Buntes

Offener Brief: VDTT weist auf prekäre Lage der Trainer hin

Auch auf Coaching-Situationen müssen die meisten Trainer und Spieler momentan verzichten (©Roscher)

28.04.2021 - Seit fast einem halben Jahr sind die allermeisten Hallen komplett geschlossen, seit über einem Jahr hält die Coronakrise nun schon an. Diese trifft natürlich auch Tischtennistrainer hart, vor allem diejenigen, die hauptberuflich Training geben. Der VDTT (Verband Deutscher Tischtennistrainer) hat deshalb eine Pressemitteilung zur prekären Situation der Tischtennistrainer veröffentlicht und sich in einem Offenen Brief an den Deutschen Tischtennis-Bund und seine Landesverbände gewandt.

Schon im April 2020 berichteten wir über die schwierige Situation freiberuflicher Tischtennistrainer. Ein Jahr später hat sich die Lage durch einen nicht enden wollenden Lockdown weiter zugespitzt und Besserung ist nur langsam in Sicht. Als Interessenvertreter der Tischtennistrainer macht der VDTT in einer Pressemitteilung auf die prekäre Situation aufmerksam und fordert mehr Aufmerksamkeit: "Das Gefühl, allein gelassen zu werden, nimmt täglich zu. Mit der jüngsten Corona-Notbremse, dem Vierten Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite vom 22. April 2021 ist bei der derzeitigen Sieben-Tage-Inzidenz für die nächsten zwei Monate kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen", heißt es in der Pressemitteilung. Mit großen Sorgenfalten werde beobachtet, dass "Kinder und Jugendliche sich aufgrund der Corona-Pandemie und den einhergehenden Stufen des Lockdowns vom Sport abwenden". Schon vorher habe es sinkende Mitgliederzahlen gegeben, das bedeute auch sinkende Beitragseinnahmen für die Vereine, wodurch die Finanzierung von Trainerinnen und Trainern noch schwerer werde.

Jeder siebte, befragte Trainer möchte aufhören
"In einer von uns durchgeführten Umfrage Anfang des Jahres, an der immerhin ca. 430 Tischtennis-Trainerinnen und -Trainer teilgenommen haben, gab jeder siebte der Befragten an, aufhören zu wollen. Wie schwer es ist, Trainernachwuchs zu gewinnen, wissen wir alle", wird VDTT-Präsident Gert Zender zitiert. In einem jüngst durchgeführten Online-Meeting mit selbständigen Trainern sei ebenso deutlich geworden, dass die Profis unter den Trainerinnen und Trainern einen intensiven Austausch und eine gemeinsame Plattform benötigten, heißt es an anderer Stelle in der Pressemitteilung. "Themen wie die staatliche Anerkennung der Berufstrainerinnen und -trainer, bedarfsgerechte Inhalte des DTTB/VDTT, Profitrainer-Workshops, Vergütungen, Netzwerke auf Trainer-Ebene, Austausch über Geschäftsmodelle, bis hin zu steuerrechtlichen und rechtlichen Beratungen sollen dabei intensiv beleuchtet werden."

In eine ähnliche Kerbe schlägt der Offene Brief des VDTT, der sich an den Deutschen Tischtennis-Bund und seine Landesverbände richtet und sich in vielen Punkten mit der Pressemitteilung deckt. Hier wird zusätzlich darauf hingewiesen, dass die eigene Forderung an die Politik, die Soforthilfe für Trainerinnen und Trainer um eine finanzielle Unterstützung des Lebensunterhalts zu erweitern, ungehört gelblieben sei – mit Ausnahme einzelner Bundesländer. Hingewiesen wird auf die Aufgabenvielfalt von Trainern, die weit über das Erreichen von sportlichen Erfolgen hinausgehe. So heißt es: "Neben den sportartspezifischen Fähigkeiten ist u.a. pädagogisches und organisatorisches Geschick gefragt. Hinsichtlich der Arbeit in Teams verfügen die Trainerinnen und Trainern über ein ganzes Spektrum an sozial-kommunikativen, strategischen Fach- und Methodenkompetenzen."

"Unterstützen Sie Ihre Trainerinnen und Trainer"
Durch gute Vereins- und Trainingsangebote kämen Kinder und Jugendliche wieder in die Hallen, spätestens dann würden Trainerinnen und Trainer benötigt, "die diese Herkulesaufgabe mit Ihnen zusammen bewältigen müssen. Wir sollten auf Verbands- und Vereinsebene jetzt schon Ideenwerkstätten entstehen lassen, damit bereits bei Unterschreitung der Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 das Vereinsleben wieder angekurbelt wird. In dieser Phase werden die Trainerinnen und Trainer neben Ihnen, die oftmals ehrenamtlich tätig sind, besonders wichtig sein. Halten Sie bitte Kontakt zu Ihren Trainerinnen und Trainern. Unterstützen Sie Ihre Trainerinnen und Trainer, die Ihren Lebensunterhalt ganz oder teilweise damit verdienen. Bitte geben Sie allen das Gefühl, dass sie jetzt und in der Zukunft gebraucht werden."

(DK)

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