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Jang Woojin: Senkrechtstarter mit Regionalligaerfahrung

Jang Woojin feierte am Sonntag den schönsten Tag seiner Karriere (©ITTF)

24.07.2018 - Der Name Jang Woojin ist in dieser Woche in aller Munde. Der 22-jährige Koreaner hat sich mit seinem historischen Dreifachsieg bei den Korea Open nicht nur bei seinen Landsleuten, sondern auch bei internationalen Beobachtern in den Fokus der Aufmerksamkeit gespielt. Was der eine oder andere vielleicht nicht weiß: Jang Woojin wird nicht nur künftig in der TTBL spielen, sondern war vor sieben Jahren bereits in der deutschen Regionalliga aktiv.

Manchmal läuft es einfach. So wie bei Jang Woojin in der vergangenen Woche bei den Korea Open, wo er nicht nur den - auch politisch bedeutsamen - Sieg im Mixed-Doppel an der Seite der Nordkoreanerin Cha Hyo Sim feierte, sondern auch noch im Doppel und Einzel nachlegte. Damit krönte er sich zum ersten Dreifachsieger in der Geschichte der World Tour und räumte als nicht gesetzter Spieler hochkarätige Gegner wie die Chinesen Xu Xin und Liang Jingkun sowie den Japaner Jun Mizutani aus dem Weg. „Ich bin einfach nur glücklich und sehr stolz, in meinem Heimatland so erfolgreich gespielt zu haben“, freute sich Jang nach seinem Coup. „Heute ist der schönste Tag in meiner Karriere.“ Eine Karriere, die bereits ein paar Höhepunkte zu bieten hat - und die auch schon Station in Deutschland machte.

Sein erstes ITTF-Turnier bestritt der Südkoreaner bei den Korea Junior and Cadet Open 2009. Ein Jahr später zog er ins Liebherr Masters College in Ochsenhausen ein und blieb dort zwei Jahre. „Diese Zeit hat mich schon geprägt“, erzählt er seinem neuen Arbeitgeber, den TTF Liebherr Ochsenhausen, im Interview. „Ich erinnere mich auch noch gut an den damaligen Trainer Leo Amizic, der mir vieles beigebracht hat.“ Was er am College lernte, konnte er in der Saison 2011/2012 in der Regionalliga West einsetzen, als er dem TTV Ronsdorf als Spitzenspieler ausgeliehen wurde. Schon damals galt der 15-Jährige als einer der besten internationalen Nachwuchsspieler, trug bereits den Titel des Schüler-Weltmeisters und verleitete die regionale Presse zu Beinamen wie „Wunderkind“ und „Supertalent“. Ronsdorf war als Aufsteiger in die Liga zurückgekehrt und bot neben Jang, der allerdings nicht für alle Spiele zur Verfügung stand, unter anderem auch den Ex-Damenbundestrainer Jörg Bitzigeio auf. In sechs Begegnungen ging Jang für Ronsdorf an den Tisch und spielte dort eine Bilanz von 8:4. Für den TTV Ronsdorf war dies zu wenig: Der Aufsteiger landete auf dem vorletzten Platz und musste in der folgenden Saison wieder in der Oberliga an den Tisch. Auch für Jang war seine Zeit in der deutschen Regionalliga danach beendet. 2012 wurde er vom koreanischen Verband wieder nach Hause beordert, so dass er sich auch vom Liebherr Masters College verabschieden musste.  

International ging es für den Koreaner, dessen Vorbild der Olympiasieger von 2004, Ryu Seung Min, ist, jedoch immer weiter bergauf. 2013 vermieste er den Chinesen den siebenfachen Triumph bei der Jugend-WM und holte sich Gold im Jungen-Einzel. Im Erwachsenenbereich machte er mit ein paar Doppeltiteln bei World-Tour-Turnieren auf sich aufmerksam, schlug Zhang Jike bei den Asienmeisterschaften 2015 sowohl im Team- als auch im Einzelwettbewerb und zeigte zuletzt bei der Team-WM in Halmstad mit einer 5:0-Bilanz eine tadellose Leistung. 2018 hat er bisher 84 % seiner Einzel gewonnen und setzte mit dem Erfolg bei den Korea Open noch die Sahnehaube oben drauf. Die TTF Liebherr Ochsenhausen werden diesen Triumph besonders erfreut beobachtet haben, denn sie konnten Jang kurz vor Ende der Wechselfrist noch als Neuzugang gewinnen.

„Es war ein Traum von mir, eines Tages zurückzukommen, mich in Ochsenhausen weiter zu verbessern und dem Verein etwas zurückzugeben“, erklärte der Koreaner im Interview mit dem Verein. „Als ich damals am College war, war das noch so weit weg, einmal für die Profimannschaft spielen zu können.“ Jetzt wird dieser Traum war. Er wurde zwar zunächst vor allem als ‚Backup‘ eingestuft, weil zunächst seine Verfügbarkeit geklärt werden müsse. TTF-Chef Kristijan Pejinovic freute sich dennoch sehr über diesen Transfercoup: „Jang verfügt über ein riesengroßes Potenzial. Schon als er vor fünf Jahren Jugendweltmeister wurde und sich gegen die starken chinesischen Konkurrenten durchgesetzt hat, war vielen klar, was in ihm steckt. Wir wussten es schon vorher.“ Nach dem Triumph bei den Korea Open wissen es nun wohl auch die Letzten.

(JS)

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