Buntes

,Mundspieler' Hamato vor Tokio: „Nichts ist unmöglich!"

Ibrahim Hamato, hier bei einer Veranstaltung im Jahr 2016, ist international bekannt wie ein bunter Hund. (©STIGA)

08.09.2020 - Ob einarmig oder ohne Beine im Rollstuhl. Tischtennis mit einer körperlichen Behinderung ist keinesfalls unmöglich. Ibrahim Hamato stellt es seit Jahren unter Beweis. Der Ägypter hat keine Arme, von seiner Leidenschaft abhalten lässt er sich trotzdem nicht. Denn Hamato hält den Schläger mit dem Mund. 2021 will er sich bei den Paralympics in Tokio mit den besten Behindertensportlern der Welt messen und dabei die Leistung aus Rio übertreffen.

Tischtennis ist mehr als nur eine Sportart. Dieser Satz trifft vor allem auf das Schicksal von Ibrahim Hamato zu. Der 47-Jährige ist seit Jahren auf der internationalen Bühne bekannt und ruft wie viele Para-Spieler seine Spitzenleistungen auf teils ungewöhnliche Art und Weise ab. Der Ägypter verlor nach einem Zugunfall im Alter von zehn Jahren beide Arme. Unterkriegen ließ er sich jedoch nie. 

Aufschlag mit dem Fuß, einzigartiger Spielstil

In seiner Wettkampfklasse konnte er sogar zweimal die afrikanische Meisterschaft gewinnen. Unterschnitt oder Topspin stellen den Ausnahmekönner dennoch vor keine Probleme. Die Krönung ist und bleibt sicherlich sein Aufschlag. Hamato wirft den Ball bekanntlich mit dem nackten Fuß hoch. Mit diesen und weiteren verblüffenden Aktionen entzückt er immer wieder aufs Neueste.

Seine inspirierende Geschichte hat ihn vor allem über das Internet berühmt gemacht. Auch durch seinen mutigen Schritt, habe sich die Einstellung der Bevölkerung gegenüber behinderten Menschen weltweit verbessert, so Hamato im Gespräch mit der ITTF. „Es hat vielen hoffnungslosen Menschen geholfen und gezeigt, dass nichts im Leben unmöglich ist." Hamato hielt die Liebe zum Tischtennis auch nach seinem tragischen Unfall aufrecht.

Große Akzeptanz: Ibrahim Hamato wurde im Internet berühmt

An eine Situation erinnert sich der heute 47-Jährige noch ganz genau zurück. Als Schiedsrichter bekam er von einem Spieler zu hören, dass er sich nicht einmischen solle, da er sowieso nie wird spielen können. „Das war die Aussage, die mich angefeuert hat, mich für Tischtennis zu entscheiden", sagt der Ägypter, der von diesem Moment an monatelang voller Ehrgeiz an seinem bis heute einzigartigen Spielstil arbeitete.

„Ich brauchte fast ein Jahr Übung, um mich daran zu gewöhnen", gibt der Paralymics-Teilnehmer zu. Hartnäckigkeit und Trainingsfleiß haben sich ausgezahlt, seine Fähigkeiten wurden Stück für Stück besser. 2013 wurde sein Selbstvertrauen noch weiter gestärkt. Mit der Nominierung für einen Athleten-Award in Dubai - mit Personen, die trotz großer humanitärer Herausforderungen und besonderen Bedürfnissen im Sport erfolgreich waren -  wurde Hamato eine große Ehre zuteil.

Paralmypics-Ziel: Bessere Leistung als 2016 in Rio

Im kommenden Jahr möchte er bei den Paralympics seinen nächsten großen Traum verwirklichen. In Brasilien war er nicht ausreichend vorbereitet, die Vorbereitungen auf den nächsten Versuch laufen bereits auf Hochtouren. „Ich habe aus der Erfahrung von 2016 gelernt. Mein Ziel in Tokio ist es, in guter Form zu sein, um in diesem Turnier eine Medaille zu erreichen.“ Als einziger afrikanischer Spieler wird er in der Klasse 6 an den Start gehen.

Seine Botschaft („Nichts ist unmöglich!“) wird er auch dann nicht aus den Augen verlieren. Die ITTF hat ihn in ihrem Bericht nicht umsonst als ,Mr. Impossible‘ getauft.

(FKT/ITTF)

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