Buntes

Den 'Eisenarm' bekämpfen: Buchvorstellung "Mentales Training im Tischtennis"

Gerade bei knappen Spielständen ist der Kopf oft entscheidend (©Fabig)

12.06.2018 - Jeder Tischtennisspieler kennt die Situation: Es steht 9:9 im Entscheidungssatz und die nächsten Ballwechsel können über Sieg oder Niederlage entscheiden. Jetzt die Nerven zu behalten, ist nicht immer leicht. In Ihrem Buch "Mentales Training. Ein Streifzug durch die aktuelle Sportpsychologie" gibt Sonja Franz Übungen an die Hand, die auf solche Momente gezielt vorbereiten. Drei Exemplare können Sie im Rahmen einer Verlosung gewinnen!

Auch im Profitischtennis kommt mittlerweile, wie in anderen Sportarten, die Sportpsychologie zum Einsatz. Die deutschen Nationalspieler etwa können seit einiger Zeit auf sportpsychologische Hilfe zurückgreifen, aktuell auf Christian Zepps Ratschläge. Kaum Ratgeber im mentalen Bereich gab es bisher für Tischtennisamateure. Das ändert sich mit dem Werk "Mentales Training im Tischtennis. Ein Streifzug durch die aktuelle Sportpsychologie", das von Sonja Franz herausgegeben wurde und in dem die aktuelle Forschung und Theorie in der Sportpsychologie mit der Praxis des Trainingsalltags im Tischtennissport zusammengebracht wird. Nach einer Einführung in das Themengebiet Sportpsychologie und Erläuterungen, wie sich individuelle Ziele im mentalen Bereich formulieren und messen lassen, wird hier das "Individual Zones of Optimal Functioning"-Modell (kurz: IZOF-Modell) vorgestellt.

Zustand erreichen, in dem man Topleistungen vollbringen kann
Demnach verfügt jeder Spieler über einen optimalen emotionalen Zustand, in dem er Topleistungen abrufen kann, diese "positiven funktionalen Emotionen" können z.B. mit den Adjektiven "ruhig und zielstrebig" oder aber auf der anderen Seite "widerwillig, verärgert, angespannt" beschrieben werden. In der Folge wird eine ganze Palette an Übungen vorgestellt, um diesen emotionalen Zustand zu erreichen (Stichwort "Emotionsmodulation"), in dem man persönlich am ehesten Bestleistungen vollbringen kann. Zudem wird darauf eingegangen, wie sich die eigene Konzentration und Antizipation verbessern lässt. Die vorgestellten Übungen erfordern oft nicht viel Zeit und lassen sich leicht zu Hause ausführen, auf dem Weg zur Halle oder sogar noch in der Halle kurz vor dem eigenen Spiel – genauso lassen sich auch Übungen mit Ball für das klassische Training an sich finden. Anhand des Buches, das inzwischen auch auf englisch erschienen ist und sich anfangs eher an Trainer richtete, lässt sich ein komplettes mentales Trainingsprogramm durchführen oder es als Bausteinprogramm nutzen. Bestellt werden kann das Buch per E-Mail unter franzsonja@gmx.de. 

Im Rahmen eines Gewinnspiels verlosen wir drei Exemplare von "Mentales Training im Tischtennis. Ein Streifzug durch die aktuelle Sportpsychologie". Um an der Verlosung teilzunehmen, müssen Sie nur folgende Gewinnspielfrage richtig beantworten: Wofür steht die Abkürzung IZOF?

Sie kennen die Antwort? Schicken Sie uns bis Montag, den 18. Juni, 12 Uhr, in einer E-Mail an gewinnspiel@mytischtennis.de, in der Sie Ihren Namen und Ihre Adresse angeben.

Diese Daten benötigen wir, um den Gewinnern ihren Preis zuzuschicken. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben und nach einem halben Jahr gelöscht. Um diesen Bedingungen zuzustimmen, verwenden Sie bitte einfach das hier (gewinnspiel@mytischtennis.de) hinterlegte Formular oder fügen Sie Ihrer E-Mail folgenden Satz bei: „Mit dem Absenden dieser E-Mail erkläre ich mich bereit, dass meine Daten ausschließlich zum Zweck der Gewinnübermittlung vorübergehend von der myTischtennis GmbH gespeichert werden.“ Zu dieser neuen Vorgehensweise veranlasst uns die EU-Datenschutz-Grundverordnung. Teilnehmen darf jeder ab 14 Jahren. 

