International

Deaflympics: Keine Medaille für Deutschland, zwei für Keinath

Die deutsche Gehörlosen-Nationalmannschaft kehrt ohne Medaille aus der Türkei zurück (©Facebookseite DGS Tischtennis)

28.07.2017 - Der wichtigste Wettbewerb für gehörlose Sportler, die Deaflympics, ist gestern für die Tischtennisspieler zu Ende gegangen. Wie vier Jahre zuvor konnte das deutsche Team auch im türkischen Samsun keine Medaille gewinnen. Einzig Mark Mechau und die deutsche Herrenmannschaft erreichten das Viertelfinale und kratzten somit an einer Medaille. Der ehemalige deutsche Nationalspieler Thomas Keinath hingegen verpasste im Einzel nur knapp den Titel.

Ob mit oder ohne Gehör - der Medaillenspiegel im Tischtennis hat in beiden Bereichen eine ähnliche Tendenz. Denn auch bei den Deaflympics, den Olympischen Spielen für gehörlose Sportler, steht China mit sieben Goldmedaillen aus sieben Wettbewerben konkurrenzlos ganz oben in der Liste. Die deutsche Flagge sucht man im Medaillenspiegel dagegen vergeblich. Das fünfköpfige DGS-Team Mark Mechau, Sebastian Schölzel, Matthias Knöll, Annalena Moll und Charis Wernhardt schafften den Sprung aufs Treppchen wie schon vier Jahre zuvor in keiner Konkurrenz.

Die besten Chancen auf eine Medaille hatten die deutschen Herren - und unter ihnen vor allem Mark Mechau, der es sowohl im Einzel als auch im Teamwettbewerb bis ins Viertelfinale schaffte. Im Einzel erreichte das deutsche Quintett geschlossen die K.o.-Runde, hier scheiterten jedoch alle außer Mechau bereits im ersten Spiel. Besonders ärgerlich kam die Niederlage für Sebastian Schölzel, der gegen den Inder Ullas Naik bereits mit 3:0 geführt hatte, das Spiel dann aber noch aus der Hand gab. Mechau hatte derweil nach seiner tadellosen Vorrunde ohne Satzverlust in der Runde der besten 32 und im Achtelfinale alle Hände voll zu tun, rettete sich aber jeweils mit 4:3 ins nächste Spiel. Im Viertelfinale bereitete der Taiwaner Wang Yi-Hsiang mit 1:4 seinen Medaillenträumen ein Ende. Ein anderer Deutscher, jedoch mit slowakischem Pass, schaffte es dagegen bis ins Finale. Der ehemalige deutsche Nationalspieler Thomas Keinath musste dem Chinesen Wang Cong nach einem knappen Spiel zum 4:3-Sieg und damit zum Titelgewinn gratulieren. Er selbst durfte sich über Silber im Einzel und über Bronze im Mixed freuen.

Seine Kollegen im deutschen Trikot hatten in dieser Disziplin weniger Glück. Die Duos Mechau/Wernhardt und Moll/Schölzel scheiterten bereits in der ersten Runde. Und auch im Doppel gelangten sie diesmal nicht in Medaillennähe. Für Mechau/Schölzel war in der Runde der besten 32 Schluss, Moll/Wernhardt kämpften sich bis ins Achtelfinale, wo sie allerdings gegen die späteren Silbermedaillengewinnerinnen aus China chancenlos waren. Im Teamwettbewerb der Herren hatte das DGS-Team hingegen noch einmal an der Medaille schnuppern dürfen. Nachdem sie in der Gruppenphase Österreich und Thailand geschlagen hatten, endete die Reise für Mechau, Schölzel und Knöll erst im Viertelfinale mit 0:3 gegen Taiwan. Für die folgenden Platzierungsspiele konnte die Motivation nicht mehr aufrecht gehalten werden, so dass am Ende nur der achte Platz heraussprang. In vier Jahren wird das Team von Bundestrainer Rainer Jungblut einen neuen Anlauf wagen, um irgendwann an die Erfolge der früheren Generationen anschließen zu können.

Alle Ergebnisse finden Sie auf der offiziellen Deaflympics-Webseite!

(JS)

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