Amateure

Amateur-Thema: Junge Abteilungsleiter

V. l. n. r.: Marius Schwörer, Christopher Triep und Marc Dorißen

09.03.2019 - Personen zu finden, die sich im Verein engagieren, ist zum Teil gar nicht (mehr) so einfach. Umso bemerkenswerter ist es, wenn man sich schon in jungen Jahren einbringt. Noch mehr Anerkennung verdient es, als Jungspund Verantwortung zu übernehmen – so wie Marius Schwörer (22, TV Unterharmersbach), Christopher Triep (24, TSV Gräfelfing) und Marc Dorißen (28, DJK Rhenania Kleve), die allesamt ehrenamtliche Abteilungsleiter sind.

Alle drei eint, dass sie schon vorher andere Aufgaben in ihren Vereinen übernommen hatten, nämlich vor allem in die Jugendarbeit eingebunden gewesen waren. 'Inoffiziell' im Jahr 2013 als 16-Jähriger übernahm Marius Schwörer die Abteilungsleitung des TV Unterharmersbach. Ein Großteil der Spieler war damals zu einem anderen Klub gewechselt, der TV drohte sich aufzulösen. Schwörer erklärte sich daraufhin bereit, seinen Heimatverein weiter zu führen. Da er aber noch nicht volljährig war, wurde ihm zunächst noch eine erwachsene Person übergestellt. Vor zwei Jahren übernahm er das Amt schließlich auch offiziell. 

Beim ehemaligen Erstligaklub TSV Gräfelfing wurde Christopher Triep als 20-Jähriger zum Abteilungsleiter gewählt. Sein Vorgänger hatte diese Tätigkeit aus beruflichen Gründen aufgeben müssen und Triep in seinem letzten Jahr angesprochen, ob er diesen Job nicht übernehmen wolle. Der gebürtige Gräfelfinger hatte sich bereits vorher u. a. um die Trikotkollektion für den gesamten Verein gekümmert, war Kapitän der ersten Mannschaft gewesen und stimmte zu, den Vorsitz der Abteilung zu übernehmen. Marc Dorißen wiederum war beim DJK Rhenania Kleve als Jugendwart in den breit aufgestellten Vorstand gerückt und dann von Vereinskameraden ermutigt worden, noch mehr Verantwortung zu übernehmen, was er 2014 auch tat.

Um was muss sich ein Abteilungsleiter kümmern?
Als vielfältig beschreiben alle drei das Aufgabengebiet eines Abteilungsleiters. Schwörer, als Vorsitzender des rund 40 Mitglieder starken TV Unterharmersbach, erklärt: "Die Organisation rund um den Spielbetrieb ist die klassische Aufgabe. Man besucht zudem Verbandstage, steht in Kontakt mit der Stadt, damit wir die Halle für Spiele und Trainingseinheiten haben können. Und man übernimmt natürlich die Interessenvertretung der Abteilung im Hauptverein." Der 22-Jährige erfährt in Unterharmersbach Unterstützung, er muss natürlich nicht alle Tätigkeiten rund um den Verein alleine ausführen. In den noch etwas größeren Tischtennisabteilungen des TSV Gräfelfing (118 Mitglieder) und der DJK Rhenania Kleve (rund 190 Mitglieder) steht Triep und Dorißen sogar eine ganze Reihe von Leuten zur Seite, um verschiedene Ämter zu übernehmen, die es in kleineren Vereinen womöglich nicht gibt, in Gräfelfing z. B. gibt es einen technischen Direktor, in Kleve z. B. je einen Obmann für den Herren- und Damen-Spielbetrieb.