Leseprobe:

4.2.1.16 Perspektivenwechsel

Diese Übung dient der kurzfristigen Entspannung in der Situation. "Nehmen Sie eine bequeme Körperhaltung ein, schließen Sie die Augen und atmen Sie ruhig und gleichmäßig. Stellen Sie sich lebhaft eine Szene aus dem eigenen Wettkampf mit allen Einzelheiten vor. Wechseln Sie nun die Perspektive. Stellen Sie sich nun dieselbe Szene in der Vorstellung als Zuschauer von der Tribüne aus, zu Hause vor dem Bildschirm, am Rande der Spielbox und als unbeteiligter Beobachter vor. Ballen Sie als Auslöser für diesen Perspektivenwechsel eine Hand zur Faust oder drücken Sie ein paar Fingerkuppen zusammen. Durch diese Kombination können Sie innerhalb von Sekunden einen Perspektivenwechsel herstellen." 

Im realen Wettkampf erfolgt dadurch eine Loslösung aus der Situation mit Hilfe des eingeübten Auslösers. Sie bekommen eine gewisse Distanz zum Geschehen, dadurch, dass Sie sich selbst aus der Perspektive des Zuschauers von außen in der Wettkampfsituation erleben. Dadurch erreichen Sie bei der Anspannung eine höhere Gelassenheit und bei störenden Einflüssen eine Loslösung von diesen und damit eine Aufrechterhaltung der Konzentration. 

4.2.1.7 Glaskugel

Auch bei der Glaskugel-Übung stellt man durch Imagination einen Entspannungszustand her. Die Übung kann auch zur kurzfristigen Entspannung in der Wettkampfsituation angewendet werden. 

Nehmen Sie eine bequeme Körperhaltung ein, schließen Sie die Augen und atmen Sie ruhig und gleichmäßig. Stellen Sie sich selbst in einem imaginären Schutzraum, in einer Glaskugel oder in einem Phantasie-Schutzraum vor, in dem Sie völlig abgeschirmt von der Außenwelt sind. Nichts Störendes von außen, Zuschauer, Wetter, Gegner, Journalisten, kann nach innen dringen. Ballen Sie für diese Vorstellung eines Schutzraumes eine Hand zur Faust oder rücken Sie ein paar Fingerkuppen zusammen, um die Verknüpfung zwischen dem Schutzraum und der Geste herzustellen. Stellen Sie sich nun selbst in einer turbulenten Wettkampfszene vor, beispielsweise in Spannung, Hektik oder Begeisterung. Ziehen Sie sich mit Hilfe des eingeübten Auslösers in den Schutzraum zurück und erleben Sie die Szene als passiver Beobachter. Jedes Mal, wenn Sie sich gestört fühlen, ballen Sie als Auslöser die Hand zur Faust oder drücken Sie ein paar Fingerkuppen zusammen und lassen Sie so das Bild des Schutzraumes auftauchen. Dadurch erreichen Sie eine Loslösung von äußeren Störquellen und damit eine Aufrechterhaltung Ihrer Konzentration.

Die Übungsphasen außerhalb und während des Trainings dauern einige Minuten. Im Wettkampf kann der Schutzraum dann in wenigen Sekunden herbeigeführt werden. 

4.4.6.2 Return-Training

Diese Übung trainiert die Antizipation anhand des Aufschlag-Rückschlag-Trainings mit zunehmendem Fokus auf die Reaktion: Ein Spieler führt Aufschläge aus, die deutlich auf die Vorhand- oder Rückhandseite gerichtet sind. Der gegnerische Spieler versucht bereits in dem Augenblick, in dem der Aufschläger den Ball trifft, durch Anheben des linken beziehungsweise rechten Armes die Richtung anzuzeigen.

Durch regelmäßige Beobachtung der relevanten Merkmalskonfigurationen aus Körper-, Arm- und Schlagbewegung kommt es zu einem Wiedererkennungseffekt, der die Verbesserung der Reaktionsgeschwindigkeit fördert. 

Als nächsten Schritt kann man dazu übergehen, einfache "wenn-dann"-Reaktionsmuster einzutrainieren. Diese können auch als "wenn-dann"-Bezüge formuliert werden. Zum Beispiel: "Wenn der Gegner mit dieser Ausholbewegung beginnt, dann auf Arm- und Schlagbewegung achten und die eigene Reaktion vorbereiten."

(DK)

Ähnliche Artikel

Kommentar schreiben

* Pflichtfeld

Sicherheitsabfrage Bitte geben Sie die untenstehende Zeichenfolge im Feld darunter ein.

Copyright © 2018 myTischtennis GmbH. Alle Rechte vorbehalten.