Jugend-EM

Jugend-EM: Mädchen im Finale, Jungen kämpfen um WM-Quali

Franziska Schreiner gewann gegen Frankreich beide Einzel (©Steinbrenner)

11.07.2019 - Wenn bei der Jugend-EM in Ostrava am Donnerstag die Endspiele in den Team-Konkurrenzen beginnen, wird auch eine DTTB-Auswahl dabei sein. Die Mädchen haben sich durch einen Halbfinalsieg gegen Frankreich dafür qualifiziert und gleichzeitig das Ticket für die Jugend-WM gelöst. Für die Jungen, Schüler und Schülerinnen kam dagegen jeweils in der Vorschlussrunde gegen Russland mit 1:3 das Aus, was für diese drei Teams Bronze bedeutet, auch wenn die Jungen aufgrund der WM-Qualifikation noch um Platz drei spielen müssen.

Mädchen: Große Freude über den Finaleinzug und die WM-Qualifikation
Als Franziska Schreiner ihren Matchball gegen Isa Cok verwandelte, gab es für Laura Tiefenbrunner, Yuki Tsutsui, Anastasia Bondareva, Sophia Klee und Bundestrainerin Dana Weber kein Halten mehr. Die Fünf stürmten die Box und bildeten eine Jubeltraube. Durch den 3:1-Sieg gegen Frankreich erreichte das DTTB-Team das Finale gegen Russland am Donnerstag. Spielbeginn ist um 17.30 Uhr. Doch damit nicht genug: Auch bei den Jugend-Weltmeisterschaften wird die Mannschaft, dann allerdings nur mit vier Spielerinnen, vertreten sein. „Wir haben unser Ziel sogar übertroffen“, verriet Anastasia Bondareva. „Vor den Jugend-Euros wollten wir Dritter werden und zur JWM. Jetzt haben wir sogar schon Silber in der Tasche.“ Dass die 16-Jährige das einzige Spiel verlor, hatte am Ende nur statistischen Wert. „Wir haben eine super Teamleistung gezeigt. Ich bin einfach nur happy.“ Franziska Schreiner präsentierte sich gegen die Französinnen in einer sehr starken Form und gewann sowohl gegen Camille Lutz (3:1) als auch gegen Isa Cok (3:0). „Für mich war es heute das erste Halbfinale bei einer Jugend-EM. Ich habe mich nicht unter Druck gesetzt, sondern die Atmosphäre einfach nur genossen.“ Eine Taktik, die aufging, denn die 17-Jährige setzte die ausgegebene Marschroute nach eigener Ansicht „sehr gut um“. Einen ganz wichtigen Punkt zum Gesamterfolg steuerte Sophia Klee bei, die Marie Chapet beim 11:4, 11:9 und 11:2 nicht den Hauch einer Chance ließ. „Meine Gegnerin war heiß, denn für sie war es der erste Auftritt bei diesem Turnier.“ Dass großer Druck auf den schmalen Schultern von Klee beim Zwischenstand von 1:1 liegen würde, war der deutschen Jugendmeisterin bewusst. „Damit kam ich gut zurecht und bin mit meiner Leistung auch zufrieden.“ Dana Weber zollte der gesamten Mannschaft ein großes Kompliment. „Wir sind sehr gut in das Spiel reingekommen. Es war wichtig, dass aufgrund der Auslosung Franziska direkt das erste Spiel macht.“ Mit einer Prognose für das Finale gegen Russland hält sich die Bundestrainerin zurück. „Alles ist möglich.“ Anastasia Bondareva stellt klar, „dass wir bereit sind, den Topfavoriten herauszufordern“. Franziska Schreiner ist „guter Dinge. Wir haben nichts zu verlieren.“

Jungen: Russland erweist sich als eine Nummer zu stark
„Jetzt werden wir schon Gruppensieger und bekommen Russland im Halbfinale“, ärgerte sich Kay Stumper über die Auslosung, denn das Team aus Osteuropa hatte die Vorrunde hinter Aserbaidschan nur auf Platz zwei abgeschlossen. Stumper gewann seine Partie gegen Maksim Grebnev in fünf hart umkämpften Sätzen. Sein zweites Einzel musste der deutsche Jugendmeister jedoch mit 0:3 gegen Vladimir Sidorenko abgeben. Für den Deutschen, der im ersten (10:8) und zweiten Satz (7:4) vermeintlich komfortable Führungen verspielte, war es die erste Niederlage in Ostrava. „Ich hatte mir den Sieg zugetraut. Leider hat es nicht geklappt.“ JEM-Debütant Dominik Jonack erhielt nicht zuletzt aufgrund seiner bis dato weißen Weste und drei Siegen erneut das Vertrauen von Bundestrainer Zhu Xiaoyong geschenkt. Doch gegen Sidorenko musste auch Jonack das erste Mal die Box als Unterlegener verlassen. „In den entscheidenden Phasen sind mir zu leichte Fehler unterlaufen“, analysierte der 18-Jährige. Felix Wetzel war gegen den U18-Weltranglistenersten Lev Katsmann ohne Chance. Trotzdem war der Linkshänder nach seinem dritten Einsatz in Tschechien nicht unzufrieden. „Das war mein bestes Spiel bislang. Leider habe ich in jedem Satz von Beginn an zurückgelegen. Kleinigkeiten waren am Ende für die Niederlage ausschlaggebend.“ Zhu Xiaoyong bezeichnete das 1:3 als ein „gutes Resultat. Mehr war nicht möglich. Die Jungs haben durchschnittlich und nicht überragend gespielt.“ Am Donnerstag steht für das DTTB-Team noch die Partie um Platz drei auf dem Programm. Ab 13 Uhr kommt es zum Duell mit Belgien. Der Sieger qualifiziert sich für die Jugend-Weltmeisterschaften. „Belgien ist der Favorit. Die Chancen stehen 20:80“, so Stumper pessimistisch.

