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Die Verbandschefs klären auf: Was passiert gerade mit click-TT?

Carsten Matthias (BTTV), Michael Keil (WTTV) und Heinz Löwer (TTVN) sind von click-TT auf myTT überzeugt (©BTTV/privat/TTVN)

30.11.2017 - Mit dem Bayerischen und Westdeutschen Tischtennisverband haben bereits zwei Landesverbände ihre click-TT-Seiten auf den click-TT-Bereich von myTischtennis.de umgeleitet, was zu Kritik von Spielerseite geführt hat. Wir haben uns mit den verantwortlichen Geschäftsführern Carsten Matthias, Michael Keil und Heinz Löwer aus Niedersachsen, wo die Umstellung in Kürze ebenfalls ansteht, in einer Telefonkonferenz unterhalten und haben über die Hintergründe Ihrer Entscheidung gesprochen.

myTischtennis.de: Ein paar User äußern gerade ihren Unmut über die Umleitung der verbandseigenen click-TT-Seiten auf den click-TT-Bereich der myTischtennis.de-Webseite, die vom BTTV und WTTV bereits vorgenommen worden ist und die als Nächstes beim TTVN und TTVWH ansteht. Wer hat das alles entschieden und wie ist es überhaupt dazu gekommen?

Heinz Löwer: Jochen Lang, der Geschäftsführer unserer myTischtennis GmbH, hat uns Landesverbänden die Idee, click-TT und myTischtennis.de zusammenzuführen, vor circa 20 Monaten vorgestellt. Wir waren von Anfang an sehr angetan und haben gemeinsam beschlossen, das umzusetzen. Seitdem haben wir bei jedem unserer Treffen die Fortschritte verfolgt. Bei den Deutschen Meisterschaften in Bamberg im März 2017 wurde dann die erste Umsetzung vorgestellt und war seitdem als Betaversion öffentlich.

Carsten Matthias: Wir vom Bayerischen Tischtennisverband haben dann als erster Verband unsere click-TT-Seiten auf myTischtennis.de umgeleitet. Wir wissen, dass immer mehr Leute von ihren mobilen Endgeräten, insbesondere von Smartphones, auf unsere Webseite zugreifen. Also wollten wir den Service für diese Nutzer verbessern und auch click-TT responsive anbieten, zumal wir gerade zu dem Zeitpunkt auch unsere komplette Homepage mobil optimiert haben. Es wäre also widersinnig gewesen, mit click-TT an einem Überbleibsel aus der alten Zeit festzuhalten. Deshalb haben wir das, was wir schon lange geplant hatten, dann zum frühestmöglichen Zeitpunkt auch umgesetzt.

Michael Keil: Der WTTV konnte als zweiter Verband vorige Woche ebenfalls diesen Schritt gehen. Uns hat neben der mobilen Optimierung vor allem auch der Komfort überzeugt, endlich nicht mehr zwischen zwei Systemen wechseln zu müssen. Man bekommt die Infos, die man an jedem Spieltag auf click-TT und myTischtennis.de nachguckt, komfortabel und individuell zusammengestellt auf einer einzigen Webseite geliefert. Für uns war keine Frage, dass wir diesen Weg mitgehen wollen. 

Heinz Löwer: Das ist für mich auch einer der wesentlichsten Punkte. Jetzt ist alles aus einem Guss. Man spart sich den Wechsel zu click-TT und hat auf myTischtennis.de zudem eine Vielzahl an Funktionen, die definitiv einen Mehrwert darstellen. Ob das nun der Zugriff auf die TTR-Werte und Statistiken meiner Gegner oder die Zusammenstellung meiner favorisierten Ligen sind.

myTischtennis.de: Wenn man die Kommentare der User so liest, bekommt man eher den Eindruck, dass der Hauptgrund der Umstellung die Schaffung größerer Werbeflächen war, damit sich myTischtennis.de auf diese Weise „die Taschen vollmachen“ kann…

Carsten Matthias: Daran sind mehrere Dinge nicht richtig. Zum einen haben wir mobil nun sogar weniger Werbeflächen als vorher: Früher sah man auch auf dem Smartphone fünf Banner, jetzt sind es aktuell nur noch zwei Werbeflächen. Da zwei Drittel der Zugriffe über mobile Endgeräte erfolgen, haben die meisten User also weniger Werbung als zuvor. Zum anderen gehen die Einnahmen der alten und auch der neuen click-TT-Seiten in erster Linie an die Verbände, auch wenn sie über myTischtennis.de vermarktet werden. Auch früher schon haben die Verbände durch die Vermarktung ihrer click-TT-Seiten wichtige Einnahmen generiert. Das hätte aber, wenn wir es so weitergemacht hätten, langfristig keinen Erfolg mehr gebracht, weil die Seiten nicht mehr state-of-the-art waren. Eine Veränderung war also notwendig. Und nun können die Einnahmen trotz der reduzierten mobilen Werbeflächen gehalten oder sogar gesteigert werden. Aber natürlich ist jede Umstellung erst einmal schwierig. Wenn man sich von etwas Bekanntem trennen muss - und an click-TT haben wir uns alle natürlich seit Langem gewöhnt -, ist das erst einmal nicht leicht. 