Dorißen beschreibt seinen Tätigkeitsbereich so: "Ich kümmere mich um die Organisation des Spielbetriebs im Allgemeinen und delegiere Projekte zwischen den einzelnen Personen". Triep misst neben der Organisation des Spielbetriebs und der Teilnahme an Sitzungen weiteren Dingen Bedeutung zu: "Die Kommunikation innerhalb des Vereins ist enorm wichtig. Man muss schauen, dass sich die Leute mit ihren unterschiedlichen Interessen nicht in die Haare kriegen. Im Tischtennis sind nämlich so viele unterschiedliche Charaktere unterwegs." Der 24-Jährige schaue, dass der Trainingsbetrieb laufe, er kümmere sich um Kooperationen mit dem Ausrüster und einem TT-Shop, damit man gut und schnell an Materialien komme. Ein weiterer Punkt sei die Öffentlichkeitsarbeit und das Aushandeln von Verträgen mit Trainern, aktuellen Spielern sowie neuen Spielern. All das koste natürlich Zeit. Triep: "Ich schätze, ich opfere jeden Tag sicherlich ein bis zwei Stunden, verbinde aber auch vieles damit, wenn ich ohnehin in der Halle bin." Wie bei Marius Schwörer und Marc Dorißen vermische sich auch bei Christopher Triep die Arbeit als Abteilungsleiter mit den Aufgaben aus anderen Positionen, wie z. B. der des Jugendtrainers. Auf gute Jugendarbeit legten alle Drei im Übrigen sehr viel Wert. 

Ungewöhnlich im Fall von Schwörer ist, dass er zwar Abteilungsleiter und Jugendtrainer des TV Unterharmersbach ist, er selbst aber für den benachbarten TTC Steinach spielt, für den auch seine zwei Brüder antreten. So fahre er dienstags beispielsweise für das Jugendtraining nach Unterharmersbach, von da aus direkt im Anschluss für sein eigenes Training nach Steinach. Er betreue die Unterharmersbacher Jugendlichen auch bei Spielen. Zusätzlich werde er in Steinach, wie auch andere Herrenspieler, ebenfalls gelegentlich für die Betreuung von Jugendmannschaften eingeteilt. "Natürlich nimmt man in meinem Fall dann darauf Rücksicht, dass es nicht die Spiele gegen Unterharmersbach sind", berichtet der 22-Jährige schmunzelnd.

"Muss schon für diesen Sport brennen"
In seinem Verein sei es noch machbar, Personen für das Ehrenamt zu gewinnen. Wie Schwörer es von anderen Vereinen mitbekommen habe, sei das aber heutzutage ein Problem für Abteilungsleiter. Dorißen meint: "Der Alltag der Menschen wandelt sich stark: Schulen werden zu Ganztagsschulen umfunktioniert, viele Erwachsene wollen nicht mehr jedes Spiel bestreiten. Für uns Abteilungsleiter ist es daher die wohl größte Herausforderung, den Spielbetrieb gekoppelt an die Interessen des Einzelnen aufrechtzuerhalten. Da muss man die Balance finden." Triep wiederum erklärt: "Aus den begrenzten Möglichkeiten einer Randsportart wie Tischtennis das Maximum herauszuholen, ist nicht immer einfach. Man muss daher schon sehr verliebt in diesen Sport sein und für ihn brennen. Die Jugend muss bei Laune gehalten werden, aber auch die ältere Generation, die sich mit den Regeländerungen schwertut. Daher muss innerhalb des Vereins viel kommuniziert werden." 

Was die Drei anderen jungen Leuten raten, die sich im Verein engagieren wollen? "Einfach machen", heißt es einstimmig ohne großes Zögern. Dorißen findet: "Man sollte mit kleinen Posten anfangen, da einfach mal reinschnuppern und sich um weitere Posten bemühen." Triep stimmt zu: "Man sollte jedes Amt, das man bekommen kann, übernehmen. Ich wäre jetzt nicht da, wo ich bin, wenn ich das nicht gemacht hätte." Auch für das Leben im Allgemeinen und den Umgang mit Menschen habe er durch seine Tätigkeit viel gelernt. Man könne im Ehrenamt viel bewegen und lerne es auch wegzustecken, wenn man einmal nicht die richtige Entscheidung getroffen habe. 

Zum letzten Amateur-Thema!

Zu Christopher Trieps China-Blog!

(DK)

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