WM 2022

Roßkopf zu Nominierung: "WRL hat keine Aussagekraft"

Jörg Roßkopf setzt in Chengdu auf ein verjüngtes Team (©ETTU)

22.09.2022 - Mit der Nominierung seiner WM-Mannschaft für Chengdu hat Bundestrainer Jörg Roßkopf nicht nur unter deutschen Fans für eine Überraschung gesorgt. Die meisten vermissten das deutsche Olympia-Trio im Aufgebot, einige hätten aber auch dem Contender-Sieger von Almaty, Ruwen Filus, oder dem in der Weltrangliste gut platzierten Kilian Ort den Vortritt gelassen. Im Gespräch mit den Kollegen des Magazins tischtennis erläutert Roßkopf seine Entscheidung.

Im Kommentarbereich von myTischtennis.de und in den sozialen Netzwerken gab es angeregte Diskussionen über die Nominierung der Herren für die Mannschafts-Weltmeisterschaft in Chengdu, die am 30. September beginnt. Das erfolgreiche Silbertrio der Olympischen Spiele in Tokio, Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov und Patrick Franziska, ist nicht dabei. Dafür wird Europameister Dang Qiu das verjüngte Team anführen, das außer ihm noch Benedikt Duda, Ricardo Walther, Kay Stumper sowie Fanbo Meng umfasst (zum Bericht). 

Warum sind Filus und Ort nicht dabei?

Verwundert zeigten sich nach der Nominierung von Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf einige Fans darüber, dass Ruwen Filus, der zuletzt mit einem Sieg über Lin Yun-Ju im Endspiel des WTT Contenders in Almaty aufhorchen ließ, oder der in der Weltrangliste noch vor Walther, Meng und Stumper platzierte Kilian Ort nicht im Kader stehen. Roßkopf, der für die Oktoberausgabe des Magazins tischtennis (erscheint am 30. September) ein ausführliches Interview gegeben hat, erläutert seine Wahl: „Ruwen wäre sicher dabei gewesen. Er hat aber aufgrund seiner familiären Situation gesagt, dass er nicht so lange von Zuhause wegbleiben möchte.“ 

Bei Kilian Ort sieht der Bundestrainer aufgrund der jüngsten Verletzungen die Gefahr eines Ausfalls während des Turniers. „Kilian war lange beziehungsweise immer wieder verletzt. Er hat in der Bundesliga gespielt und sich wieder verletzt. Bei der WM brauchen wir fitte Spieler, die durchspielen können. Das war bei Kilian in letzter Zeit nicht der Fall“, erklärt Roßkopf. Er solle sich auskurieren und längere Zeit trainieren und Wettkämpfe spielen. „Dann ist er ein Spieler, der wieder dabei ist“, sagt der Bundestrainer. Roßkopf betont zudem: „Aktuell kann man nach der Weltrangliste keine Mannschaft nominieren, weil sie mit einem guten und einem schlechten Ergebnis bei einem Turnier komplett durcheinandergeworfen wird. Man muss sehen, was leistet der Spieler? Unter welchen Voraussetzungen hat er das Turnier gespielt? Für mich hat die Weltrangliste momentan überhaupt keine Aussagekraft.“

Erstmals keine Punkte für Einzel-Weltrangliste

Dass bei der Team-WM in Chengdu erstmals keine Punkte für die Einzel-Weltrangliste verteilt werden, bedauert Roßkopf. Er misst dem Turnier nach den Olympischen Spielen den höchsten Stellenwert bei: „Eine WM ist ein herausragendes Turnier genau wie Olympia oder eine EM.“ Früher konnte man bei großen internationalen Teamwettbewerben mit jedem Einzelsieg auch noch 250 Punkte für das individuelle Ranking gewinnen. Anfang 2021 informierte die ITTF über die Neuerung bezüglich der Punktevergabe, so dass schon bei den Olympischen Spielen in Tokio keine Punkte für gewonnene Mannschaftseinzel mehr verteilt wurden. Das Turnier in Chengdu ist nun die erste Team-WM, bei der die neue Regelung greift.

Ein ausführliches Interview mit Jörg Roßkopf lesen Sie in der Oktoberausgabe des Magazins tischtennis.

(Philip Stallmeister/JS)

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