Buntes

Saisonstart-Statistik: Mannschaftszahlen sinken weiter

Die Vierermannschaften nehmen den größten Anteil im Mix der Teamstärken ein (©myTT)

14.09.2022 - In den meisten Verbänden wurde - oder wird in Kürze - die Saison 2022/23 mit den ersten Punktspielen eingeläutet. Doch wie haben die Vereine die vergangenen, von der Corona-Pandemie geprägten Spielzeiten überstanden? Wie viele Mannschaften sind in dieser Saison überhaupt noch in deutschen Ligen zu finden? Und zeichnen sich regionale Tendenzen ab? Wir liefern Ihnen pünktlich zum Saisonstart einen statistischen Überblick.

Wird diese Saison möglicherweise die erste sein, in der in allen Verbänden wieder eine Hin- und Rückrunde durchgespielt wird? Oder muss die Spielzeit auch diesmal vielerorts wegen steigender Infektionszahlen unterbrochen oder verkürzt werden? Viele Mannschaften starten aktuell deutschlandweit voller Hoffnung in die neue Saison. Doch wie viele sind es genau - gerade auch im Vergleich zu der Zeit, als Corona nur eine Biermarke oder das lateinische Wort für „Krone“ war? Tatsächlich hat sich der Abwärtstrend, den man bereits in der letzten ‚Corona-freien‘ Saison 2018/19 beobachten konnte, fortgesetzt. 33.076 Teams werden in der Spielzeit 2022/23 in den Ligen der click-TT-Verbände aktiv sein. Das sind 4940 Mannschaften weniger als in der Saison 2018/19, als noch 38.016 Teams gemeldet waren. Diese Tendenz passt zur Statistik der aktiven Spieler: Im August 2019 konnten noch 250.000 Spieler als aktiv bezeichnet werden (was sich in diesem Fall auf ganz Deutschland, also auch auf die TischtennisLive-Verbände bezieht), wenn man mindestens ein bestrittenes Spiel in den vergangenen zwölf Monaten als Maßstab für eine vorhandene Aktivität zu Hilfe nimmt. 2022 sind es dagegen nur noch 190.000 Spieler, die im vergangenen Jahr den Schläger in der Hand hatten.

Größte Verluste bei großen Verbänden

Dieser Trend ist in allen click-TT-Verbänden zu beobachten. Dabei fällt auf, dass besonders die großen Verbände - wie der WTTV, TTVN oder TTBW - prozentual bedeutende Verluste hinnehmen mussten. Der größte Landesverband, der ByTTV, kommt da verhältnismäßig gut weg, allerdings muss hier mit berücksichtigt werden, dass die Bayern bereits mit ihrer großen Umstrukturierung begonnen haben, in deren Rahmen alle Ligen bis 2025 auf Vierermannschaften umgestellt werden. Wenn man von der Mannschaftsstärke auf die Spielerzahl schließt und Letztere einfach hochrechnet, würden die Bayern die Liste der Verbände mit den größten Verlusten sogar anführen. Dies ist allerdings keine belastbare Statistik - gerade, wenn man bedenkt, dass sich viele Spieler inzwischen nur noch für einzelne Matches aufstellen lassen, so dass die Zahl der gemeldeten Spieler pro Mannschaft sehr viel höher als die eigentliche Teamstärke sein dürfte. Die geringsten Verluste musste übrigens der Tischtennisverband Mecklenburg-Vorpommern hinnehmen, der nur neun Mannschaften und damit 4,38 % verloren hat, dafür aber mit 415 Teams insgesamt auch zu den kleinsten Verbänden in Deutschland gehört.

Eine Tendenz weg von der Sechsermannschaft hin zu kleineren Teamgrößen lässt sich übrigens nicht nur in Bayern beobachten. In Thüringen ist man inzwischen komplett auf Vierermannschaften umgestiegen und auch in Brandenburg gibt es keine Sechserteams mehr. Zudem wird in den Bundesspielklassen, also von der Ober- bis zur Bundesliga - die TTBL als Sonderfall ausgenommen -, einheitlich mit Vierermannschaften gespielt. Passend zu dieser allgemeinen Tendenz hat die Zahl der Sechsermannschaften in den vergangenen vier Jahren stark abgenommen. Waren 2018/19 noch 14.811 Sechserteams in allen click-TT-Verbänden am Start, sind es 2022/23 nur noch 9.926, also knapp ein Drittel weniger. Mit 46 % nehmen die Vierermannschaften weiterhin den größten Anteil im Mix der Teamstärken ein. Der Anteil der Sechserteams ist mit 30 % kleiner geworden, dafür gibt es sowohl absolut als auch prozentual mehr Dreiermannschaften als in der Saison 2018/19, was darauf hindeuten könnte, dass mehr im Braunschweiger System gespielt wird. Denn dieses wird laut Wettspielordnung zu den Dreier-Systemen gezählt, auch wenn man nicht nur zu dritt antreten darf.

Nur noch vier Mannschaften pro Verein

Neben den Mannschaften ist auch die Zahl der Vereine gesunken, die Tischtennis im Angebot haben. Wurden 2018/19 noch 9.287 Clubs in der Statistik geführt, sind es jetzt nur noch 9.070. Zudem hatte die Tendenz hin zu Vierermannschaften nicht zur Folge, dass mehr Teams pro Verein gemeldet werden. Während man in der Saison 2018/19 in den click-TT-Verbänden im Schnitt noch 4,59 Mannschaften pro Verein finden konnte, sind es jetzt nur noch 4,07. 

Doch auch wenn die Zahlen weiter fallen, zeigt Ihre Stimmungskurve mit Blick auf den Saisonstart hoffentlich nach oben. Wir wünschen viel Erfolg!

Vielen Dank an Werner Almesberger für das Erstellen dieser Statistik.

(JS)

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