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So fädelte der TTC Neu-Ulm den Transfercoup ein

Neu-Ulms Star-Aufgebot für die kommende Saison (©TTC Neu-Ulm)

07.05.2022 - Es war im April das Gesprächsthema in der Tischtennisszene: Der TTC Neu-Ulm verpflichtete mit Dimitrij Ovtcharov, Tomokazu Harimoto, Lin Yun-Ju und Truls Moregardh gleich vier absolute Topstars auf einen Schlag. Im Magazin tischtennis lesen Sie alle Hintergründe zur vielleicht größten Transfersensation, die es im europäischen Tischtennis je gab - und Ricardo Walther setzt sich im aktuellen Heft in seiner Kolumne "Aus der Box" kritisch mit den Plänen der Neu-Ulmer auseinander.

Warum positioniert Dimitrij Ovtcharov sich in Sachen Ukraine-Krieg nicht? Würde der in Kiew geborene deutsche Nationalspieler tatsächlich weiter in Russland für Fakel Orenburg aufschlagen? Das fragte sich manch Tischtennis-Fan in den Tagen und Wochen nach Ausbruch des Krieges. Doch von Ovtcharov kein Wort, der Olympia-Dritte schien abgetaucht. Im Gespräch mit dem Magazin „tischtennis“ verriet der 33-Jährige jetzt, dass er erstmal vor allem geschockt und fassungslos gewesen sei – und damit beschäftigt, die Flucht seiner Großmutter aus Kiew nach Deutschland zu organisieren. Auch Freunde, Bekannte, andere Sportler hätten ihn um Hilfe gebeten, so Ovtcharov.

Er selbst habe aber auch früh den Kontakt zu jenem Verein, der zwölf Jahre seine sportliche Heimat war, gesucht. Wann die Trennung von Orenburg feststand und wie sie ablief, das ist in der Mai-Ausgabe von tischtennis zu lesen. Ovtcharov erzählte der Redaktion auch, wie dann der Kontakt zum TTC Neu-Ulm zustandekam - und warum er das Team, das der TTBL-Klub für die kommende Champions-League-Saison auf die Beine stellte, für die beste europäische Vereinsmannschaft hält, die es je gab.

Ein Team für die TTBL, eines für die Königsklasse?

Neu-Ulms Präsident Florian Ebner ist immer noch überrascht, wie schnell der Deal mit Ovtcharov, Tomokazu Harimoto, Lin Yun-Ju und Truls Moregardh über die Bühne ging. „Das Ganze hat eine gewisse Eigendynamik entwickelt“, sagt er, auch mit Blick darauf, dass es nicht der ursprüngliche Plan des Klubs war, zusätzlich zur TTBL-Mannschaft quasi ein eigenes Champions-League-Team aufzustellen. Doch anfangs habe man davon ausgehen müssen, dass man die drei schon unter Vertrag stehenden Russen Vladimir Sidorenko, Lev Katsman und Maksim Grebnev nicht in der Königsklasse würde einsetzen dürfen. Wer nun in welchen Wettbewerben spielen soll, was Ebner zu den kritischen Stimmen sagt, die der Transfercoup auch hervorrief und mit welchen Augen die Konkurrenz aus Düsseldorf und Saabrücken Neu-Ulms neue Übermannschaft sehen, auch das steht in tischtennis. In der neuen Ausgabe hat sich auch Nationalspieler Ricardo Walther in seiner Kolumne „Aus der Box“ mit dem Thema Neu-Ulm beschäftigt. Der Deutsche Meister von 2020 weiß zwar auch um die positiven Aspekte, die es mit sich bringen kann, wenn vier solche Topspieler für einen deutschen Verein aktiv sind – doch er schlägt auch kritische Töne an.

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(sue)

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