WM 2018

Kurios: Rumänien verliert in alphabetischer Reihenfolge

Bernadette Szöcs konnte ihrer Mannschaft gestern nicht am Tisch helfen (©ITTF)

30.04.2018 - Gestern Abend haben sich Bernadette Szöcs und Elizabeta Samara womöglich einen anderen Nachnamen gewünscht. Denn mit einem A, B oder C als erstem Buchstaben ihres Familiennamens hätten die beiden rumänischen Spitzenspielerinnen gestern ihr Team gegen die Niederlande unterstützen dürfen und wären nicht zum Nichtstun auf der Bank verdammt gewesen. Ohne Szöcs und Samara verlor Rumänien das Spiel - und das in der sehr engen Gruppe C.

Während die deutschen Damen gestern ihren dramatischen Krimi gegen Südkorea bestritten, war in der Nachbarbox höchst Ungewöhnliches zu beobachten. Im wichtigen Vorrundenspiel der hinter Taiwan besten Teams der Gruppe C, Rumänien und Niederlande, schien das osteuropäische Land die Partie auf die leichte Schulter zu nehmen. Schließlich ließ Rumänien seine beiden besten Spielerinnen, Elizabeta Samara und Bernadette Szöcs, auf der Bank sitzen und setzte stattdessen auf Irina Ciobanu, Adina Diaconu und Daniela Monteiro Dodean. Doch natürlich hatte sich Trainer Viorel Filimon diese Aufstellung nicht freiwillig ausgesucht. Sie wurde vom Schiedsrichter bestimmt, da der Coach offenbar nicht rechtzeitig in der Call Area erschienen war, um unter anderem den Zettel mit der Aufstellung abzugeben. Die Regelung, wann der Trainer die Namen spätestens aufgeschrieben haben muss, war bitterer Weise erst einen Tag zuvor in einem Jury-Treffen geändert worden.

Manch einer hätte vielleicht erwartet, dass in einem solchen Fall einfach die drei besten Spielerinnen der Mannschaft eingesetzt werden. Gestern Abend wurde das Trio, das gegen die Niederlande antrat, allerdings anhand der alphabetischen Reihenfolge der Nachnamen bestimmt. Und das brachte Ciobanu, Diaconu und Monteiro Dodean auf den Plan, wobei Letztere nur an Position drei starten durfte. Trotzdem wäre es der 202. der Welt, Irina Ciobanu, beinahe gelungen, die 62., Britt Eerland, zu besiegen - sie scheiterte jedoch im fünften Satz noch mit 11:13. Nach diesem ersten Einzel holte erwartungsgemäß nur noch Monteiro Dodean einen Punkt und das Spiel ging verloren.

Was als Außenstehender zunächst vor allem kurios anmutet, ist für Rumänien äußerst ärgerlich. Schließlich sind die amtierenden Europameisterinnen hier nicht ohne Ambitionen angereist. Nach den ersten beiden Spielen werden sie allerdings nur an Rang vier der Gruppentabelle geführt und wären so noch nicht einmal im Achtelfinale. Die Rumänen legten daher Protest ein und hofften auf eine Wiederholung des Spiels gegen die Niederlande - dieser wurde aber abgelehnt. 

(JS) 

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