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Lennarts Blog: Wie geht es im Spielbetrieb weiter?

Auch in der 2. Bundesliga sind die restlichen Saisontermine noch offen (©click-TT)

26.01.2021 - Diese Frage beschäftigt so ziemlich alle Tischtennis-Enthusiasten: Wann geht es wieder an die Tische? Geht es in dieser Saison überhaupt noch mal in die Halle oder müssen wir uns langsam auf den Abbruch vorbereiten? Unser Blogger Lennart Wehking plädiert dafür, sich alle möglichen Szenarien für die Wiederaufnahme des Ligabetriebs noch offen zu halten, damit sich der Tischtennissport vor der Sommerpause noch einmal zeigen kann.

Jeder meiner Pläusche mit einer tischtennisbegeisterten Person läuft dieser Tage über kurz oder lang auf eine Frage hinaus: Wird die Saison noch einmal angepfiffen? Gibt es eine realistische Chance, die Spielzeit zu beenden? Oder können wir den Schläger getrost bis August verstauen? Je länger der Lockdown anhält, je länger fast alle den Weg in die Halle meiden (müssen), desto pessimistischer sind die Antworten, die ich erhalte. Das ist völlig verständlich und logisch: Das Infektionsgeschehen sinkt nur sehr langsam, die Impfungen laufen noch langsamer an. Und dennoch plädiere ich dafür, nicht schon jetzt das Racket ins Korn zu werfen! 

Zwischen Hoffnung und Resignation 

Bei einer losen Abfrage unserer Podcast-Zuhörerschaft zeigte sich bei der Frage, wann die Lauschenden den Restart antizipieren, ein völlig diverses Meinungsbild. Von Träumenden, die im Februar schon wieder am Tisch zaubern wollen, bis hin zu Fatalisten, die sich nicht vor 2022 mit Schläger in der Hand wähnen, reichte das Antwortspektrum. Ich bin kein Hellseher und mir selbst auch sehr unsicher, wann in Regelmäßigkeit und mit dann welchen Einschränkungen der kleinen Kugel wieder nachgeflitzt werden kann. Ein wenig Klarheit erhoffe ich mir Mitte März. Dann wird man besser einschätzen können, ob eine der Virusmutationen für eine nächste Infektionswelle sorgt, ob die Zahlen weiter stetig sinken wie in den letzten Wochen und ob die Impfquote mit Ende des ersten Quartals in die Höhe schießen kann. Und deshalb sollte man alle noch möglichen Szenarien für die Wiederaufnahme des Ligabetriebs bis dahin im Auge behalten. Ich kann nachvollziehen, dass sich viele Vereine und Mannschaften Klarheit und Planungssicherheit wünschen. Dass das monatliche Aufschieben von Entscheidungen nervt und dass die immer wieder verlängerte Unterbrechung der Saison bei der neuerlichen Betrachtung der Pandemiedaten für Enttäuschung sorgt. 

Vor dem Hochsommer an die Tische

Mich trägt in diesen trüben Wochen noch immer der Glaube, dass mit Beginn des Frühlings ein langsamer Einstieg in die geliebte Sportumgebung mit Tisch, Bande und Plastik möglich werden könnte. Falls die Hallen in der Bundesrepublik im April wieder öffnen, sollte alles drangesetzt werden, die Saison noch zu einem Ende zu führen. Dabei geht es mir nur zweitrangig um die formale Beendigung der Saison und der durch die modifizierten Wettkampfordnung dann legitimierten Auf- und Abstiege. Vielmehr finde ich es elementar, dass wir uns als Sportart vor der Sommerpause zeigen müssen. Sollte der Tischtennissport wirklich erst im Hochsommer in den Alltag von Hunderttausenden Deutschen zurückkehren, könnten viele eigentlich treue Tischtennisliebhaber ihr favorisiertes Hobby den wiedergefundenen Optionen im Sonnenschein unterordnen.

Traditionell hat es der Hallensport in den Monaten Juni, Juli und August eher schwer – das wird sich mit einer möglicherweise wieder erhöhten Bewegungsfreiheit während der Schulferien nach einem monatelangen Lockdown bei bestem Wetter nicht ändern. Deshalb hoffe ich sehr, dass wir vor Beginn des Hochsommers, bei dem aktuell die Mehrheit der Experten dank einer dann hoffentlich hohen Impfquote eine deutliche Entspannung der Situation vorhersagt, zurück an die Tische kommen. Die Zeit ohne Kantenbälle und Topspinduelle könnte ansonsten zu lang gewesen sein und eine dramatische Entwicklung der Mitgliederstatistik nach sich ziehen - um jedes einzelne Mitglied der TT-Sparten, -Abteilungen oder -Vereinen muss schon jetzt hart gekämpft werden. Speziell den Jugendlichen muss möglichst rasch wieder ein Tischtennisangebot unterbreitet werden, damit der Nachwuchs den Vereinen die Treue hält und sich nicht in andere Sphären der Freizeitgestaltung verliert. Die schon ausgearbeiteten und in der Praxis bewährten Hygienekonzepte liegen zumindest in den Schubladen. 

Alternativen planen, Zeitschienen aufbrechen

Sofern ein nachhaltig positiver Trend beim Infektionsgeschehen beobachtet werden kann, der einen Saisonneustart im April oder Mai ermöglichen würde, und die Kommunen und Ämter grünes Licht geben, könnte meiner Meinung nach übrigens auch über eine rasche und möglichst unbürokratische Saisonverlängerung nachgedacht werden. Welche Gründe gibt es, eine Saison zwangsläufig Ende Mai zu beenden? Was spricht gegen Ende Juni oder gar Juli? Der Wechseltermin müsste verschoben werden, genauso das Meldeprozedere, mehr aber nicht. Und die Wettkampfordnung wurde von den Verbänden schon einmal im Kern verändert, um auf das Pandemiegeschehen zu reagieren – eine damals mutige und für mich völlig richtige Entscheidung.

Auch jetzt sind kreative Lösungen gefragt, um auf die Wiederaufnahme des Wettkampfbetriebs vorbereitet zu sein. Denn auch nach einer langen Pause geht’s den meisten Tischtennisfreunden um Punkte (zum Blog "Wettkämpfe während der Corona-Pandemie elementar"). Der DTTB hat es vorgemacht und mit den Deutschen Jugendmeisterschaften sowie den Deutschen Meisterschaften zwei nationale Saisonhöhepunkte in den Juni bzw. August verschoben. Falls sich herausstellten sollte, dass die Spielzeit nicht zu Ende gebracht werden kann, könnten andere Wettkampfformate die Tischtennisszene wieder an das Zählgerät bringen und den Wiedereinstieg pushen. Ob kleine Turniere auf Vereins-, Kreis- oder Landesebene, oder eine Art Pre-Season für motivierte Mannschaften, die vor dem Sommerurlaub den regelmäßigen Wettstreit an der Platte suchen: Sobald es die Verordnungen zulassen, müssen Wettkampfformate für Motivation sorgen und der Tischtenniscommunity die Möglichkeit bieten, schnell ihre Post-Corona-Form zu finden. Am liebsten nicht (nur) an der Steinplatte. 

(Lennart Wehking)

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