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Aufschlag im Doppel bald auch von links?

In Houston wird darüber abgestimmt, ob der Aufschlag im Doppel auch von der linken Seite aus erfolgen darf (©Roscher)

14.10.2021 - Einmal im Jahr kommen während der WM Tischtennis-Funktionäre aus aller Welt zusammen, um unter anderem über Vorschläge zu Regeländerungen abzustimmen. Die Anträge sind auch in diesem Jahr wieder vielfältig und reichen von einer Änderung des Berechnungssystems für die Weltrangliste bis zu einer Erweiterung der Aufschlagregel im Doppel. Hier sollen, wenn es nach dem Iranischen Tischtennisverband geht, künftig auch Aufschläge von links ermöglicht werden.

Im Paragraph A 6.3 der Tischtennisregeln ist aktuell zu lesen: „Im Doppelspiel berührt der Ball zuerst die rechte Spielfeldhälfte des Aufschlägers und dann die rechte Spielfeldhälfte des Rückschlägers.“ Dies ist eine unnötige Ungerechtigkeit gegenüber Rechtshändern, findet der Iranische Tischtennisverband und schlägt vor, den Paragraphen dementsprechend zu erweitern, dass auch Aufschläge von der linken in die linke Spielfeldhälfte erlaubt sind. So sollen Rechtshändern mehr Freiheiten gewährt werden, die beste Position einzunehmen, um den Ballwechsel zu beginnen. Dieser Antrag ist nur einer von vielen, über die in der Jahreshauptversammlung während der WM in Houston Ende November abgestimmt wird. Um eine Änderung des Regelwerks zu erwirken, ist in diesem Fall eine Dreiviertelmehrheit vonnöten.

Mehr Flexibilität in Sachen Kleidung

Der Englische Tischtennisverband macht sich derweil Gedanken um die erlaubte Kleidung in der Box und bittet darum, bis zur nächsten Jahreshauptversammlung zu prüfen, ob man in dieser Frage größere Flexibilität walten lassen könne. Nachforschungen der Engländer hätten ergeben, dass die strengen Bestimmungen ein Grund dafür gewesen seien, dass Frauen und Mädchen mit dem Sport aufgehört hätten. Zudem solle man Menschen, die wegen ihrer religiösen Überzeugungen bestimmte Kleidung wie zum Beispiel langarmige Shirts oder lange Hosen tragen möchten, Hürden aus dem Weg räumen und sie nicht erst um Erlaubnis bitten lassen. Als positives Beispiel wird hier der Vorstoß der deutschen Turnerinnen genannt, die mit ihren Ganzkörperanzügen auf sich aufmerksam machten.

Und auch der Deutsche Tischtennis-Bund bringt einen Vorschlag ein. Der DTTB - so wie auch der Schweizer Tischtennisverband - fordert eine Änderung des Berechnungssystems für die Weltrangliste. Seit Januar 2018 ist nicht mehr entscheidend, wie gut der Spieler war, gegen den man in einem Turnier gewonnen oder verloren hat, sondern nur die Runde, die man in dem Wettbewerb erreicht hat. Der DTTB und die Schweizer wollen die Stärke des Gegners wieder mit einbeziehen und schlagen einen Kompromiss vor, in dem beide Dinge berücksichtigt werden, das Ranking der beteiligten Spieler und die Runde, die man im Turnier erreicht hat. Denn so, wie es jetzt ist, hätten Athleten auf schlechteren Weltranglistenplätzen und junge Spieler laut den beiden Verbänden kaum Chancen, Punkte zu sammeln und sich im Ranking zu verbessern. Zudem sollen auch wieder die Mannschaftsergebnisse von kontinentalen und Weltmeisterschaften samt Qualifikation in die Weltranglistenberechnung mit einfließen. Aktuell sind nur Individual-Events für das Einzel-Ranking entscheidend, das heißt, die Ergebnisse der Team-EM in Rumänien vor zwei Wochen hatten beispielsweise keine Auswirkungen auf die Weltrangliste. Dieser Vorschlag benötigt eine einfache Mehrheit und soll nach den Wünschen der Antragsteller bereits 2022 umgesetzt werden.

Olympia soll die meisten Punkte einbringen

Zudem möchte der DTTB, dass die WTT-Regeln derart geändert werden, dass qualifizierte Spieler nicht mehr obligatorisch an allen Grand Smashes, Champions und Cup Finals teilnehmen müssen, sondern sich die Pflicht auf zwei Drittel dieser Turniere im Jahr reduziert. Aktuell würden Spieler mit einer Null-Punkte-Wertung bestraft, wenn sie zu einem dieser wichtigen Wettbewerbe nicht erscheinen, obwohl sie startberechtigt sind. Und auch die Gewichtung der Events für die Weltrangliste soll noch einmal überdacht werden. Nach Ansicht der Deutschen und Schweizer soll es für die Olympischen Spiele die meisten Punkte geben - gefolgt von den Individual- und Team-Weltmeisterschaften. Es könne ja sein, dass die Grand Smashes irgendwann so wichtig wie eine WM sind, aber heute sei die Reihenfolge noch eine andere.

Alle Vorschläge für das AGM 2021 finden Sie hier!

(JS)

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