Buntes

China: 'Alte' Garde verabschiedet sich

Bei der Heim-WM in Suzhou feierte Fang Bo 2015 seinen größten Erfolg (©Stosik)

14.10.2021 - Tischtennis ist eine Sportart, die man auch im höheren Sportleralter noch professionell ausüben kann. Das beweisen nicht zuletzt Legenden wie Jan-Ove Waldner oder auch Timo Boll, der mit seinen 40 Jahren noch in den Top 10 der Welt zu finden ist. In China, wo die Konkurrenz besonders hoch ist, enden Karrieren hingegen häufig früher. Und so ist es keine Überraschung, dass Spieler wie Fang Bo, Yan An oder Zhou Yu sich nun von der internationalen Bühne verabschieden.

Die Olympischen Spiele in Tokio sind vorbei, die Chinese National Games ebenso - damit beginnt für die Chinesen ein neuer sportlicher Zyklus, der auch mit Veränderungen im Team einhergeht. Nach Abschluss der Chinese Super League und kurz vor Beginn des geschlossenen WM-Trainings erklärten mehrere Spieler ihren Rückzug aus der chinesischen Nationalmannschaft, was laut chinesischen Presseberichten aber wohl nicht gleichbedeutend mit dem Karriereende sein soll, sondern lediglich bedeute, dass sie nicht mehr international für China antreten werden. Einer der Prominentesten unter ihnen ist Fang Bo, der 2015 bei der WM in Suzhou Vizeweltmeister im Einzel wurde. Der 29-Jährige startete seine Karriere 2009 bei der Jugend-WM in Kolumbien mit einem Vierfachtriumph in Einzel, Doppel, Mixed und Team, ist aktuell aber nur noch auf dem 259. Platz der Weltrangliste zu finden.

Neben ihm erklärten auch Zhou Yu (29 Jahre, WRL-158.) und Yan An (28 Jahre, WRL-109.) ihren Abschied. Beide waren oft auf World-Tour-Turnieren zu sehen, schafften es aber nie in die erste Riege der chinesischen Nationalmannschaft. Während diese Spieler bereits allesamt an der ’30’ kratzen, hätte Zheng Peifeng auch für chinesische Verhältnisse noch ein paar Jahre Zeit für seine internationale Karriere gehabt. Doch der 25-Jährige, der zu den langsam ‚aussterbenden‘ Penholderspielern gehört und aktuell 130. der Welt ist, wird sich ebenfalls aus der Nationalmannschaft zurückziehen. Die aktuell Beste unter den Spielern, die im Rahmen der Chinese Super League über ihre Zukunftspläne informierten, ist Gu Yuting. Auch sie ist erst 26 Jahre alt, holte damals, als Fang Bo bei der Jugend-WM 2009 seinen großen Coup feierte, aber ebenso schon drei Goldmedaillen. Ein Jahr später wurde sie sogar Jugend-Olympiasiegerin im Einzel. Aktuell ist Gu noch immer 47. der Welt, damit aber ‚nur‘ elftbeste Chinesin. 

Dass trotzdem auch in China Tischtenniskarrieren jenseits der 30 Jahre möglich sind, beweisen nicht zuletzt Ma Long (32) und Xu Xin (31), die aktuell die Ältesten in der A-Nationalmannschaft sind, aber beide bei den Olympischen Spielen in Tokio antreten durften. Ma Long, der in Japan neben Team- auch Einzelgold holte, betonte damals auf der Pressekonferenz, dass er gerade nicht über ein Karriereende nachdenke: „Ich fühle mich physisch ziemlich gut. Ich schaue auf Spieler wie Dimitrij Ovtcharov, der in meinem Alter ist, oder auf ältere Spieler wie Timo Boll und denke, ich bin insgesamt noch gut drauf. Ich werde der Natur einfach seinen Lauf lassen.“

(JS)

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