Buntes

Sechs Kreuzbergs - drei Generationen in einer Mannschaft

Von links nach rechts: Paul, Christoph, Max, Uli, Tim und Mark Kreuzberg. (©Manfred Latz)

05.02.2020 - Es ist ein Novum, das es so wahrscheinlich nur im Tischtennis gibt. Bei der TTG Kalenborn/Altenahr II gingen kürzlich sechs Mitglieder der Familie Kreuzberg in der Bezirksliga an die Tische. Drei Generationen spielten in einer Mannschaft. Großvater Paul ist mit knapp über 80 Jahren nicht nur der Älteste, sondern gleichzeitig auch als großer Tischtennispionier in der näheren Umgebung des rheinland-pfälzischen Örtchens Altenahr bekannt.

Vereinsinterne Duelle zwischen zwei Mannschaften aus einem Verein müssen überlicherweise zum frühen Beginn der Hin-/Rückserie über die Bühne gebracht werden. Da die TTG Kalenborn/Altenahr in dieser Saison gleich zwei Teams in der Bezirksliga stellt, kam es vor gut zwei Wochen zum direkten Aufeinandertreffen zwischen erster und zweiter Mannschaft. Dies scheint zunächst nichts Ungewöhnliches zu sein, für alle Beteiligten in Altenahr war der 25. Januar dennoch kein Tag wie jeder andere.

Urgestein Paul Kreuzberg stand mit seinen Söhnen und Enkeln am Tisch

Das Besondere: In der Reserve des Klubs wurden sechs Mitglieder der Familie Kreuzberg aufgestellt. Neben Paul Kreuzberg (80) tauchten mit seinen Söhnen Mark (50), Uli (48) und Christoph (47) sowie mit Tim (19) und Max (21) auch die Kinder von Mark Kreuzberg auf dem Spielberichtsbogen auf. Mark, Uli, Christoph und Tim sind sowieso Stammspieler der 'Zweiten'. Max und Paul sind offiziell in der vierten bzw. fünften Mannschaft gemeldet. In einem Freundschaftsspiel vor drei Jahren gab es dieses Novum schon einmal. Im Ligabetrieb war es die absolute Premiere und ein einzigartiges Erlebnis, an das die Vereinsmitglieder noch lange zurückdenken werden.

"Das macht uns stolz. Die Sache wird sich so schnell aber wohl nicht wiederholen", ist sich Abteilungsleiter Manfred Latz sicher. Blättert man in den Geschichtsbüchern der TTG, dann fällt auf, dass der Familienname Kreuzberg fernab von dieser bemerkenswerten Konstellation schon vor gefühlten Ewigkeiten auftauchte. Bereits im jungen Alter von 13 Jahren schaffte es der heute 80-jährige Paul Kreuzberg 1953 in die erste Mannschaft des Vorgängervereins TSC Altenahr. Seine Zeit war von einigen Erfolgen gekrönt. "Er hat sich immer bemüht, das Schiff auf Kurs zu halten", erinnert sich Latz.

Paul kennt keine Pausen - Tim ist der erfolgreichste Kreuzberg

So war der Senior auch an der Gründung diverser Spielgemeinschaften massiv mitbeteiligt. Ein Glücksfall für die TTG, "denn der Spielbetrieb drohte zwischenzeitlich eingestellt zu werden", berichtet der Abteilungsleiter. 1993 trat Paul Kreuzberg nach vielen Jahrzehnten aus der ersten Mannschaft zurück, auch um den Jüngeren eine Chance zu geben. 2012 bekam er vom TTVR eine Nadel für 60 Jahre aktiven Tischtennissport verliehen. Im stolzen Alter von achtzigeinhalb Jahren hat die Vereinsikone immer noch einen beachtlichen Q-TTR-Wert von 1375 Punkten. Im Training gönnt sich der Rentner nur ganz selten eine Pause.

"Beim 80. Geburtstag seiner Frau hat er mal gefehlt. Sonst gibt es kaum Gründe, den geliebten Wettkämpfen fernzubleiben", sagt Manfred Latz. Die Familie Kreuzberg ist groß, da fiel es Paul nicht schwer, zunächst seine Söhne und später auch seine Enkel mit dem Tischtennisvirus zu infizieren. Alle sechs sind mit viel Herzblut dabei. Tim ist mit 19 der Jüngste und steht kurz vor dem Abitur. Rein sportlich gesehen ist er auch der Erfolgreichste der Kreuzbergs. In seinen Schüler- und Jugendzeiten gewann das Nesthäkchen bereits zahlreiche Titel.

Übrigens: Senior Paul und zwei seiner Söhne sind Linkshänder, beide Enkel allerdings schlagen mit rechts auf. Das Spiel war am Ende eine klare Angelegenheit. Die 'Erste' gewann vor einer ordentlichen Kulisse deutlich mit 9:2 und konnte seine Chancen auf den Aufstieg in die Landesliga wahren, während die 'Zweite' wie schon die gesamte Saison weiter um den Klassenerhalt kämpft. Ob künftig wirklich noch einmal alle sechs Kreuzbergs gemeinsam an die Tische gehen, bleibt abzuwarten. Ein einzigartiges Erlebnis war es allemal. Denn das Sportliche rückte an diesem Tag sowieso eher in den Hintergrund.

(FKT)

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