Schüler: Russland stoppt Erfolgsserie der Jeler-Schützlinge
Fünf Spiele hatte das Quartett von Bundestrainerin Eva Jeler in Folge gewonnen. Der Siegeszug wurde im Halbfinale von Russland gestoppt. „Die Niederlage ist verdient. Russland war ganz einfach besser. Uns wurden ein paar Chancen angeboten, die wir aber leider nicht genutzt haben“, bilanzierte Jeler nach der 1:3-Niederlage. Felix Köhler verlor das Auftaktspiel gegen Vladislav Makarov in drei Abschnitten. „Ich hatte im ersten und zweiten Satz gute Chancen“, erinnert sich der 15-Jährige. Mike Hollo gelang durch einen 3:0-Erfolg gegen Abwehrspieler Denis Izumrudov der 1:1-Ausgleich. „Das war erst mein zweiter Sieg gegen Izumrudov“, verriet der EM-Dritte des vergangenen Jahres. Das vorentscheidende Doppel gaben Hollo/Köhler, die in Ostrava das erste Mal zusammen spielten, gegen Vladislav Makarov/Sergey Ryzhov mit 1:3 ab. Nach neun Siegen in Folge kassierte Mike Hollo anschließend seine erste Niederlage im Einzel und musste sich Makarov mit 1:3 geschlagen geben. „Ich habe nach einem guten Start leider nachgelassen. Warum, weiß ich auch nicht.“ Die Bundestrainerin sah nicht nur eine sehr starke russische Mannschaft, „sondern auch einen kleinen Substanzverlust bei meinen Jungs. Um gegen Russland zu gewinnen, darfst du dir keine Schwäche erlauben. Leider waren wir nicht ganz auf der Höhe wie noch in den Spielen zuvor bei diesem Turnier.“ Die Enttäuschung bei den DTTB-Akteuren war unmittelbar nach der Begegnung zu spüren. „Mit ein wenig Abstand wird die Freude über Bronze aber überwiegen. Da bin ich mir sicher“, stellte Felix Köhler klar.

Schülerinnen: Nach der Enttäuschung folgt die Freude über Bronze
„Wenn mir vor dem Turnier jemand gesagt hätte, dass wir in das Halbfinale kommen und Bronze gewinnen, hätte ich das sofort unterschrieben“, verriet Bundestrainerin Lara Broich nach der 1:3-Halbfinalniederlage gegen Russland. „Trotz des Ausscheidens hat die Mannschaft eine Top-Leistung gezeigt und wichtige Erfahrungen gesammelt.“ Mit Annett Kaufmann, Jele Stortz und Mia Griesel gehören schließlich drei der vier Spielerinnen dem Jahrgang 2006 an. Das Trio darf damit noch zweimal bei einer Jugend-Europameisterschaft im U15-Bereich an den Start gehen. In der Partie gegen Russland legte die DTTB-Auswahl einen, so Broich, „super Start hin“. Annett Kaufmann setzte sich in vier Sätzen gegen Vlada Voronina durch. Anschließend verlor Naomi Pranjkovic mit 0:3 gegen Alina Zavarykina. „Ich hatte komplett den Faden verloren. Es funktionierte nichts“, gab die deutsche Schülermeisterin zu Protokoll. Im anschließenden Doppel stellte die Bundestrainerin erstmals in Ostrava Kaufmann an der Seite von Jele Stortz auf. „Wir haben ganz gut gespielt. Am Ende waren unsere Bälle jedoch nicht mehr platziert genug“, so Stortz in der Spielanalyse. Nach der 1:3-Niederlage von Pranjkovic gegen Voronina war die Partie beendet. „Ein wenig hat mir das Selbstvertrauen gefehlt, denn eigentlich hätte ich das Spiel genauso gut auch gewinnen können“, sagte die 14-Jährige. „Trotzdem freue ich mich über Bronze.“ Zu dem gleichen Resultat kamen auch Jele Stortz und Mia Griesel, während Annett Kaufmann noch mit der Niederlage zu kämpfen hatte. „Jetzt bin ich erst einmal enttäuscht“, so die Linkshänderin.

Zu den Ergebnissen auf Seite zwei!

(DTTB/DK)

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