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Olympiafahrer Duda: „Es hat sich alles ausgezahlt“

Benedikt Duda freut sich über sein Flugticket nach Japan (©ITTF)

20.05.2021 - Zum ersten Mal in seiner Karriere wird Benedikt Duda in zwei Monaten als Teil der Nationalmannschaft zu den Olympischen Spielen fahren. Der 27-jährige Bergneustädter fliegt als vierter Mann mit nach Tokio und steht als solcher bereit, falls ein Teamkollege aus gesundheitlichen Gründen ausfällt. Im Interview erzählt Duda, warum die Nominierung für ihn nicht völlig überraschend kam und was nun seine Aufgaben und Erwartungen sind.

myTischtennis.de: Glückwunsch, Benedikt, du hast den begehrten vierten Platz im deutschen Olympiateam der Herren ergattert und darfst in zwei Monaten mit nach Tokio fahren. Wie und wann hast du die tollen Neuigkeiten erfahren?

Benedikt Duda: Danke! Ich weiß es tatsächlich erst seit Dienstag. Da hatten wir eine Besprechung und wurden in Einzelgesprächen darüber informiert.

myTischtennis.de: Was bedeutet dir diese Nominierung? 

Benedikt Duda: Sehr viel. Sie zeigt, dass sich alle Anstrengungen der letzten Jahre ausgezahlt haben: das viele Training, die guten Ergebnisse in der Bundesliga und international, die starken Gegner, die ich schlagen konnte, dass ich gut mit Patrick (Franziska, Anm. d. Red.) und Dang (Qiu, Anm. d. Red.) im Doppel zusammengespielt habe. Ich habe mich über diese Nachricht unheimlich gefreut.

myTischtennis.de: Hast du denn selbst damit gerechnet, dass die Wahl auf dich fällt? Du hast deine starken Konkurrenten in den vergangenen Monaten ja sicher auch genau beobachtet… 

Benedikt Duda: Ehrlich gesagt, ja. Ich habe damit gerechnet, dass ich nominiert werde. Ich habe mir überlegt, welche Faktoren für die Mannschaft wichtig sind - und die habe ich alle mitgebracht. 

myTischtennis.de: Man könnte ja meinen, dass die einzigen beiden internationalen Turniere in letzter Zeit, die WTT-Events in Doha, auch einen großen Einfluss gehabt haben könnten. Da bist du gegen zwei sehr starke Gegner, Lin Yun-Ju und An Jaehyun, jeweils in der ersten Runde rausgeflogen, aber Ruwen Filus ist als absoluter Favoritenschreck bis ins Finale vorgedrungen. Hast du da deine Felle schon davonschwimmen sehen?

Benedikt Duda: Das nicht, aber Ruwen hat in Doha wirklich super gespielt. Ich glaube, das Trainerteam hat bei der Nominierung des vierten Mannes aber ein bisschen langfristiger geschaut. Was ist in den letzten Jahren passiert, wie haben sich die Kandidaten in der Bundesliga, international und im Training geschlagen? Da hatte das eine Turnier, denke ich, nicht das größte Gewicht.

myTischtennis.de: Und wie wurde das jetzt entschieden? Ihr hattet ja kaum Wettkämpfe, in denen ihr euch beweisen konntet. Gab es ein internes Punktesystem oder ähnliches?

Benedikt Duda: Nein, es gab kein Punktesystem und auch keinen internen Wettkampf, in dem der Platz vergeben wurde. Das Trainerteam hat das für sich entschieden.

myTischtennis.de: Rossi hat gesagt, dass du gerade auch wegen deiner Doppelstärke nominiert worden bist. Inwiefern steht das Doppel jetzt im Fokus deiner Vorbereitung für Tokio?

Benedikt Duda: Ich werde da auf jeden Fall einen Schwerpunkt drauf legen. Wenn Patrick wieder öfter in Düsseldorf ist, werden wir viel zusammen trainieren, damit wir die Laufwege schon mal kennen und für den Fall der Fälle bereitstehen. 

myTischtennis.de: Wie stark fühlst du dich gerade? Hat dir die Coronapause eher gut getan oder hättest du lieber das normale Programm mit vielen internationalen Turnieren durchgezogen?

Benedikt Duda: Die Coronapause hat mir gut getan, auch wenn ich gerne ein paar mehr Wettkämpfe gehabt hätte. Aber so hatte ich viel Zeit, an Kleinigkeiten wie technischen Feinheiten zu arbeiten, und die habe ich genutzt. Im Training fühle ich mich gerade richtig gut und stabil - und vor allem fit.

myTischtennis.de: Es werden komplett andere Olympische Spiele als sonst werden. Ein ungezwungenes Zusammenkommen von Sportlern aus aller Welt wird es eher nicht. Was sind deine Erwartungen?

Benedikt Duda: Ich denke, dass in Tokio alles sehr diszipliniert und strikt ablaufen wird. Es wird keine Möglichkeit geben, mit Sportlern aus anderen Sportarten zu interagieren, sondern wir werden in einer reinen Tischtennis-Bubble sein. Und ich gehe davon aus, dass die Japaner da auch keine Ausnahmen zulassen werden. Das Gute daran ist, dass man sich komplett auf den eigentlichen Grund fokussiert, warum man zu Olympischen Spielen fährt: der eigene Wettkampf und die Chance, um Medaillen zu spielen. Es wird kaum Ablenkung geben und sich bei uns alles ums Tischtennis drehen.

myTischtennis.de: Was werden deine Aufgaben vor Ort sein?

Benedikt Duda: Ich werde mich mit den Jungs einspielen und ihnen helfen, sich auf die Spiele vorzubereiten. Wenn mal einer jemanden zum Reden braucht, bin ich da, und falls jemand etwas benötigt, werde ich es besorgen. Ich bin quasi wie ein kleiner Assistent und versuche, dem Team bestmöglich zu helfen.

myTischtennis.de: Wie würdest du reagieren, wenn der Fall der Fälle eintritt, jemand ausfällt und du urplötzlich am Tisch stehst? Dann rutscht einem doch wahrscheinlich erst mal das Herz in die Hose, oder?

Benedikt Duda: Dann werde ich voll motiviert an den Tisch gehen und alles versuchen, um das Spiel zu gewinnen. Ich werde mich darauf vorbereiten, dass ich, wenn ich an den Tisch muss, sofort da bin und nicht erst zwei Sätze brauche, um meine Nervosität abzulegen.

myTischtennis.de: Was verändert sich in den nächsten zwei Monaten für dich, da du nun Teil der Olympiamannschaft bist?

Benedikt Duda: Genaueres weiß ich selbst noch nicht. Aber was ich weiß, ist, dass wir nach der EM in eine intensive Vorbereitungsphase einsteigen werden - und ich werde mich vor allem auf das Doppeltraining konzentrieren. Alles Weitere lasse ich jetzt einfach mal auf mich zukommen.

(JS)

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