Amateure

Amateur-Thema: So läuft das Training unter Corona-Regeln

Neue Normalität: Tische desinfizieren mit Handschuhen und Maske, hier beim TTC Dillhausen/Barig-Selbenhausen. (©Harald Höhnel)

28.05.2020 - Noch haben zwar längst nicht alle Hallen in Deutschland wieder geöffnet. Doch immer mehr Amateurvereine konnten ihren Trainingsbetrieb unter Berücksichtigung der Abstands- und Hygieneauflagen wieder hochfahren. Drei Klubs haben uns einen Einblick in ihren neuen Tischtennis-Corona-Alltag gewährt. Wie liefen die ersten Einheiten ab und wie groß war der Aufwand im Vorfeld? Die Antworten auf diese und weiter Fragen lesen Sie in unserem neuen Amateur-Thema.

Als die NRW-Landesregierung am 6. Mai weitere Lockerungsmaßnahmen ankündigte, war die Freude bei vielen Sportlern groß. Obwohl es längst erlaubt ist, wieder in geschlossenen Räumen Tischtennis zu spielen, gucken einige Vereine auch über drei Wochen später noch immer in die Röhre. Da es an der Umsetzung der Hygienemaßnahmen hapert, haben einige Städte ihre Hallen noch nicht wieder freigegeben oder lassen sie gar bis zu den Sommerferien dicht.

Vor- und Nachteile beim Training in privater Halle

Einfacher ist es, wenn man wie der TuS Rheydt-Wetschewell aus dem Kreis Mönchengladbach eine eigene, private Halle besitzt. „Das ist schon ein Vorteil", sagt Vereinsmitglied Sascha Schmitter. Zwar müssen exakt dieselben Vorgaben aus dem Schutz und Handlungskonzept des DTTB eingehalten werden, als würden die Räume der Stadt gehören. Dafür besteht bei den Hallennutzungszeiten deutlich mehr Flexibilität. Der Nachteil hingegen liegt darin, dass sämtliche Desinfektionsmittel in Eigenregie beschaffen werden mussten.

Vorstand und Mitglieder packten kräftig mit an und erarbeiteten ein Konzept, das von der Stadt Mönchengladbach abgesegnet wurde. Seit Montag ist das Training wieder möglich. „Es klappt sehr gut. Die Leute sind begeistert und halten sich an die Auflagen. Das hätte ich im Vorfeld nicht unbedingt gedacht", so Schmitter, der sich anfangs selbst dabei erwischte, die Hand am Tisch abzuwischen. „Das ist natürlich Gewohnheit, aber man hat es schnell raus."

Mäßige Beteiligung beim TTC Dillhausen/Barig-Selbenhausen

In Sechsergruppen teilen sich die Mitglieder auf die Wochentage auf und verabreden sich. Da die Halle auch am Samstag genutzt werden kann, darf sich jede Person dreimal wöchentlich eintragen. „Es klappt sehr gut. Egal, ob jung oder alt. Alle sind sehr wissbegierig und ehrgeizig", berichtet Sascha Schmitter. Während die Beteiligung in Mönchengladbach nach zweimonatigem Lockdown durchweg positiv ist, fanden beim TTC Dillhausen/Barig-Selbenhausen in der Nähe der hessischen Stadt Limburg bisher nur wenige Spieler den Weg zurück in die Halle.

„Wir haben dreimal trainiert und dreimal waren maximal fünf Leute da", beklagt Oliver Heller, zweiter Vorsitzender des TTC. Anders als in Rheydt wird in Hessen in einer städtischen Halle gespielt. Bis zur Wiedereröffnung dauerte es wie oben beschrieben nicht lange. Die älteren Mitglieder, die der Risikogruppe angehören, bleiben richtigerweise vorsichtig. „Andere bleiben zu Hause, weil die Saison vorbei ist und kommen erst im August wieder", so Heller über ein altbekanntes Leid vieler Vereine.

Kein großer Unterschied zu vorher

Doch wie kann man sich eine Trainingseinheit während der Corona-Pandemie genau vorstellen? In Barig-Selbenhausen werden drei Tische in entsprechend großen Boxen aufgebaut - pro Box gibt es einen Ball. Duschen, Doppel und Balleimertraining fallen weg. Toiletten werden nur im Notfall benutzt und anschließend desinfiziert. Die Trainingspartner bleiben dieselben. Ansonsten halte sich der Aufwand für das eigentliche Spiel eher in Grenzen.

„So groß ist der Unterschied zu vorher gar nicht. Zum Desinfizieren brauchen wir vorher und nachher vielleicht jeweils eine Viertelstunde", sagt Heller, einer von zwei Hygienebeauftragten des TTC. Noch habe sich niemand beschwert, dass die Einschränkungen einem die Laune am Sport verderben würden. Im Gegenteil: Alle Mitglieder sind froh, endlich wieder zurück am Tisch zu sein. Da lässt es sich auch verkraften, dass das gemütliche Beisammensitzen nach dem Training vorerst wegfällt.  

Ordnungsamt kontrolliert in Niedersachsen

In einigen Vereinen ist der Trainingsbetrieb wieder im vollen Gange. Beim TuSpo Bad Münder aus Niedersachsen fand am Mittwochabend ein erster Test unter den neuen Auflagen an. Mit dabei: Die zehnjährige Emina Strysio. Ihr Vater Andreas durfte beim ersten Training leider nicht dabei sein. Dafür hat ihm seine Tochter ganz genau erklärt, was anders war als üblich. „Das Ordnungsamt war während des Trainings vor Ort, um das vorgelegte Konzept zu kontrollieren. Alle waren sehr bedacht, dass die Vorschriften eingehalten werden, weil sich niemand das zukünftige Training verbauen wollte", sagt Andreas Strysio.

MIt verbindlichen Zu- oder Absagen über WhatsApp und sorgfältig geführten Anwesenheitslisten durften die Jugendlichen auch schon wieder loslegen. Über die Hand, mit der nicht gespielt wird, musste zum Schutz zusätzlich ein dünner Handschuh getragen werden. „Am Anfang war es schon sehr ungewöhnlich für meine Tochter. Aber nach einer Weile hatte sie sich daran gewöhnt und einfach nur Spaß, endlich wieder das tun zu können, was sie liebt", berichtet Strysio. So wird es wohl den meisten ergangen sein, als sie nach zweimonatiger Pause wieder in die Halle zurückgekehrt sind.

Numan Yagci vom NRW-Ligisten TTF Bönen berichtet in diesem Video über den Wiedereinstieg ins Training

(FKT)

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