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Fabians Blog: Vereinsinternes Punktspiel nicht leicht

Fabian Kleintges-Topoll im Trikot des TuS Borth II. (©Schicht)

20.09.2021 - Im zweiten Saisonspiel der 1. Kreisklasse Niederrhein (Gruppe 3) traf unser Redaktionsvolontär Fabian Kleintges-Topoll in der vergangenen Woche mit seiner zweiten auf die dritte Mannschaft des TuS Borth. In seinem Blog beschreibt der 25-Jährige, wie er den internen Mannschaftskampf im Punktspielbetrieb erlebt hat und warum es nicht immer einfach ist, gegen die eigenen Vereinskollegen in den normalen Wettkampfmodus zu schalten.

Fünf Mal hatte ich in meiner ziemlich genau seit 13 Jahren andauernden Tischtennis-Karriere die Ehre, in einem Punktspiel gegen meine Vereinskameraden anzutreten. Da ich als Zwölfjähriger relativ spät angefangen habe und in unserer Jugend zu dieser Zeit ein großes Leistungsgefälle herrschte war ein internes Duell lange ausgeschlossen. So dauerte es bis zu meiner vierten Senioren-Saison, als ich mit der fünften unsere damalige vierte Mannschaft in der 3. Kreisklasse herausforderte. Beide Partien in der Spielzeit 2016/2017 gingen verloren und waren nicht nur wegen des sportlichen Ausgangs für mich mit unschönen Erinnerungen verbunden.

Kein Coaching, Nervenflattern vorprogrammiert

Einmal coachte ein älterer Vereinskollege meine Gegnerin, mit der ich später jahrelang zusammen Doppel spielte, zum Sieg – dabei wird auf ein Coaching in einem internen Punktspiel meines Wissens nach verzichtet, sei’s drum. Im Rückspiel setzte bei mir nach dem ersten Einzel eine Magen-Darm-Erkrankung ein, so dass ich mein zweites Spiel herschenken musste. Eine Revanche gegen meine spätere Mitspielerin fiel damit aus. Ärgerlich. Und irgendwie hatte ich auch danach immer ein mulmiges Gefühl, wenn es wieder hieß. „Wir begrüßen unsere Gegner aus Borth zum heutigen Meisterschaftsspiel hier in Borth.“

In der abgebrochenen Saison 2019/2020 war’s dann nach längerer Pause wieder so weit. Nur hatten sich die Vorzeichen mittlerweile verändert. Wir, die dritte Mannschaft, hatten nur ein Ziel, und zwar die Meisterschaft in der 2. Kreisklasse zu feiern. Das ist uns am Ende auch gelungen, auch dank zweier Siege gegen unsere Vierte. Doch bei mir flatterten wieder mal die Nerven. Auch wenn ich in beiden Einzeln der klare Favorit war, musste ich mich in fünf Sätzen unserem ältesten, fast 80-jährigen Mitglied geschlagen geben. Und dass obwohl ich im Training eigentlich immer knapp die Nase vorn hatte - Jochen ist eben immer noch ein Fighter.

Viel Gerede beim Einspielen – endlich einer hoher Sieg

So schön es auch ist, den eigenen Vereinskollegen auch außerhalb des Trainings mal eins auszuwischen, so schwierig ist es, voll fokussiert in den Wettkampfmodus zu schalten. Beim Einspielen wird auf der einen Seite viel gequatscht, auf der anderen der eine oder andere Spaß gemacht. Das war übrigens früher bei unseren Jugendteams nicht anders. Da musste man als Trainer auch mal eingreifen und die Kids auffordern, das Ganze ernstzunehmen. Das habe auch ich dann irgendwann geschafft. Mit der neuen zweiten Mannschaft wäre am vergangenen Dienstag alles andere als ein hoher Sieg gegen die Dritte (mittlerweile in der 1. Kreisklasse) eine große Überraschung gewesen.

Und von Anfang an lief es rund. Mit meinem gleichaltrigen Doppelpartner, der den Angriffspart übernimmt, konnte ich mich mit 3:2 gegen zwei abgezockte, erfahrene „alte Hasen“ durchsetzen, die beide Noppenspieler sind. Das war schon mal geschafft. Im ersten Einzel traf ich dann wieder auf Jochen, den ich diesmal klar und voll konzentriert mit 3:0 besiegte. Mein zweites Einzel sollte schließlich darüber entscheiden, ob das Spiel 7:3 (drei Punkte) oder 8:2 enden sollte und wir nach dem Bundessystem sogar vier Punkte mitnehmen würden.

Die Heimmannschaft baut ab

Mein Gegner: ein Defensivspieler. Blocken und schupfen über fünf lange Sätze. Eine harte Nuss, die ich am Ende knacken konnte. Einige Spiele gestalteten sich zwar knapp, vielleicht hätte es etwas enger ausgehen können. Aber am Ende wurde ein standesgemäßer, nie gefährdeter Heimsieg eingefahren. Apropos Heimmannschaft, das bekamen wir dann von der unterlegenen Dritten auch noch zu hören. „Ihr wart die Gastgeber und dürft abbauen“, sagte ein Mitspieler. Gesagt, getan. Ums Bier danach mussten wir uns dann zwar auch noch kümmern, geschmeckt hat es nach dem Erfolgserlebnis aber besonders gut. 

Und nach dem nächsten Sieg am Wochenende haben wir sogar die Tabellenführung übernommen. Eine schöne Momentaufnahme, die sicherlich noch nicht aussagt, wo die Reise in dieser Saison für uns hingehen wird. Denn die harten Gegner kommen noch und auch das Rückspiel in Borth wird dann wieder vorgezogen bzw. an den ersten drei Rückrundenspieltagen stattfinden müssen, damit keine Wettbewerbsverzerrung entsteht. Die Zuschauer und Vereinskollegen freuen sich schon drauf. Wir auch!

Immer in Bestbesetzung

Übrigens, bei uns hat sich bisher immer die stärkere Mannschaft durchgesetzt, aber wir haben auch immer versucht - und das wird auch in Zukunft so sein - beide mit der bestmöglichen Aufstellung an den Start zu gehen. Bei anderen Vereinen war das auch schon mal nicht der Fall, weshalb tatsächlich die tieferen Teams einen überraschenden Sieg einfuhren. So oder so, ein vereinsinternes Spiel macht zwar Spaß. Es ist aber nicht immer leicht!

Haben Sie auch schon mal ein vereinsinternes Punktspiel bestritten? Berichten Sie darüber gerne in der Kommentarleiste!

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(FKT)

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