Pokal

Kolbermoor Pokalsieger der Damen 2022!

Zum zweiten Mal nach 2019 darf Kolbermoor den Pokal in die Höhe recken (©DTTB)

09.01.2022 - Auch die Damen haben einen neuen Titelträger: Der SV DJK Kolbermoor hat heute nach 2019 zum zweiten Mal die deutsche Pokalmeisterschaft gewonnen. Im Finale setzten sich die Oberbayern mit 3:0 gegen den TSV Langstadt durch, der zuvor in einem wahren Krimi den Seriensieger ttc berlin eastside bezwungen hatte. Kolbermoor hatte im Halbfinale die SV Böblingen ausgeschaltet.

Den Grundstein für den Erfolg legte die auch gegen Böblingen schon in Galaform spielende Defensivkünstlerin Svetlana Ganina, die im Auftaktmatch die favorisierte Petrissa Solja in fünf Sätzen bezwang. Kurios: Im Entscheidungsdurchgang wechselte Solja, die zwischenzeitlich mit 2:1 Sätzen in Front gelegen hatte, mit einem 5:0-Vorsprung die Seiten, machte danach aber keinen einzigen Punkt mehr. Es war die erste und einzige Niederlage der Weltranglisten-19. im gesamten Turnier.

Kristin Lang brachte gegen Tanja Krämer mit 11:9, 11:6 und 11:9 recht souverän den zweiten Punkt auf das Konto der Oberbayern. Den vielumjubelten Schlusspunkt setzte schließlich Winterneuzugang Georgina Pota mit einem 3:2-Erfolg über Chantal Mantz, die sich nach einem 0:2-Satzrückstand nochmals ins Match zurückgekämpft hatte. Pota, deren Verpflichtung sich schon jetzt ausgezahlt hat und die während des gesamten Turniers ungeschlagen blieb, durfte somit nach vielen Titeln mit Berlin den Pokal nun auch im Trikot von Kolbermoor in den Händen halten.

Kristin Lang und Kolleginnen spielten nochmals stark auf und agierten hoch konzentriert, während ihren Gegnerinnen aus Hessen schon anzumerken war, dass sie das Wahnsinnsmatch gegen Berlin nicht nur körperliche, sondern auch mentale Kräfte gekostet hat. Doch das soll den Pokalsieg des SV DJK Kolbermoor nicht schmälern, der über beide Turniertage die konstantesten Leistungen gezeigt und somit am Ende vollkommen verdient seinen Triumph feiern durfte.

„Ganz Langstadt hat mitgefiebert“
„Wir sind überglücklich, dass wir das Finale, in dem ich uns sogar eher als Außenseiter gesehen habe, mit einem 3:0 zu Ende gebracht haben, und wir freuen uns natürlich riesig über unseren Pokalsieg“, sagte Kolbermoors Trainer und Abteilungsleiter Michael Fuchs direkt nach dem Spiel. „Der Sieg von Svetlana, die heute richtig gut drauf war, gegen Peti Solja war natürlich ein frühes Break für uns. Hätte Georgina nicht das letzte Match gegen Chantal mit ihrer ganzen Erfahrung nach Hause gebracht, hätte es nochmal sehr eng werden können. Alle vier Mannschaften, die heute hier waren, hätten den Pokal gewinnen können. Wir haben zwar jedes unserer Spiele mit 3:0 gewonnen, gefühlt war es aber immer auf Messers Schneide gewesen. Umso mehr sind wir superglücklich, dass alles so gut geklappt hat.“ Auch Kristin Lang freute sich über den nicht ganz erwarteten Erfolg: "Wir sind sicher nicht als Titelfavorit ins Finale gegangen, aber dass Svetlana direkt das Break schaffte, war für uns natürlich super. Es war das gesamte Turnier über eine tolle Mannschaftsleistung."

„Kolbermoor ist der verdiente Pokalsieger, Glückwunsch nochmal von unserer Seite“, bekundete Langstadts Trainer Thomas Hauke. „Ich bin aber schon sehr stolz auf mein Team, denn was es in diesen beiden Tagen hier geleistet hat, war für uns ein neues Level. Besonders grandios war natürlich unser Auftritt im Halbfinale gegen Berlin. Es war insgesamt ein wirklich tolles, super organisiertes Turnier und eine Werbung für das Damen-Tischtennis. Schade, dass keine Zuschauer dabei sein konnten.“ Trotz der Niederlage zieht auch Langstadts Nummer Eins ein positives Fazit: "Wir sind echt stolz auf unsere Leistung, vor allem im Halbfinale gegen Berlin. Wir bekommen viele Nachrichten aus Langstadt - die haben alle mitgefiebert. Wir mussten uns vor dem Finale schnell wieder sammeln, denn so ein Erfolg fühlt sich ja schon fast wie der Turniersieg an. Ich hätte mein Team gegen Kolbermoor gerne in Führung gebracht, aber auch dann wäre es noch ein harter Kampf geworden."

Spiel über die volle Distanz im Halbfinale
Ganze 23 Sätze hatten Langstadts Spielerinnen im Halbfinale gegen Berlin absolviert. Tanja Krämer war kurz davor, die Hessinnen mit einem Erfolg gegen Nina Mittelham in Führung zu bringen, konnte aus ihrer 5:1- und 10:8-Führung im Entscheidungssatz aber keinen Nutzen ziehen. Gleich zwei Siege gelangen im Halbfinale dafür Petrissa Solja. Sie behauptete sich gegen ihre Nationalmannschaftskolleginnen Shan Xiaona und Nina Mittelham. Der deutschen Meisterin Mittelham war sogar kein Satzgewinn vergönnt gegen die Europameisterin Solja, nachdem Chantal Mantz sich Sabina Surjan mit 10:12 im fünften Durchgang hatte geschlagen geben müssen. So musste das Schlussdoppel die Entscheidung bringen. Auch hier ging es in den fünften Satz, den Mantz und Krämer gegen Shan und Surjan mit 11:6 gewannen. 

Ein gutes Stück klarer war am Nebentisch das andere Halbfinale zwischen Kolbermoor und Böblingen verlaufen. Eine umkämpfte Partie verlor SVB-Urgestein Qianhong Gotsch gegen Svetlana Ganina (1:3), ehe Mitsuki Yoshida gegen Georgina Pota nur den ersten Satz gewinnen konnte. Ein Generationenduell entschied im Anschluss Kristin Lang gegen Annett Kaufmann für sich und machte den Finaleinzug damit perfekt. 

Lesen Sie auch: Pokal-Quali der Damen: Favoriten im Final Four

Die Ergebnisse am Finaltag in der Übersicht:

Halbfinale

TSV Langstadt - ttc berlin eastside 3:2
Tanja Krämer - Nina Mittelham 2:3
Petrissa Solja - Shan Xiaona 3:2
Chantal Mantz - Sabina Surjan 2:3
Petrissa Solja - Nina Mittelham 3:0
Tanja Krämer/Chantal Mantz - Sabina Surjan/Shan Xiaona 3:2

SV DJK Kolbermoor - SV Böblingen 3:0
Svetlana Ganina - Qianhong Gotsch 3:1
Georgina Pota - Mitsuki Yoshida 3:1
Kristin Lang - Annett Kaufmann 3:0

Finale

TSV Langstadt - SV DJK Kolbermoor 0:3
Petrissa Solja - Svetlana Ganina 2:3
Tanja Krämer - Kristin Lang 0:3
Chantal Mantz - Georgina Pota 2:3

(DTTB/DK)

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