VDTT-Trainingstipp

Trainingstipp: Beinarbeit mit offenem Ende

Dieser Trainingstipp ist der erste Teil zur Beinarbeit mit offenem Ende (©Roscher)

28.01.2020 - Die Beinarbeit ist ein langfristig ein wichtiger Bestandteil im Training. Um die Art und Weise, wie sie trainiert werden sollte, gibt es immer wieder Diskussionen. Regelmäßige Beinarbeitsübungen wie beispielsweise Falkenberg werden häufig trainiert, manchen wird hier der Aspekt der Wahrnehmung und Explositivität nicht genug berücksichtigt, sie schwören deshalb auf unregelmäßige Übungen. In diesem VDTT-Trainingstipp versucht Martin Adomeit, die Übungsansätze zu verbinden.

Eine begrenzte Anzahl von Ballwegen wird vorgegeben, danach läuft der Ballwechsel unregelmäßig bis zum freien Spiel weiter. So sind diese Übungen auch in heterogenen Gruppen einsetzbar. Die ersten Kontakte im Ballwechsel sind regelmäßig. Wenn diese erreicht werden, geht es ins offene Spiel über. So werden die ersten Schritte in jedem Ballwechsel erst trainiert, dann wird es explosiver und wahrnehmungsorientierter. Dies führt auch dazu, dass die Spieler noch motivierter sind, die ersten Bälle konzentriert zu spielen.

1. Übung: Bewegungen in beide Ecken       

 Spieler B: 4 x RHB/K 1:1 in Ecken (anfangen in VH-Ecke)      Spieler A: 4 x RHT/K und VHT/K in RH     

                 RHB/K aggressiv eine von beiden Ecken                                  T/K in VH

                                                                      frei

Der Partner spielt den Ball abwechselnd in beide Ecken, er beginnt dabei in VH-Ecke. Nach dem zweiten Ball in RH-Ecke spielt er nun aggressiv eine von beiden Ecken an. Der Spieler A muss explosiv reagieren und soll, wenn möglich, nun auch noch in VH platzieren. Dabei soll die Qualität so hoch sein, dass der Gegner nicht einfach punkten kann.

Zur Grafik von Übung 1 und zur Fortsetzung von Übung 1

2. Übung:  Bewegungen in beide Ecken, dann Bewegung in Mitte mit VH 

 Spieler B: 4 x RHB/K in 1:1 in Ecken (anfangen in RH-Ecke)        Spieler A: 4 x RHT/K und VHT/K in RH     

                 RHB aggressiv in Tischmitte                                                           VHT/K überall           

                                                          frei

Wieder verteilt Spieler B aus der RH-Ecke abwechselnd in beide Ecken. Nun beginnt er aber in RH-Ecke. Nach dem zweiten Ball in VH-Ecke kommt der Ball nun in Tischmitte. Auf diesen Ball soll Spieler A nun mit VH spielen und am besten in eine vorteilhafte Lage kommen. Hierzu muss er sich so gut bewegen, dass er mit VH alle Platzierungsmöglichkeiten hat. Gleichzeitig ist seine Kreativität gefragt, wie er diese Situation möglichst effektiv löst.  

Zur Grafik von Übung 2 und zur Fortsetzung von Übung 2

3. Übung: Kleiner Weg in VH, weiter Weg in RH, kurzer oder langer Weg in VH  

Spieler B: LA in Tischmitte                                   Spieler A: VHT in RH 

            RHB in VH                                                                VHT in RH 

            RHB in RH                                                                RHT/K in RH

            RHB in Mitte RH/VH-Ecke                                        VHT in VH 

                                                          frei 

Jetzt spielt der Spieler B zuerst die Mitte an, sucht dann den Weg in VH-Ecke. Von hier spielt er weit in RH und nun in Mitte oder VH. Der Spieler A hat so nach dem Weg in VH-Ecke den weiten Weg in die RH und soll sich nun schnell und mit hoher Qualität in Mitte oder VH-Ecke bewegen, um mit oder nach seinem Ball in VH eine Chance auf den Punktgewinn zu besitzen.  

