Paralympics 2021

Para-TT: Kein Tokio-Ticket für deutsches Team

Jochen Wollmert hofft nach dem verpassten Sieg in Lasko auf eine Wild Card für die Paralympics (©ITTF)

06.06.2021 - Es war die letzte Chance, sich einen Startplatz für die Paralympics in Tokio zu erspielen. Im slowenischen Lasko trafen sich in den vergangenen Tagen mehr als 200 Sportler aus über 50 Ländern, um die letzten 21 Tickets für das Top-Event des Jahres zu ergattern. Deutschland hatte 15 Eisen im Feuer, darunter auch den dreifachen Paralympics-Einzelsieger Jochen Wollmert - einen Startplatz für Tokio konnte jedoch keiner von ihnen gewinnen.

„The winner takes it all“ - unter diesem Motto hätte das dreitägige Paralympics-Qualifikationsturnier in Slowenien stehen können. Denn einen Startplatz für das nach den Olympischen Spielen in Tokio stattfindende Großevent im Behindertensport gab es nur für die Sieger der einzelnen Wettkampfklassen. 21 Tickets für einen Flug in Japans Hauptstadt wurden auf diese Weise vergeben - die deutschen Starter, die darauf gehofft hatten, sich zu ihren acht bereits qualifizierten Kollegen, wie Thomas Schmidberger, Sandra Mikolaschek oder Thomas Brüchle, gesellen zu dürfen, gingen jedoch leer aus. 

Deutsches Trio im Finale

Dabei waren ein paar von ihnen ganz nah dran, schafften es ins Finale ihrer Wettkampfklasse und durften somit im direkten Duell um den Tokio-Startplatz kämpfen. Der bekannteste von ihnen ist Jochen Wollmert, der seit 1992 bei jeden Paralympics dabei war, dreimal Gold im Einzel gewinnen konnte und in Tokio seine achten Paralympics bestreiten wollte. Nachdem er die Vorrunde ohne Satzverlust als Gruppenerster abgeschlossen hatte, marschierte der an Position zwei Gesetzte ins Endspiel gegen Maksym Chudzicki. Die ersten zwei Sätze gingen knapp auf die Seite des Polen, im zweiten Durchgang hatte Wollmert bereits mit 10:8 geführt. Am Ende verlor der Deutsche dann aber trotzdem mit 0:3.

Auch Tiziana Oliv hatte es in der Wettkampfklasse 7 der Damen überraschend bis ins Endspiel geschafft. Nach ihrem Sieg über die topgesetzte Argentinierin Gizelle Munoz im Halbfinale bot sie im alles entscheidenden Match der Norwegerin Nora Korneliussen Paroli, gewann den ersten Satz und gestaltete die folgenden eng. Der Sieg und damit das Ticket für Tokio gingen jedoch mit 3:1 an die Norwegerin. Jörg Didion teilte in der Wettkampfklasse 5 dasselbe Schicksal. Er war trotz einer Niederlage in der Vorrunde als Gruppenerster in die K.o.-Runde gegangen, hatte sich im Halbfinale gegen den Türken Hamza Caliskan durchgesetzt, war dann aber mit 0:3 am topgesetzten Briten Jack Hunter Spivey gescheitert. 

Hoffnung auf Wild Card

Für ihre Kollegen war das Turnier in Lasko bereits vorher beendet. Marlene Reeg schied im Halbfinale gegen die topgesetzte Türkin und spätere Siegerin Merve Demir mit 0:3 aus und Florian Hartig verlor sein Halbfinale gegen den Koreaner Kim Chang Gi ebenfalls ohne Satzgewinn. Joshua Wagner (WK 8) und Yannik Rüddenklau (WK 9) schafften es zwar auch, sich für die K.o.-Runde zu qualifizieren, mussten dort aber schnell klein beigeben. Für Janina Sommer (WK 1-2), Stephanie Andree (WK 3), Lisa Hentig (WK 4), Lena Kramm (WK 9), Tim Bunte (WK 2), Maximilian Zuber (WK 4), Benedikt Müller (WK 6) und Mio Wagner (WK 10) war der Traum von Tokio bereits in der Vorrunde ausgeträumt. Eine letzte Chance haben aber auch diejenigen noch, die Lasko mit leeren Händen verließen: Noch besteht die Hoffnung auf eine der Wild Cards, die wohl noch in diesem Monat vergeben werden. 
 

Bereits für die Paralympics qualifizierte deutsche Spieler: Thomas Schmidberger, Thomas Brüchle (beide WK 3), Sandra Mikolaschek (WK 4), Valentin Baus (WK 5), Stephanie Grebe, Thomas Rau (beide WK 6), Björn Schnake (WK 7), Juliane Wolf (WK 8)

Einen ausführlichen Bericht zur Vorbereitung der Paralympics-Starter finden Sie in der Juni-Ausgabe des Magazins tischtennis.

Alle Ergebnisse des Quali-Turniers in Lasko

(JS)

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