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Abbruch der Saison in Hessen und Bayern

Hessen und Bayern sind die ersten Landesverbände, die die Saison 2020/21 abbrechen (©Verbände)

12.02.2021 - Gibt es noch Hoffnung auf eine Rückkehr zum Spielbetrieb in der Saison 2020/21? Oder müssen wir uns auch in diesem Jahr auf einen Abbruch einstellen? Diese Frage beschäftigt die Tischtennisszene in ganz Deutschland. Der Hessische und Bayerische Tischtennisverband haben nun als erste Landesverbände die Reißleine gezogen und die begonnene Spielzeit annulliert. Wir liefern einen Überblick über die Beschlüsse und die Pläne der anderen Verbände.

Der Saisonabbruch schwebt seit Wochen wie ein Damoklesschwert über der Tischtennisszene. Kann die Spielzeit 2020/21, die in vielen Verbänden schon seit Ende Oktober unterbrochen ist, noch zu Ende gebracht werden? In Hessen und Bayern ist die Entscheidung am Donnerstagabend gefallen. Die beiden Landesverbände beschlossen jeweils den Abbruch und die Annullierung der Saison, was bedeutet, dass die Spielzeit so behandelt wird, als hätte sie nicht stattgefunden. Die Mannschaften können damit in der nächsten Saison unabhängig von ihrer aktuellen Platzierung wieder in derselben Spielklasse antreten - Auf- und Absteiger gibt es nicht. Die individuellen Spielergebnisse bleiben jedoch trotz des Abbruchs erhalten und werden weiterhin in den jeweiligen TTR-Werten berücksichtigt. Wer coronabedingt lange Zeit keine Spiele absolvieren konnte, wird gleichermaßen mit einem Inaktivitätsabzug rechnen müssen, da dieser unabhängig von der Ursache der Pause die Spielstärke abbildet, welche unter langer Inaktivität leidet. 

Entscheidung sei alternativlos

„Dieser Beschluss war leider abzusehen“, erklärt BTTV-Präsident Konrad Grillmeyer in einer Pressemitteilung. „Die Gesundheit der Sportler/innen und faire Rahmenbedingungen für alle Vereine stehen an erster Stelle. Mir tut es leid für die Tischtennis-Aktiven, insbesondere für unseren Nachwuchs, der durch die Pandemie extrem gebeutelt ist. Wir haben aber keine andere Wahl gesehen, als jetzt einen Schlussstrich zu ziehen und uns auf die neue Saison zu konzentrieren.“ Auch in Hessen sieht man diese Entscheidung als alternativlos an. Sowohl der Trainingsbetrieb zum 8. März als auch die Weiterführung der Saison zum 15. März seien hessenweit aufgrund der aktuell geltenden Verordnungen nicht sichergestellt. Beide Verbände hoffen auf eine baldige Rückkehr zum Trainingsbetrieb, sobald es die Pandemie-Entwicklung erlaubt.

Andere Landesverbände zögern noch 

Die anderen Landesverbände wie der WTTV haben noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Die Hoffnungen auf den Re-Start sind noch nicht überall komplett begraben. Der in der Wettspielordnung verankerte Abschnitt M lässt im Punktspielbetrieb zwar eine Wertung der einzelnen Gruppen zu, sofern 50 Prozent der Mannschaftskämpfe durchgeführt wurden. Mit Blick auf das Vorhaben, die Saison auf eine Einfachrunde zu reduzieren und in der Rückserie nur noch die Begegnungen auszutragen, die in der abgebrochenen Hinrunde nicht mehr stattfinden konnten, läuft den Gremien allerdings langsam die Zeit davon. 

„Sollte sich auch direkt nach den Osterferien (29. März bis 10. April, Anm. d. Red.) kein Spielbetrieb realisieren lassen, müssen wir uns mit einem Abbruch beschäftigen. Wenn die Durchführung der einfachen Runde nicht vollständig gelingt, werden wir die Spielzeit 2020/2021 für ungültig erklären. Die Entscheidung darüber fällt jedoch frühestens im März“, kommunizierte der WTTV in einer Pressemitteilung. 

Prüfung der Landesverordnungen – Abstimmung mit DTTB

Eine Annullierung spielt auch in den Überlegungen und Planungen vieler weiterer Landesverbände eine Rolle. In den meisten Beschlussfassungen ist aktuell noch von einer Unterbrechung der Mannschaftskämpfe bis zum 28. Februar und einer Fortsetzung ab dem 1. März die Rede. Durch die erneute Verlängerung des Lockdowns wird die Spielpause nun sicher bis mindestens zum 7. März andauern. Spätestens am Montag, den 8. März, dürfte mit einem Update oder einem Entschluss vieler Landesverbände zu rechnen sein. Die Entscheidungsprozesse im Hintergrund laufen. 

Das TTBW-Präsidium informierte kürzlich in einem Newsletter: „Wird in dieser Saison 2020/21 noch einmal gespielt? Als Verein und Spieler erhalten Sie die Entscheidung in der zweiten März-Woche. Erst dann? Nun, einige Landesverbände treffen vielleicht früher Beschlüsse. Wir wollen den „Baden-Württembergischen Weg” gehen: Einbindung der Entscheidung des Deutschen Tischtennis-Bundes sowie Prüfung der dann gültigen Landesverordnung in unserem Bundesland. Parallel dazu bemüht sich der Hauptausschuss Wettkampfsport um ein Meinungsbild der Basis. Auf Grundlage all dieser Fakten und Informationen trifft das TTBW-Präsidium eine verantwortungsbewusste Entscheidung.”

Ähnlich argumentiert auch TTVN-Geschäftsführer Heinz Löwer. In Niedersachsen wolle man nach einer inhaltlichen Abstimmung mit dem DTTB und den anderen Landesverbänden eine fundierte Entscheidung treffen, „die unseren Vereinen, Aktiven und Funktionären Planungssicherheit gibt.“
 

Mehr zu den Plänen der einzelnen Landesverbände finden Sie auf den jeweiligen Webseiten:

Badischer TTV
Berliner TTV
Bayerischer TTV
FTT Bremen
Hamburger TTV
Hessischer TTV
Pfälzischer TTV
Sächsischer TTV
Saarländischer TTB
Thüringer TTV
TTV Brandenburg
TTV Mecklenburg-Vorpommern
TTV Niedersachsen
TTV Rheinland/Rheinhessen
TTV Sachsen-Anhalt
TTV Schleswig-Holstein
TT Baden-Württemberg
Westdeutscher TTV

(FKT/JS)

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