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Lennarts Blog: Wettkampfsport während der Corona-Pandemie elementar

Sophia Klee überraschte bei den Düsseldorf Masters mit einer bärenstarken Leistung. (©ITTF)

06.07.2020 - In seinem letzten Blog vor einem Monat nahm Lennart Wehking die Turnierserie Düsseldorf Masters genauer unter die Lupe. Nun berichtet der Zweitligaspieler des 1. FC Köln weiter über Thema Wettkampfstart nach der Corona-Pause. Warum sind Wettkämpfe für alle wichtig? Welche Wettkämpfe gibt es aktuell und wie sehen sie aus? Diese und weitere Fragen beantwortet Plattenplausch-Podcaster Lennart in seinem neuen Blog.

Die Profis aus Bremen, Düsseldorf und Ochsenhausen können sich glücklich schätzen, auch wenn sie in diesem Jahr den Saarbrückern um Leader Patrick Franziska den Vortritt und den TTBL-Pott überlassen mussten. Warum? Weil sie die ersten Spieler waren, die wieder an einem offiziellen Wettkampf teilnehmen durften. Damit ist die Bundesligasaison offiziell beendet worden und das begleitet von einem beachtlichen medialen Rummel. Die Geduld und der Fleiß in der Vorbereitung auf das Finale ohne Publikum haben sich für die Macher der stärksten Tischtennisklasse Europas gelohnt. Auch für die Ligaoffiziellen um TTBL-Geschäftsführer Nico Stehle waren die Matches um die Deutsche Meisterschaft ein Erfolg. 

Erst Training, dann Trainingswettkämpfe, bald wieder offiziell um Punkte – gut so!

Denn, und das wird mir dieser Tage wohl jede Aktive und jeder Aktiver bestätigen: Training ist nicht gleich Wettkampf. Umso schöner, dass die Anzeichen sich mehren, dass die kommende Saison im August und September anlaufen kann. Ob mit oder ohne Doppel und in welchen Spielsystemen – das scheint nicht entschieden. Die nächsten Wochen und ihre Infektionszahlen werden zeigen, welche Systeme die sinnvollsten sein werden, auch wenn die Coronazeit auch im Spätsommer noch unübersichtlich bleiben wird.

So oder so bin ich Fan von der offiziellen Wiederaufnahme der Mannschafts- und Einzelwettkämpfe. Natürlich immer unter der Voraussetzung, dass diese gesundheitlich vertretbar ist. Die Mehrheit der Vereinsspielerinnen und Vereinsspieler liebt den Wettstreit – und dieser kann nur bedingt ins Training implementiert werden. Der überwiegende Teil der Tischtennis-Community liebt Bilanzen, Tabellen und Mentalbarometer. Es braucht offizielle Wettkämpfe, um unsere Sportart endgültig wieder aus der Krisenstarre zu holen, da bin ich mir sicher. Die Anreise zu Auswärtsspielen mit mehreren Autos wird organisatorisch anstrengend und kompliziert, die fortlaufende Reinigung von Bällen, Tischen und Hallen ebenfalls. Die Stimmung in den Hallen könnte ganz ohne Zuschauer und Vereinskameraden anfangs trostlos wirken. Dennoch: Das alles sind Opfer, die für den Wettkampfstart in meinen Augen hinnehmbar sind. 

Testwettkämpfe allerorts, auch internationale Events sollen stattfinden

Neben den schon omnipräsenten Düsseldorf Masters, die zuletzt auch bei den Damen ausgetragen wurden und mit dem Finaleinzug der noch jugendlichen Sophia Klee eine Überraschung im Programm hatten, poppen momentan fast jede Woche neue Wettkampfformate für unterschiedliche Spielniveaus auf und pflastern den Weg zurück in die Wettkampfnormalität. Insbesondere für den August, den Vorbereitungsmonat schlechthin, sind quer durch die Republik Vorbereitungsturniere angekündigt, die durch die Vergabe von TTR-Punkten wieder einen offiziellen Anstrich und Einfluss auf die für viele so wichtigen Ranglisten haben werden. Erst dann steigt nach monatelanger Wettkampf- und/oder Trainingspause der Puls wieder an und Tausende von Spielerinnen und Spielern bekommen ihr erstes Formfeedback seit Monaten.

Parallel zur nationalen Entwicklung gibt es positive Anzeichen, dass die Jugend-Europameisterschaften in Kroatien Anfang September und die Europameisterschaft der Damen und Herren in Polen, ebenfalls im September, ausgetragen werden sollen. Die Saison 2020/21 wirft ihre Schatten voraus. Der Tischtennissport bekommt mit dem offiziellen Wettkampfstart sein wohl wichtigstes Element zurück. Und ich wage zu antizipieren: Dieser Sommer wird für viele Spieler der trainingsintensivste aller Zeiten.

Zur Podcast-Reihe ,Plattenplausch' mit Lennart Wehking und Erik Bottroff

(Lennart Wehking)

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