WM 2019

WM der Sensationen: Fan Zhendong und Harimoto raus!

Der bisher größte Moment in seiner Karriere: Liang Jingkun zieht ins WM-Viertelfinale ein (©Thomas)

25.04.2019 - Wirkliche Sensationen sind im Tischtennissport vor allem bei Großevents meist rar gesät. Zu Favoritenstürzen kommt es zwar hier und da mal, aber dass die Underdogs so häufig das Zepter übernehmen, wie sie es bei der WM in Budapest tun, ist wirklich selten. So wurde der topgesetzte Weltranglistenerste Fan Zhendong von seinem Teamkameraden Liang Jingkun aus dem Wettkampf geworfen und das japanische Wunderkind Tomokazu Harimoto ist ebenfalls ausgeschieden.

Bereits gestern mussten sich einige Topspieler frühzeitig aus der Hungexpo-Halle in Budapest verabschieden. Der Prominenteste von ihnen war natürlich Xu Xin, der überraschender Weise bereits in der dritten Runde von Simon Gauzy überwältigt wurde. Aber auch die Nummer sechs der Welt und beste Japanerin, Kasumi Ishikawa, musste der Hongkong-Chinesin Doo Hoi Kem gratulieren. Dass niemand seinen Platz in den späten Runden bereits reserviert hat, wurde aber auch heute Morgen noch einmal deutlich: Im Herreneinzel musste sich im Achtelfinale bereits so mancher Medaillenkandidat verabschieden, allen voran der topgesetzte Fan Zhendong.

Nächstes Ziel: Weltmeistertitel

Anders als sein Kollege Xu Xin scheiterte er aber nicht an einem Nicht-Chinesen wie Simon Gauzy, sondern an einem Mannschaftskameraden. Liang Jingkun hatte sich beim chinesischen Ausscheidungsturnier hinter Fan Zhendong mit der zweitbesten Leistung empfohlen und ergatterte somit sein zweites WM-Ticket nach der Heimweltmeisterschaft 2015 in Suzhou, wo er allerdings in der Runde der besten 32 an Zhang Jike gescheitert war. Dass er es inzwischen besser kann, bewies Liang im Achtelfinale gegen Fan Zhendong, der zwar den ersten Satz gewann, danach aber schnell mit 1:3 in Rückstand geriet. Zwar verkürzte der Topfavorit noch einmal, die Entscheidung im siebten Satz konnte Liang aber abwenden. Mit 4:2 und völlig verdient zog er ins Viertelfinale ein, wo er morgen auf Koki Niwa treffen wird. „Ich stand mental unter Druck, konnte dies aber nicht gut freisetzen“, erklärte Fan Zhendong, der heute nicht mit seiner Rückhand zufrieden war. „Der Hauptgrund für die Niederlage war die Angst, zu verlieren. Ich habe mich lange Zeit auf dieses Turnier vorbereitet und bin nun ein wenig enttäuscht, dass ich verloren habe.“ Der glückliche Gewinner war mit seiner Leistung sehr zufrieden. „Mein nächstes Ziel ist es, diese Weltmeisterschaft zu gewinnen", erklärte Liang.

Einer, der ihm auf diesem Weg nicht mehr in die Quere kommen wird, ist Tomokazu Harimoto. Das japanische Wunderkind, das sich nach dem Viertelfinal-Aus im Jahr 2017 große Hoffnungen auf eine Medaille - und vielleicht sogar mehr - gemacht hatte, schaffte den Sprung ins Viertelfinale ebenfalls nicht. Sein Gegner An Jaehyun ist laut der Weltrangliste aktuell nur die Nummer zehn in Südkorea und 157. der Welt. Nichtsdestotrotz bot er Harimoto von Beginn an Paroli, holte die 1:0- und später 3:1-Führung und beendete das Spiel im sechsten Satz zu seinen Gunsten. Das bedeutet, dass in der nun folgenden Viertelfinalpartie zwei Spieler gegeneinander antreten werden, die man so nicht unbedingt dort erwartet hätte. Nach Timo Bolls gesundheitsbedingtem Ausscheiden zieht Jang Woojin kampflos in die Runde der besten Acht ein, wo er auf seinen Teamkameraden An treffen wird. 

Falck besiegt Lee Sangsu

Das zweite Viertelfinale in der unteren Hälfte des Turnierbaums wird derweil rein europäisch sein. Dafür sorgte Mattias Falck, der den Bronzemedaillengewinner von Düsseldorf, Lee Sangsu, sensationell mit 4:1 bezwang. Lee hatte gestern noch Patrick Franziska aus dem Wettbewerb geworfen, konnte gegen den Schweden aber nicht viel ausrichten. Falck trifft damit auf den Xu-Xin-Bezwinger Simon Gauzy, so dass schon jetzt klar ist, dass ein Europäer eine Medaille holen wird. Ma Long und Lin Gaoyuan werden derweil das vierte Viertelfinale bilden.

(JS)

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