Buntes

TTC Förste startet Trikot-Crowdfunding-Aktion gegen Rassismus

Die aktuellen Trikots werden ab Sommer der Vergangenheit angehören. (©TTC Förste)

11.03.2020 - Der TTC Förste setzt derzeit ein klares Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit. Unter dem Motto „Nicht in meinem Namen! WIR GEGEN RASSISMUS!“ hat der Verein eine Crowdfunding-Aktion ins Leben gerufen. Statt der üblichen Sponsoren sollen Personen-, Vereins- und Fimennamen gegen eine Geldspende auf die neuen Trikots gedruckt werden. Der TTC möchte so zu den jüngsten rassistisch motivierten Ereignissen Stellung beziehen und eine breite Masse im Amateur- und Breitensport ansprechen.

Denkt man an die tragischen Vorfälle aus Halle oder Hanau zurück, macht sich nach wie vor ein großes Entsetzen unter den Deutschen breit. Bei beiden Anschlägen mordeten die Täter mit einem rassistischen Motiv. Auch Thorsten Bosse war erschüttert. Nicht nur ihm blieb der Atem stehen. Statt jedoch nur auf die zunehmende Gefahr in der Gesellschaft zu reagieren, fühlte sich der Tischtennisspieler des TTC Förste aus der südniedersächsischen Stadt Osterode am Harz zum Handeln gezwungen. "Es wurde dringend Zeit, Rassismus nicht einfach nur hinzunehmen, sondern sich öffentlichkeitswirksam dagegen auszusprechen", stellt der 41-Jährige klar.

Namen ersetzen Sponsor auf der Brust

Als kürzlich auch die nahegelegene Großstadt Göttingen unschöne Schlagzeilen über rechtsextreme Schmierereien und einen Brandanschlag in der Nähe der Universität schrieb, war das Maß für Thorsten Bosse endgültig voll. Bei den jährlichen Planungen für die kommende Saison, wo wie üblich auch das Thema Trikotsponsoren aufkam, sprang dem Kreisklassenspieler eine Idee in den Kopf. So feilte Bosse mit dem TTC Förste eine Aktion gegen Rassismus aus.

Das Besondere: Der Verein lädt jeden aus nah und fern dazu ein, sich daran zu beteiligen. „Anstatt für unsere Trikots neue Sponsoren zu suchen, möchten wir diese Werbefläche dafür nutzen, uns ganz klar gegen Rassismus zu positionieren und all die Namen derer aufzuführen, die so denken wie wir. Denn wir sind mehr“, erklärt Thorsten Bosse den Slogan. Die ersten Schritte wurden schnell in die Wege geleitet. Neben einer eigens angefertigten Grafik werden die Familien-, Vereins- oder Firmennamen von Gleichdenkenden zur nächsten Serie auf die neuen TTC-Trikots gedruckt.

Ausgegebenes Minimalspendenziel schnell erreicht

Jeder, der Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ablehnt und sich für demokratische Werte einsetzen möchte, kann dadurch ein wichtiges Zeichen setzen. Da das neue Dress inklusive der Beflockung natürlich Geld kostet, ist für Privatpersonen und Familien eine Spende von 20 Euro fällig. Firmen und Vereine zahlen 50 Euro. Um alles erfolgreich zu managen, informierte sich Initiator Thorsten Bosse früh über verschiedene Möglichkeiten der Finanzierung, die den geringsten Aufwand für einen kleinen Verein wie den TTC Förste beanspruchen.

Über die Sportförderungsseite 'KAM on!' eröffnete Bosse schließlich eine Crowdfunding-Aktion. Das ausgegebene Minimalziel von 1000 Euro wurde schnell übertroffen. In kurzer Zeit haben 35 Förderer eine Summe von 1575 Euro eingebracht. "Wir sind überwältigt, dass wir unser minimales Spendenziel so schnell erreicht haben", freut sich Thorsten Bosse über den wahnsinnigen Zulauf. "Aber wir sind noch lange nicht am Ende und sammeln weiter. Jedes einzelne Trikot, das wir mit Hilfe der Aktion anschaffen konnten, wirkt als Multiplikator unserer Botschaft." Der 41-Jährige hat schon ganz genaue Vorstellungen, sollte sich die Aktion noch weiter ausdehnen.

„Entscheidend ist der Solidaritätsgedanke!“

Der Plan: Neben der ersten Mannschaft sollen auch die anderen Teams des TTC Förste neu eingekleidet werden. Je nachdem, welche Ausmaße der Spendenaufruf noch nimmt, sei es durchaus möglich, die Aktion weiter auszudehnen und beispielsweise anderen TT-Vereinen der Region oder etwa der ortsansässigen Jugendfeuerwehr Trikots bzw. Shirts zukommen zu lassen. Denn sollten andere Vereine mit ins Boot geholt werden, würde die Reichweite immer weiter steigen. 

Natürlich zu jeder Zeit unter der Berücksichtigung, den eigentlichen Grundgedanken nicht aus den Augen zu verlieren. "Wir wollen in Ligaspielen oder auf Turnieren angesprochen werden und in erster Linie die politische Botschaft gegen Rassismus vermitteln", so Bosse. Anders als im Profisport, wo Rassismus schon häufiger die Rote Karte gezeigt wurde, sei die Masse im Amateurbereich viel größer und die Plattform dauerhaft gegeben. "Egal wer mitmacht oder spendet. Entscheidend ist vor allem der Solidaritätsgedanke. Das Publikmachen der Aktion ist das A und O!"

Thorsten Bosse hat in seiner sportlichen Laufbahn glücklicherweise noch keine Erfahrungen mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gemacht. Bosse: "Wir sind der absoluten Überzeugung, dass der Tischtennissport bunt und nicht braun ist - und wir sind uns sicher, dass die gesamte Tischtennis-Szene vom Dorfverein bis hin zum Bundesligisten ebenso denkt. Packt Euren Namen auf unser Trikot und lasst uns damit Vielfalt zeigen.“

Auf dem vereinseigenem Facebook-Auftritt versorgt der TTC Förste alle Interessierten regelmäßig mit neuen Informationen rund um die Aktion

(FKT)

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