Damen-Bundesliga

Play-offs: Deutliche Siege für die Favoritinnen

Shan Xiaona lieferte eine äußerst souveräne Leistung ab (©Roscher)

09.04.2021 - Nach den ersten Spielen der Play-off-Vorschlussrunde um die deutsche Meisterschaft sieht es ganz danach aus, als ob sich die beiden favorisierten Mannschaften am Ende im Finale gegenüberstehen werden. Der ttc berlin eastside und SV DJK Kolbermoor hatten die erste Ligaphase auf den ersten beiden Tabellenplätzen beendet - im Halbfinalhinspiel legten sie gegen Weil und Langstadt jeweils deutlich vor und wollen am Sonntag den Sack zumachen

Berlins Trainerin Irina Palina war gewarnt: Der ESV Weil ist als Aufsteiger und Play-off-Debütant zwar der klare Außenseiter gegen die Titelsammlerinnen aus der Hauptstadt. Den Sieg gegen Schwabhausen sowie den Teamspirit der Südbadenerinnen hatte man aber auch in Berlin zur Kenntnis genommen und wollte die Gäste, die beide Spiele am Wochenende in der Hauptstadt bestreiten, nicht unterschätzen. Am Ende des Samstagnachmittags stand ein 8:0-Sieg für die Berlinerinnen auf der Anzeigetafel, Palina betonte jedoch: „Das Ergebnis liest sich deutlicher, als der Spielverlauf war. Die Weilerinnen haben sehr gut dagegengehalten.“ 

Während Berlins Spitzenspielerin Shan Xiaona davon nicht viel mitbekam - sie hatte ihre Aufgaben schnell mit zwei 3:0-Siegen erfüllt -, musste sich Nina Mittelham schon etwas mehr strecken. Gegen Ievgeniia Sozoniuk hatte sie schon mit 0:2-zurückgelegen, bevor sie eine starke Aufholjagd zeigte und der Ukrainerin den Sieg noch aus den Händen riss. Und auch ihre zweite Gegnerin Polina Trifonova, die beim Viertelfinaltriumph gegen Schwabhausen eine wichtige Rolle gespielt und dreimal 3:2 gegen Sabine Winter gewonnen hatte, entpuppte sich als harte Nuss, die sie mit Mühe 3:1 besiegte. Im unteren Paarkreuz wurde es einmal in Ding Yapings erstem Einzel gegen Izabela Lupulesku knapp, am Ende konnte die gebürtige Chinesin aber so wie ihre Kollegin Britt Eerland zwei Punkte zum Gesamterfolg beitragen. Trainerin Palina erinnerte zwar daran, dass es im zweiten Spiel am Sonntag wieder bei Null losgehe und man zu hundert Prozent konzentriert sein müsse. Für ein Weiterkommen würde den Berlinerinnen allerdings bereits ein Unentschieden reichen.

Kolbermoor legt mit Joker Fu Yu vor

Der TSV Langstadt war in der vergangenen Woche noch überaus souverän durch das Play-off-Viertelfinale marschiert und hatte Böblingen mit 8:0 und 7:1 deutlich in die Schranken gewiesen. Im Halbfinalhinspiel gegen den SV DJK Kolbermoor fand sich das Team um Petrissa Solja am Freitagabend allerdings in der gegenteiligen Rolle wieder. Im Gegensatz zu Langstadt hatte sich Kolbermoor als Zweitplatzierter der ersten Ligaphase nicht im Viertelfinale der Play-offs beweisen müssen und war automatisch für die Vorschlussrunde qualifiziert. Hier wollten die Bayerinnen allerdings offensichtlich nichts dem Zufall überlassen und nahmen ihren Joker Fu Yu mit nach Hessen. Die Portugiesin hatte bisher nur beim Pokal-Final-Four gespielt, hier aber mit zwei Siegen gegen Berlin überzeugt. Langstadt ging gegen die stark besetzten Gäste damit diesmal als Außenseiter ins Spiel - und musste eine ebenso deutliche Niederlage hinnehmen, wie sie Petrissa Solja und Co. in der Vorwoche Viertelfinalgegner Böblingen zugefügt hatten.

Die Begegnung begann sehenswert mit dem Duell der beiden Nationalspielerinnen Solja und Kristin Lang. Hier verpasste es Erstere hingegen, gleich zu Beginn für einen wichtigen Punkt zu sorgen. Es war Lang, die ihrem Team mit 3:1 einen guten Start verschaffte, wozu Fu Yu mit ihrem 3:0 gegen Dina Meshref einen weiteren Punkt beisteuerte. Tanja Krämer ließ die Langstädter Herzen durch ihr 3:0 gegen Svetlana Ganina höher schlagen, Kolbermoor ging dank Yuan Wans Triumph gegen Franziska Schreiner dennoch mit einer 3:1-Führung in die Pause. Danach hatte Langstadt die beste Chance, das Spiel noch zu seinen Gunsten zu drehen. Sowohl die Partie Solja gegen Fu als auch Meshref gegen Lang gingen über fünf Sätze, am Ende hatten aber jeweils die Kolbermoorerinnen die Nase zwei Punkte im Entscheidungssatz vorne. Krämer und Schreiner gelang es in der Folge nicht mehr, noch Ergebnispflege zu betreiben - das Hinspiel ging deutlich mit 1:7 verloren. Damit ist Kolbermoor dem Finale einen Schritt nähergekommen. 
 

Die Play-off-Halbfinals in der Übersicht

Hinspiele:

TSV Langstadt - SV DJK Kolbermoor 1:7
Petrissa Solja - Kristin Lang 1:3 (7,-4,-10,-3)
Dina Meshref - Fu Yu 0:3 (-3,-11,-8)
Tanja Krämer - Svetlana Ganina 3:0 (10,6,9)
Franziska Schreiner - Yuan Wan 1:3 (-8,7,-5,-8)
Petrissa Solja - Fu Yu 2:3 (11,-6,-6,9,-9)
Dina Meshref - Kristin Lang 2:3 (-6,9,5,-8,-10)
Tanja Krämer - Yuan Wan 0:3 (-5,-8,-4)
Franziska Schreiner - Svetlana Ganina 1:3 (6,-11,-7,-7)

ttc berlin eastside - ESV Weil 8:0
Shan Xiaona - Polina Trifonova 3:0 (9,7,6)
Nina Mittelham - Ievgeniia Sozoniuk 3:2 (-9,-7,9,7,8)
Britt Eerland - Sophia Klee 3:1 (-7,6,14,3)
Ding Yaping - Izabela Lupulesku 3:2 (6,-9,-11,2,6)
Shan Xiaona - Ievgeniia Sozoniuk 3:0 (5,6,2)
Nina Mittelham - Polina Trifonova 3:1 (10,13,-14,8)
Britt Eerland - Izabela Lupulesku 3:0 (8,8,3)
Ding Yaping - Sophia Klee 3:0 (2,8,2)

Rückspiele:
ttc berlin eastside - ESV Weil, Sonntag, 11. April, 13 Uhr
SV DJK Kolbermoor - TSV Langstadt, Sonntag, 11. April, 13 Uhr

(JS)

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