Heinz Löwer: Wir Verbände haben uns zum Thema Werbung immer sehr viele Gedanken gemacht und haben genau abgewogen, was wir unseren Spielern zumuten können und was nicht. Wir haben hier nie das volle Register gezogen und werden das auch künftig nicht tun. Aber diese Einnahmen aus der Vermarktung von click-TT und myTischtennis.de spielen inzwischen eine sehr große Rolle in der Gesamtfinanzierung des Verbandes. Zwischen 2013 und 2017 sind auf diese Weise 1,3 Millionen Euro an die Verbände - nicht an die Gesellschafter - ausgeschüttet worden. Dadurch sind wir in der Lage, Entwicklungen im Verbandssport voranzutreiben, aber gleichzeitig die Beiträge der Vereine über einen längeren Zeitraum stabil zu halten. 

Michael Keil: Zudem muss auch einmal gesagt werden, dass man diese angesprochenen Beschwerden der Nutzer in Relation setzen muss. Es haben sich natürlich einige Personen uns gegenüber oder auf myTischtennis.de geäußert, aber wenn wir diese Zahl mit den über 50.000 verschiedenen Nutzern vergleichen, die am Wochenende auf den neuen click-TT-Seiten unterwegs waren, bewegen wir uns im Promillebereich. Wir nehmen aber natürlich alle Beschwerden ernst und versuchen, die fundierten Kritikpunkte auch zu verbessern. 

myTischtennis.de: Welche Reaktionen kamen denn bislang in den beiden Verbänden an, die bereits umgestellt haben?

Michael Keil: Im WTTV kamen größtenteils negative Rückmeldungen an, wobei wir ja alle wissen, dass sich meistens diejenigen melden, denen etwas nicht gefällt, und nicht andersherum. Viel davon sind einfach Gewohnheitsdinge, bei denen sich die User jetzt eben umstellen müssen. Natürlich gab es auch berechtigte Kritik, vor allem was inhaltliche Funktionalitäten angeht. Das sammeln wir gerade alles, um es kurzfristig zu verbessern, denn manches hat wirklich Hand und Fuß. 

Carsten Matthias: Bei uns gab es auch kritische Stimmen, wenn auch deutlich weniger als im WTTV. Teilweise mussten wir darüber aufklären, dass eine mobil optimierte Darstellung eine ganz andere Datenaufbereitung erfordert, deshalb manche Dinge im neuen click-TT noch nicht zu finden sind und wir, was gewünscht und nötig ist, gerne noch nachliefern. Aber ansonsten ging es bei den Kritikpunkten fast nur um ungewohntes Handling, was sich inzwischen mehr oder weniger erledigt hat. Man gewöhnt sich halt einfach daran - zumal responsive Seiten inzwischen nichts Besonderes mehr sind und man ständig damit in Kontakt kommt. 

Heinz Löwer: Gerade dieser Wunsch nach einer responsiven Seite kam ja auch von Userseite. Viele Spieler haben uns dazu aufgefordert, etwas an den Seiten zu ändern, weil sie auf dem Smartphone so schlecht zu gebrauchen seien. Das war ja mit ein Auslöser, dass wir uns dazu entschieden haben, daran zu arbeiten. 

myTischtennis.de: Uns gegenüber wurde die Kritik geäußert, dass Daten, die früher öffentlich zugänglich waren, jetzt nur noch über Login erreichbar sind. Ist die Kritik berechtigt?

Carsten Matthias: Nein, weil das einfach nicht richtig ist. Wir Verbände haben von Anfang an gesagt, dass die öffentlichen Informationen über Spielergebnisse etc. kostenlos und unverschlüsselt zugänglich sein müssen. Und das ist auch weiterhin so. Wenn ich mich jedoch mit meinem persönlichen Zugang einlogge, werden einige Komfortfunktionen angeboten, die es vorher gar nicht gab. 

myTischtennis.de: Und was ist mit den Informationen, die nun gar nicht mehr zu finden sind?

Michael Keil: Aus Platzgründen wurde tatsächlich zum Einstieg auf Informationen wie Spielnummern und Zuschauerzahlen verzichtet, die im alten click-TT noch zu sehen waren. Die Frage ist jedoch, wie wichtig und wertvoll diese für die mobile Ansicht sind - oder ob es ausreicht, wenn sie auf dem Desktop zu sehen sind.

Carsten Matthias: Und wenn die Nachfrage nachher dann wirklich hoch ist, werden sie natürlich nach und nach auch wieder zur Verfügung gestellt. 

myTischtennis.de: Spielt ihr denn nun mit dem Gedanken, die Umleitung wieder aufzuheben, bzw. im Fall der Niedersachsen, damit noch zu warten?

Carsten Matthias: Bayern auf keinen Fall.

Michael Keil: Da kann ich mich nur anschließen. Die Beschwerden, die nun gekommen sind, bringen uns da nicht von ab, denn das ist ja erst der Anfang eines Weges, von dem wir weiterhin überzeugt sind. Wir sind zuversichtlich, dass wir die Kinderkrankheiten schnell ausmerzen können, so dass dann auch die kritischen User beruhigt werden. Denn natürlich ist es das Ziel, das, was man vorher gefunden hat, nun auch wiederzufinden, wenn vielleicht auch an anderer Stelle.

Heinz Löwer: Ich kann den beiden Kollegen voll und ganz zustimmen. Denn wenn man jetzt alles wieder rückgängig machen würde, würde man ja auch diejenigen enttäuschen, die es gut finden. Und das sind sicherlich Zehntausende. Außerdem wollen wir uns ja auch unter Druck setzen, um uns zügig weiterzuentwickeln, und das funktioniert nun mal am besten im Echteinsatz und nicht in der Beta-Testphase. Und deswegen wird Niedersachsen ebenfalls in Kürze umstellen. 

(JS)

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