EM 2022

EM: Bitteres Einzel-Aus für Kaufmann und Schreiner

Annett Kaufmann musste nach ihrer bitteren Niederlage getröstet werden. (©Gohlke)

17.08.2022 - Am Mittwochvormittag hat bei der Individual-EM in München die Hauptrunde in den Einzel-Wettbewerben begonnen. Sieben DTTB-Damen kämpften zurnächst um den Einzug in die Runde der letzten 32. Bis auf die im bisherigen Turnierverlauf so stark aufspielenden Youngsters Annett Kaufmann und Franziska Schreiner lösten alle deutschen Spielerinnen das Ticket für die nächste Runde. Besonders die Auftritte von Kaufmann und Schreiner waren an Dramatik kaum zu überbieten.

Was für ein bitterer Tag für Annett Kaufmann. Zum ersten Mal in ihrer noch jungen Karriere qualifizierte sich die 16-Jährige für das Hauptfeld bei einer Individual-EM. Nachdem die Böblingerin die Qualifikation ohne große Mühe überstanden hatte, wartete in der Runde der letzten 64 die Polin Natalia Bajor. Dass die deutsche Nachwuchshoffnung mit der Weltranglisten-75. ein schweres Los erwischen sollte, bekam sie direkt mal zu spüren. Den ersten Rückstand konnte Kaufmann schnell korrigieren, doch in den Sätzen drei und vier behielt Bajor den längeren Atem und stellte auf 3:1. Kaufmann schlug zurück und holte in der Folge viele wichtige Punkte. Im Entscheidungssatz sah die U19-Europameisterin dann schon wie die sichere Siegerin aus und lag mit 6:2 und 8:5 vorne. Dann aber zeigte sie Nerven und verlor denkbar unglücklich mit 9:11.

Der Applaus und die aufmunternden Worte ihrer Trainerin Lara Broich konnten sie zunächst nicht trösten. Die junge Deutsche war den Tränen nahe und nahm ihr Handtuch so schnell nicht mehr vom Kopf. Für die 16-Jährige war es unmittelbar nach Spielende noch nicht möglich ein Fazit zu ziehen. "Ich bin voller Emotionen. Ich glaube, im Nachhinein kann ich viel aus diesen Spielen lernen, damit ich weiß, was ich in Zukunft machen bzw. trainieren muss", sagte Kaufmann mit etwas Abstand.

Während Kaufmanns Aufholjagd nicht belohnt wurde, bewies Franziska Schreiner im Duell gegen Maria Xiao zunächst ebenfalls eindrucksvolle Comeback-Qualitäten. Wie ihre Doppelpartnerin lief auch die Langstädterin einem 1:3-Rückstand hinterher. Dank einer Leistungsexplosion konnte die 20-Jährige die Partie noch ausgleichen und sich einen 9:2-Vorsprung im entscheidenden siebten Satz erspielen. Doch dann verlor auch Schreiner den Faden und gab das Spiel noch aus der Hand. Sie verlor mit 9:11. Der Stachel saß dementsprechend tief. 

Winter, Han und Shan souverän

Erfreulicher lief es dagegen für Sabine Winter. Die Lokalmatadorin flimmerte nicht nur live über den ZDF-Bildschirm. Die 29-Jährige rundete den klaren 4:0-Erfolg über Oceane Guisnel aus Frankreich zudem mit einem sehenswerten Ballwechsel ab. „Es ist sehr schön, wie das Publikum hinter mir gestanden hat. Zum Glück habe ich ein souveränes Spiel abgeliefert. Meine Gegnerin war bei den offenen Ballwechseln sehr druckvoll. Aber ich habe ihr mein Spiel gut aufgezwungen“, analysierte die Schwabhausenerin, die es am Donnerstag mit der Rumänin Irina Ciobanu zu tun bekommt. 

Han Ying dagegen misst sich nach ihrem lockeren 4:0-Auftaktsieg gegen Dragana Vignjevic aus Serbien mit der Schwedin Christina Källberg. „Ich bin zufrieden mit meiner Leistung. Im ersten Satz dachte ich mir, es würde schwieriger. Aber die letzten drei waren ganz okay. Vor dem ersten Spiel ist man ja immer unsicher, aber jetzt bin ich definitiv ruhiger“, sagte die routinierte Abwehrspielerin mit Blick auf den nächsten Turniertag. Auch Shan Xiaona ließ gegen die Rumänin Tania Plaian nichts anbrennen, weiter geht’s gegen die Polin Katarzyna Wegrzyn. 

Mittelham mit Anlaufschwierigkeiten – deutsches Duell gegen Yuan Wan

Zu guter Letzt waren Nina Mittelham und Yuan Wan im Damen-Feld gefordert. Die Weinheimerin bog einen 0:2-Rückstand gegen die Tschechin Katerina Tomanovska noch um. Mittelham verlor gegen die 17-jährige Französin Charlotte Lutz zwar den ersten Satz, wurde ihrer Favoritenrolle danach allerdings locker gerecht. „Die ersten beiden Sätze habe ich nicht in mein Spiel gefunden. Ich war nach der Verspätung noch nicht bereit. Dann habe ich mich gesammelt und richtig reingebissen. Ich bin sehr happy, dass ich für Peti nachrücken durfte“, strahlte die Freundin von Geburtstagskind Anton Källberg, die am Donnerstag im deutsch-deutschen Duell auf Nina Mittelham trifft. „Ich bin der Underdog und habe nichts zu verlieren und versuche jeden Ball zu genießen.“


Die Spiele der Deutschen im Überblick:

Damen-Einzel

1. Hauptrunde (letzte 64)
Han Ying - Dragana Vignjevic SRB 4:0 (5,1,3,2)
Sabine Winter - Oceane Guisnel FRA 4:0 (6,9,5,11)
Annett Kaufmann - Natalia Bajor POL 3:4 (-7,9,-10,-7,10,8,-9)
Franziska Schreiner - Maria Xiao ESP 3:4 (-7,-4,7,-7,8,6,-9)
Shan Xiaona - Tania Plaian ROU 4:0 (7,5,8,11)
Nina Mittelham - Charlotte Lutz FRA 4:1 (-10,7,8,6,3)
Yuan Wan - Katerina Tomanovska CZE 4:2 (-4,-6,4,7,5,9)

2. Hauptrunde (letzte 32)
Han Ying - Christina Källberg SWE, Donnerstag 10 Uhr
Sabine Winter - Irina Ciobanu ROU, Donnerstag 10.50 Uhr
Shan Xiaona - Katarzyna Wegrzyn POL, Donnerstag 10.50 Uhr
Nina Mittelham - Yuan Wan, Donnerstag 16.35 Uhr

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(FKT)

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