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Einzel-WM in Gefahr? ITTF-Chef Weikert gibt Entwarnung

ITTF-Chef Thomas Weikert will die Individual-WM nicht abschaffen (©Roscher)

16.04.2020 - Was ITTF-Geschäftsführer Steve Dainton vor wenigen Tagen in einem langen Brief der Tischtenniswelt mitgeteilt hat, waren erst einmal nur Überlegungen. Dennoch löste die Idee, die Einzel-WM auf lange Sicht abzuschaffen, heftige Diskussionen in der Szene aus und erntete viel Kritik. ITTF-Präsident Thomas Weikert kann die WM-Fans beruhigen: Diese Idee sei innerhalb des Weltverbands bisher nicht diskutiert worden und gebe nicht die Meinung des Präsidiums wieder.

Die wegen der Coronakrise ausgelöste Zwangspause kann man auch positiv nutzen, indem man Dinge anpackt, die vielleicht schon länger auf die lange Bank geschoben wurden, oder neue Ideen entwickelt. Das dachte sich auch ITTF-Geschäftsführer Steve Dainton, der seine Überlegungen der Tischtenniswelt in einem langen Brief auf der Webseite des Weltverbands mitteilte (zum Artikel). Eine Idee sticht darin besonders ins Auge: Der Australier erwägt in seinem Brief die Abschaffung der Einzel-Weltmeisterschaft, da diese nach Einführung des neuen Turniersystems mit drei bis vier Spitzenevents, genannt ‚Grand Smashes‘, überflüssig werden könnte. Auch wenn dies erst einmal nur Überlegungen und Ideen waren, lösten sie zum Teil heftige Kritik in der Szene aus.

Aus dem Brief zu schließen, dass es bereits konkrete Pläne zu diesem Gedanken innerhalb der ITTF gibt, sei aber falsch, teilte uns Weltverbandspräsident Thomas Weikert auf Nachfrage mit. „Der CEO der ITTF hat aus seiner Sicht einige unkonventionelle und überraschende Ideen geäußert, wie er persönlich Tischtennis voranbringen möchte“, erklärte der ITTF-Chef. „Dabei hat er sicherlich, bezogen auf die WM, unter anderem die Bedeutung eines Titels und die Tradition einer Weltmeisterschaft unterschätzt. Diese ‚Ideen‘ sind bisher nicht diskutiert und stellen auch nicht die Meinung des Präsidenten oder des ITTF-Executive-Committees dar. Der CEO hat seine Vorgehensweise intern bedauert.“ 

Tatsächlich blickt die Tischtennis-Weltmeisterschaft auf eine lange Tradition zurück. 1926 fand die erste WM in London statt, Einzel-Weltmeister wurden die Ungarn Roland Jacobi und Maria Mednyanszky. Seit dem Jahr 2003 werden die Mannschafts- und Individualkonkurrenzen konsequent abwechselnd durchgeführt. In geraden Jahren findet die Team-WM statt, in ungeraden werden die Individual-Weltmeister gesucht. Ab 2021 wird es eine Verkleinerung der WM geben - dann dürfen nur noch 128 Männer und 128 Frauen sowie 32 Teams starten. Die nächste Individual-WM ist für Juni 2021 geplant. Sie soll zum ersten Mal in der Tischtennisgeschichte in den USA, genauer in Houston, ausgetragen werden.

(JS)

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