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Erste Länder öffnen Hallen - andere zögern noch

Nach den Lockerungen vom 6. Mai könnte es schon bald wieder an die Tische gehen. (©Pixabay/Fabig)

07.05.2020 - Lange wurde auf diesen Tag gewartet. Die am 6. Mai von Bund und Ländern beschlossenen Lockerungsmaßnahmen bringen uns dem gewohnten Alltag während der Coronakrise wieder ein Stück näher. Neben der anhaltenden Diskussion um Bildung, Pflege, Handel, Gastronomie, Tourismus, Kultur oder die Fußball-Bundesliga gibt es seit Mittwoch auch wieder Hoffnung im Freizeit- und Breitensport. Tischtennis wäre dann unter strengen Hygieneregeln wieder möglich.

Die vor zwei Wochen eingeführte Maskenpflicht, die Kontaktbeschränkungen (bis 5. Juni) sowie das bundesweite Verbot von Großveranstaltungen (bis 31. August) bleiben zwar weiterhin bestehen. Kontaktfreier Sport ist in ganz Deutschland seit gestern aber zumindest im Freien wieder erlaubt. Darauf hatte sich Bundeskanzlerin Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder verständigt. Der Startschuss für die Wiederaufnahme des Sports ist gefallen. Um die Rückkehr zu einer ,neuen Normalität' durch das schrittweise Hochfahren des Sportbetriebs zu gewährleisten, wird künftig die Politik der 16 Bundesländer selber entscheiden. Ein Überblick.

NRW prescht vor und wirft zwei Daten in den Raum

Nordrhein-Westfalen sticht unter den Bundesländern heraus und öffnet seine Sporthallen ab dem 11. Mai für den kontaktlosen Sport wieder. Unter einem Höchstmaß an Eigenverantwortung und der Einhaltung der strengen Abstands- und Hygieneauflagen ist zumindest das Training ab Montag wieder möglich. „Das werden vielleicht nicht alle am Montag machen, weil die Konzepte noch nicht fertig sind. Aber die rechtliche Möglichkeit besteht“, wird NRW-Ministerpräsident Armin Laschet vom Deutschlandfunk zitiert. Diese getroffene Maßnahme dürfte für ein kollektives Aufatmen unter allen Sportlern sorgen.

Ab dem 30. Mai soll zudem in geschlossenen Räumen die Ausübung von Wettkämpfen im Amateurbereich für Kinder und Erwachsene wieder zulässig sein. Mit der Lockerung preschte das Land NRW vor und will sogar grünes Licht für Sport mit Körperkontakt geben. Umkleide- und Sanitäranlagen dürfen allerdings noch nicht betreten werden. Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt schraubte die hohen Erwartungen ein wenig zurück und erklärte auf einer Pressekonferenz am Donnerstag, dass es sich bei diesem Datum um eine „Richtgröße“ handele. „Das Infektionsgeschehen wird immer neu bewertet. Es sollten sich also nicht alle auf dieses Datum stürzen", mahnt Andrea Milz zur Vorsicht.

Trainingsbetrieb: DTTB-Hygieneempfehlungen werden angepasst

Doch wie könnten die Trainingsbedingungen (z.B. Doppel) im Tischtennissport genau aussehen? Dazu hatte der DTTB kürzlich 20 Regeln aufgestellt, die empfehlen, unter welchen Umständen der Sportbetrieb wieder hochgefahren werden könnte. Diese basieren auf den zehn Leitplanken, die der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) zuvor festgelegt hatte. Fakt ist, dass für jede Sportart künftig individuelle Regeln gelten. Dadurch, dass nun auch die Freigabe des Kontaktsports ab Ende des Monats im Raum steht, wird das am 20. April veröffentlichte Konzept des DTTB nun sukzessive modifiziert und voraussichtlich am Montag zur Prüfung an den DOSB weitergereicht. 

Details zu den strengen Hygienebedingungen für Vereine und Hallenbetreiber will die Landesregierung zeitnah benennen. „Zusammen mit den Landesverbänden nehmen wir aktuell noch einmal leichte Modifizierungen vor, um die hygienischen Maßnahmen möglichst praktikabel zu gestalten", sagte DTTB-Präsident Michael Geiger. Die Bestätigung der Hallenöffnung fasste Geiger als erfreuliche Nachricht auf. Die neuesten Entwicklungen werden jedoch weiterhin genau im Auge behalten. „Der Sport hat sehr schnell Konzepte vorgelegt, die es nun den Bundesländern ermöglichen, individuelle Schritte zu unternehmen, den Hallensport wieder zuzulassen. Erste positive Signale gibt es aus Nordrhein-Westfalen, andere Bundesländer werden sicher folgen.“

Hessen zieht nach - Andere Bundesländer sind noch vorsichtig

Auch in Schleswig-Holstein (ab 18. Mai) und Hessen hat sich etwas getan. Ministerpräsident Volker Bouffier ließ gegenüber der FAZ verlauten, dass Turnhallen schon am kommenden Samstag (9. Mai) unter vergleichbaren Voraussetzungen in Sachen Hygiene wieder aufmachen. Im Rest von Deutschland bleiben die meisten Hallen dagegen vorerst (noch) dicht. Beispielsweise in BayernBaden-Württemberg oder Niedersachsen ist der kontaktlose Individualsport nur auf Freiluftsportanlagen (z.B. Parks, Wiesen usw.) durchführbar. Der BTTV steht im ständigen Austausch mit dem bayerischen Landessportverband.

„Außer den Bundes- und Kaderathleten darf noch niemand in der Halle trainieren. Aber auch die Berufssportler müssen erstmal eine Halle finden, die offen ist", sagt Nils Rack, der stellvertretende Geschäftsführer des BTTV. Sollten die vielversprechenden Lockerungen greifen, könnte im Tischtennissport vielleicht schon bald wieder etwas mehr Normalität einkehren. Welche Auswirkungen die Maßnahmen wirklich mit sich bringen, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen. Vieles hängt dabei aber auch von den Kreisen und Kommunen ab.

Die Regelungen der einzelnen Bundesländer im Überblick

(FKT/DTTB/Landessportbünde/Landesministerien) 

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