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Update für DTTB-Ligen: Spielabsetzung wegen Risikogebiets

Im Risikogebiet Berlin wird Nina Mittelham am Wochenende kein Bundesligaspiel bestreiten (©ttc berlin eastside)

16.10.2020 - Seit Wochen steigen in Deutschland die Zahlen der Corona-Infizierten und viele Städte und Kommunen wurden bereits zum Risikogebiet erklärt. Das bedeutet, dass innerhalb von sieben Tagen mehr als 50 Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner gemeldet wurden. Was passiert, wenn eine Mannschaft eines angesetzten Tischtennisspiels aus einem Risikogebiet kommt? Der DTTB hat auf diese Frage am Donnerstag eine Antwort für die Bundesspielklassen gegeben.

Was tun, wenn ein Meisterschaftsspiel in einem Risikogebiet stattfinden soll? Oder wenn die Gastmannschaft aus einem Risikogebiet anreisen möchte? Von Seiten der Politik dringt die Bitte an die Bürger, unnötige Reisen in und aus Risikogebieten zu vermeiden, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Doch wäre es mit den Regeln vereinbar, ein Spiel aus diesem Grund abzusetzen? An dieser Stelle hat der DTTB am Donnerstagabend nachgeholfen und Klarheit für die Bundesspielklassen, also alle Ligen ab der Oberliga aufwärts mit Ausnahme der TTBL, geschaffen. In seinen „COVID-19-Regieanweisungen für die Bundesspielklassen“ ergänzte der Verband, dass ein Mannschaftskampf auf Antrag abgesetzt werden kann, wenn die Austragungsstätte oder einer der beiden beteiligten Vereine bereits oder absehbar einem Risikogebiet zuzuordnen ist. Damit wird in den oberen Ligen, in denen Reisen in andere Teile Deutschlands an der Tagesordnung stehen, neuer Handlungsspielraum geschaffen. Für die Ligen darunter sind die Bestimmungen der jeweiligen Landesverbände maßgeblich.

Der Antrag auf Spielabsetzung kann sowohl vom Heim- als auch Gastverein gestellt werden, darf frühestens sieben Tage und spätestens 48 Stunden vor dem angesetzten Spiel an den Spielleiter gestellt werden. Spätestens 24 Stunden vor Spielbeginn muss dieser eine Entscheidung fällen. Dabei soll in Betracht gezogen werden, ob das Spiel an einem anderen Ort ausgetragen oder das Heimrecht getauscht werden könnte. Im Fall des ttc berlin eastside ist die Entscheidung schon gefallen: Die für dieses Wochenende geplanten Heimspiele des Bundesligisten gegen Kolbermoor und Bingen/Münster-Sarmsheim wurden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Die Aussetzung des Spielbetriebs in den Bundesspielklassen ist laut DTTB-Präsident Michael Geiger aber zum jetzigen Zeitpunkt noch kein Thema: „Unsere Aufgabe ist, die Entwicklung des Tischtennissports voranzutreiben. Wenn der Gesetzgeber sportliche Kontakte unterbinden will, muss er auch ein klares Verbot aussprechen. Wir müssen ihn nicht rechts überholen und den Spielbetrieb verbieten, wenn zwei Mannschaften spielbereit sind und es entsprechende Schutzkonzepte gibt.“ Auf einheitliche Regelungen zum Spielbetrieb in ganz Tischtennis-Deutschland darf man laut DTTB für den weiteren Verlauf der Saison eher nicht hoffen. Grund sei die unterschiedliche Lage in den 18 Landesverbänden, in denen jeweils die Vorgaben der Bundesländer, Landkreise und Kommunen gelten.

(JS/DTTB)

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