneut fast alles wie am Schnürchen. Wie schon im Halbfinale der European Games im Juni konnte Portugal mit 3:0 bezwungen werden: Dimitrij Ovtcharov gelang gegen Marcos Freitas, den er nicht nur als Mannschaftskameraden bei Fakel Orenburg, sondern auch von zahlreichen internationalen Vergleichen kennt, die 1:0-Führung für Deutschland. Hochkonzentriert hielt der 31-Jährige seinen Gegner in drei Sätzen in Schach und schaffte als Nummer zwei bei Deutschland das 'Break' gegen Portugals Nummer eins. 

Probleme im Gesäßmuskel bei Boll
Im zweiten Einzel bekam Timo Boll, der mit leichten Problemen am Gesäßmuskel ins Spiel ging, es dann nicht mit Tiago Apolonia, sondern mit Portugals eigentlicher Nummer drei, Joao Monteiro, zu tun. Der Portugiese, aktuell nur noch die Nummer 132 der Welt, machte gegen den Deutschen nach verlorenem ersten Satz eine gute Figur. Den zweiten Durchgang gewann der portugiesische Linkshänder und auch im dritten lag er zeitweise mit 8:4 vorne. Diesen Vorsprung konnte er aber nicht ins Ziel bringen und verlor schließlich auch den vierten Satz. "Monteiro hat ein unangenehmes Spiel, er spielt einen komischen Rhythmus, gegen ihn kommt man immer schwer rein", analysierte Boll seinen Sieg später in Mixed-Zone. 

Mit dem 2:0 im Rücken trat Patrick Franziska nun gegen Tiago Apolonia an. Letzterer fand besser in dieses Spiel und hatte beim Stand von 10:7 gleich drei Möglichkeiten, mit 1:0 in Führung zu gehen. Nutzen konnte er diese nicht, stattdessen gewann der Deutsche den Satz in der Verlängerung. Nach ebenfalls knappem zweiten Durchgang war die Gegenwehr Apolonias gebrochen, Franziska und Co. durften den erneuten Titelgewinn bejubeln. 

Franziska: "Bei uns kann sich einer auf den anderen verlassen"
"Es ist immer gut, ohne Druck in das dritte Einzel zu gehen, das macht die Sache leichter", erläuterte der Bundesligaspieler des 1. FC Saarbrücken TT hinterher, "bei uns kann sich einer auf den anderen verlassen. Wenn mal einer nicht gewinnt, hat man immer noch zwei andere starke Spieler. Aber auch Ruwen und Benedikt auf der Bank darf man nicht vergessen. Wir haben einfach eine starke, ausgeglichene Mannschaft." 

Boll fand: "Wir sind uns nie sicher. Unsere Stärke ist, dass wir wissen, dass es immer eng werden kann. Diese Zweifel sind wichtig. Dass wir so gut durch dieses Turnier gekommen sind, ist eine super Sache." Dimitrij Ovtcharov sprach davon, dass alle Mannschaften heiß gegen Deutschland seien, "alle jagen uns. Aber wir nehmen uns gegenseitig den Druck weg, jeder vertraut auf den anderen. Alle Spieler haben durch die Bank weg gut gespielt. Das ganze Team ist jetzt happy."  

Bundestrainer Jörg Roßkopf zog nach Siegen gegen Tschechien und  Russland in der Vorrunde, Slowenien im Viertelfinale, Frankreich im Halbfinale und Portugal heute im Finale folgendes Fazit: "Wie bei den European Games haben wir Dominanz gezeigt und kein Einzel verloren trotz der schweren Auslosung mit Russland in der Vorrunde und Frankreich im Halbfinale. Wir haben eine starke Generation, auch hinten dran gute Spieler. Aber auch im Training arbeiten wir immer hart für den Erfolg." 

Herren-Finale

Portugal - Deutschland 0:3
Marcos Freitas - Dimitrij Ovtcharov 0:3 (-7,-7,-8)
Joao Monteiro - Timo Boll 1:3 (-7,4,-9,-7)
Tiago Apolonia - Patrick Franziska 0:3 (-10,-9,-4)

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(DK)

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