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Spaltung in der ITTF? Zwei Offizielle schießen quer

ITTF-Präsident Thomas Weikert weist die Anschuldigungen der Funktionäre zurück. (©ITTF)

08.05.2020 - Zwei der höchsten Funktionäre des Internationalen Tischtennisverbands (ITTF) haben eine Oppositionskampagne gestartet, um einen geeigneten Kandidaten zu finden, der 2021 gegen ITTF-Präsident Thomas Weikert antritt. Weikert selbst hat sich massiv gegen die „diskreditierenden" Anschuldigungen gewehrt und behauptet, keiner der beiden habe im Vorfeld in irgendeiner Weise Einwände gegen seine Führung erhoben.

Thomas Weikert war Gegenstand eines kritischen Briefes, der gemeinsam vom stellvertretenden ITTF-Präsidenten Khalil Al-Mohannadi und der geschäftsführenden Vizepräsidentin für Finanzen, Petra Sörling, verfasst wurde. Darin wurde Weikerts Fähigkeit zur Führung des weltweiten Gremiums in Frage gestellt. Die Funktionäre verliehen ihrer Hoffnung Ausdruck, dass er im nächsten Jahr nicht wiedergewählt wird. Der Deutsche sagte dazu gegenüber insidethegames, dass er die „pauschalen und nicht näher spezifizierten Behauptungen", die in der Erklärung aufgestellt wurden, klar zurückweise. 

Weikert: „Keiner von ihnen hatte sich mit mir in Verbindung gesetzt!"

In dem Brief, den der Schwedische Tischtennisverband an die ITTF-Mitglieder schickte, behaupteten die beiden hochrangigen Funktionäre, sie böten „eine neue Richtung für die ITTF-Mitgliedschaft unter der Führung eines neuen Präsidenten" an. Al-Mohannadi und Sörling äußerten mehrere Bedenken über Weikerts Management, die von seinem Umgang mit der Coronakrise bis hin zu Behauptungen reichten, dass er seine eigenen Interessen über die des Verbandes gestellt habe.

Einige mögen darauf hinweisen, dass Al-Mohannadi und Sörling offenbar auch Politik betreiben - in einer Zeit, in der die Verbände (darunter auch die ITTF) wegen der Pandemie und der finanziellen Auswirkungen der Entscheidung, die Olympischen Spiele 2020 in Tokio zu verschieben, ums Überleben kämpfen. „Die Beschwerdeführer sind Mitglieder des Exekutivkomitees, des höchsten Leitungsgremiums der ITTF", sagte Weikert.

Weikert will sich zur Wiederwahl stellen

Dazu führte der 58-Jährige weiter aus: „Sie haben in den sechs Sitzungen und Videokonferenzen, die in den vergangenen sechs Monaten stattgefunden haben, diskreditierende Anschuldigungen erhoben, ohne jemals relevante Beschwerden eingereicht zu haben." Die entsprechenden Protokolle seien alle genehmigt. Weikert sei zuvor keine Gelegenheit gegeben worden, sich zu dieser Thematik zu äußern. „Soweit mir bekannt ist, haben sie ihren Brief veröffentlicht, ohne die anderen Vorstandsmitglieder zu informieren. Keiner von ihnen hatte sich jemals mit mir in Verbindung gesetzt, um mögliche Probleme, die sie mit mir oder meinem Führungsstil haben könnten, zu besprechen", so der Präsident.

Al-Mohannadi und Sörling kritisierten Weikert auch dafür, dass er seine Behauptung, er werde bei seiner Wahl 2017 nur eine einzige vierjährige Amtszeit als Präsident absolvieren, anscheinend nicht einhalten würde. Weikert, der dieses Amt seit der Ablösung von Adham Sharara (2014) führt, erklärte bereits im Februar seine Absicht, sich zur Wiederwahl stellen zu wollen. Der Deutsche ließ durchklingen, dass er von einigen Mitgliedsverbänden der ITTF ermutigt worden sei, für eine zweite Amtszeit zu kandidieren, und sagte, er wolle auf der Arbeit aufbauen, die er in den ersten vier Jahren seiner Amtszeit geleistet habe.

Der Präsident möchte den Aufwärtstrend der ITTF stabilisieren

„Nachdem es mir in den ersten Jahren meiner Amtszeit mit der großen Hilfe des gesamten ehren- und hauptamtlichen ITTF-Teams gelungen war, die ITTF in vielen Bereichen zu stärken, war es mir ein Anliegen, diesen Aufwärtstrend zu stabilisieren", sagte Weikert. Darüber hinaus haben ihn einige Mitgliedsverbände ermutigt, weiterzumachen. Noch ist nicht klar, ob der Brief die ersten Schritte in Richtung einer Kandidatur von Al-Mohannadi oder von Sörling darstellt. Al-Mohannadi hatte 2017 eine Kampagne für die Präsidentschaft begonnen, bevor er sich zur Unterstützung des Deutschen zurückzog.

Petra Sörling lehnte ein Statement gegenüber insidethegame ab, sagte aber auch, dass sie nach Abklingen der Pandemie über mehr Informationen verfügen würde. „Es ist in einem demokratischen System auch üblich und legitim, dass andere Kandidaten ebenfalls die ITTF anführen und für das Amt kandidieren wollen", fügte Weikert hinzu. „Die Beschwerdeführer selbst haben nie meine Entscheidung kritisiert, obwohl ich ihnen bereits im Oktober 2019 während einer Sitzung des ITTF-Vorstands mitgeteilt habe, wieder für ein Amt zu kandidieren.“

Weitere Informationen finden sie auf www.insidethegames.biz

(FKT/insidethegames)

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