Zur Grafik von Übung 3 und zur Fortsetzung von Übung 3                                             

4. Übung: Beinarbeit halber Tisch und dann Reaktion von den Ecken    

Spieler B: RHB/K/LA  in Tischmitte                    Spieler A: VHT in RH 

                RHB in VH                                                          VHT in RH 

                RHB in Tischmitte                                               VHT in RH 

                RHB in RH                                                          RHT in RH

                RHB in Tischmitte                                              VHT in RH

                RHB eine Ecke                           

                                               freies Spiel                          

Der Spieler B spielt den Spieler A in der Mitte, in VH, in der Mitte, in RH, in der Mitte und dann in einer Ecke an. Danach kämpfen beide Spieler um den Punktgewinn. Dazu ist der Spieler B gezwungen, den Ball in die Ecken mit Qualität zu spielen, der Spieler A zu reagieren und schon seinen letzten VHT aus Mitte mit so hoher Qualität zu spielen, dass Spieler B nicht zu gut agieren kann, obwohl er weiß, wohin dieser Ball kommt.   

Zur Grafik von Übung 4, zur ersten Fortsetzung von Übung 4 und zur zweiten Fortsetzung von Übung 4

5. Übung: Umspringen, dann Beinarbeit zu einer Ecke  

Spieler B:  LA in VH                                    Spieler A: VHT in RH 

                 RHB in weite RH                                         RHT/K in RH

                 RHB in RH                                                  VHT in RH 

                 RHB eine Ecke                                            RH/VH auf Ellbogen

                                               frei      

Diese Übung beginnt mit dem klassischen Falkenberg-Teil. Spieler B spielt also die VH, dann zweimal die RH an. Nachdem Spieler A von RH mit VH gespielt hat, spielt Spieler B eine der beiden Ecken an. Auf diesen Ball soll der Spieler noch versuchen, gezielt auf den Ellbogen zu agieren. Dann kämpfen beide Spieler um den Punkt.

Zur Grafik von Übung 5 und zur Fortsetzung von Übung 5

Die Übungen im Video spielen die andro-Spieler Emilo Schulz und László Mohácsy vor:



Zum PDF-Dokument des Trainingstipps, einschließlich einer Legende mit allen Abkürzungen!

Der Autor
Martin Adomeit war Nationaltrainer in vier verschiedenen Nationen (Deutschland, Luxemburg, Belgien und Nigeria) und gewann mit allen Nationen Medaillen bei Welt-, Europameisterschaften oder African Games. 1998 wurde er in Deutschland Trainer des Jahres. Jetzt arbeitet der 55-jährige Lippstädter als freiberuflicher Trainer. Er führt unter anderem Lehrgänge für Vereine, Bezirke oder Verbände durch, gibt Einzeltraining und betreibt einen TT-Shop. International betreute er beispielsweise Quadri Aruna beim World Cup in Düsseldorf. 2015 führte er Nigerias Männerteam zum Mannschaftstitel bei den All African Games und ist damit der erste Trainer, der auf verschiedenen Kontinenten Titel in kontinentalen Mannschaftswettbewerben gewonnen hat. Der jüngste Erfolg des Coaches war die Deutsche Meisterschaft mit den Schülern des TuS Sundern 2017.  

Zu erreichen ist Martin per Telefon unter 02941-273385 oder per mail unter lippstadt@tt-store.de. Die Adresse der Webseite ist lippstadt.tt-store.de. ados TT-Schule, lippstadt@tt-store.de, Tel. 02941-273385

Trainingsbereich vom VDTT präsentiert
Der Trainingsbereich von myTischtennis.de wird präsentiert vom Verband Deutscher Tischtennistrainer (VDTT), der Trainerinstitution im deutschen Tischtennissport. Der Verband hat etwa 1400 Mitglieder und verfolgt das Ziel, auf die Situation der Trainerinnen und Trainer in Deutschland aufmerksam zu machen und Trainer*innen eine Anlaufstelle in vielerlei Hinsicht zu bieten. Um seine Mitglieder bestmöglich zu unterstützen, bietet er auf seiner Homepage eine große Online-Bibliothek mit vielen Trainingsthemen an, veröffentlicht die Magazine "Tischtennislehre" und "Trainerbrief" und informiert und diskutiert über die neuesten Entwicklungen in der Szene auf seinem jährlichen Symposium in Grenzau. Mehr Informationen finden Sie auf der VDTT-Webseite.

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