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TTBL: Bergneustadt mit Signal der Stärke, auch Düsseldorf siegt

Alvaro Robles besiegte am Sonntagnachmittag Mattias Falck. (©BeLa Sportfoto)

06.09.2020 - Als erste der deutschen Profi-Ligen ist die Tischtennis Bundesliga (TTBL) am heutigen Sonntag aus der Sommerpause zurückgekehrt. Erster Tabellenführer der Saison 2020/21 ist der TTC Schwalbe Bergneustadt, der den SV Werder Bremen mit 3:0 schlug. Auch Borussia Düsseldorf siegte, während der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell beim Debüt von Quadri Aruna unterlag.

Nicht zu stoppen war der TTC Schwalbe Bergneustadt am 1. Spieltag der neuen Saison in der Tischtennis Bundesliga (TTBL), und zwar auch nicht vom Vizeweltmeister. Zwar musste Alvaro Robles nach 11:6, 9:11 und 5:11 in den ersten drei Sätzen einem Rückstand gegen Mattias Falck trotzen, tat dies allerdings brillant. Mit 11:6 zwang der Spanier seinen Kontrahenten vom SV Werder Bremen in den Entscheidungssatz und sicherte sich in diesem sechs Matchbälle. Falck wehrte zwar noch zweimal ab, am Ende aber ging der Sieg mit einem erneuten 11:6 zum 3:2 an Robles. „Das war der Knackpunkt. Er hat uns Rückenwind gegeben“, sagte Benedikt Duda anschließend über den Erfolg seines Teamkollegen. Duda selbst hatte zuvor für die Führung gesorgt und seine Aufgabe im ersten Einzel souverän gelöst. Der 26-Jährige benötigte keinen langen Anlauf und fuhr ein 3:0 (11:8, 11:5, 11:1) gegen Marcelo Aguirre ein.

Für den perfekten Nachmittag Bergneustadts sorgte im Anschluss Stefan Fegerl: Der von den TTF Liebherr Ochsenhausen gekommene Österreicher legte mit sieben Punkten in Folge im ersten Satz vor gegen Kirill Gerassimenko und ging anschließend durch 11:5 mit 1:0 Sätzen in Führung. Zwar ging der zweite Satz mit 2:11 verloren, mit 11:6 und 11:8 machte Fegerl dann aber alles klar und sorgte für den dritten Sieg Bergneustadts im dritten Einzel des Tages. Durch den deutlichen Sieg gegen Vorjahres-Halbfinalist Bremen setzte sich Bergneustadt an die Tabellenspitze und sandte zugleich ein Signal der Stärke an die Konkurrenz im Kampf um die Play-off-Plätze. „In der letzten Saison waren wir sehr nah dran an den Play-offs, dieses Mal wollen wir es besser machen“, sagte Duda. Werder-Trainer Cristian Tamas meinte: „Kleinere Gründe haben heute den Ausschlag für unsere Niederlage gegeben.“

Källberg führt Düsseldorf zu Erfolg im Traditionsduell

Mit personellen Engpässen musste Borussia Düsseldorf in die neue Saison starten, sowohl Timo Boll (nach Rückenwirbel-Entzündung) als auch Kristian Karlsson (nach Ellbogen-Operation) saßen nur auf der Reservebank. Das Duell mit dem TTC Zugbrücke Grenzau wurde somit ein brisantes, wenngleich die Westerwälder ihrerseits ohne Aleksandar Karakasevic angereist waren. Dabei lief weitestgehend aber alles nach Plan der Borussia: Anton Källberg hatte mit Robin Devos im ersten Einzel nur kleinere Probleme und brachte den Favoriten durch ein 3:1 (11:4, 12:14, 11:7, 11:5) mit 1:0 in Führung. Dann musste Boll- und Karlsson-Vertreter Danny Heister an den Tisch und hatte erwartungsgemäß das Nachsehen gegen Ioannis Sgouropoulos. Im ersten Satz trotzte der Düsseldorfer Trainer zwar einem 3:9-Rückstand und ging sogar dank 12:10 in Führung. Die weiteren drei Sätze aber gehörten mit 11:5, 11:9 und 11:3 Sgouropoulos, der somit den 1:1-Ausgleich herstellte. „Ich habe alles gegeben“, sagte Heister anschließend.

Ricardo Walther auf Position drei stand somit bereits unter Druck – und hielt diesem Stand. Nach einem 9:11 im ersten Satz gegen Cristian Pletea kam der deutsche Nationalspieler besser mit seinem Kontrahenten zurecht und brachte die Borussia durch 11:6, 12:10 und 11:6 in den weiteren Sätzen erneut in Führung. Alles klar machte dann Källberg, der nahtlos an seine gute Form aus der Vorsaison anknüpfte: Mit 11:6, 11:4 und 13:11 fuhr der Schwede einen ungefährdeten 3:0-Erfolg gegen Sgouropoulos ein und finalisierte damit den Auftaktsieg der Borussia. „Es ist gut zu wissen, dass die Mannschaft auch ohne mich gewinnen kann“, sagte Timo Boll im Anschluss. Sein Trainer Heister gestand: „Ohne zwei Topspieler macht man sich natürlich schon ein paar Gedanken. Aber Anton und ‚Ric‘ haben es heute für uns nach Hause gebracht und es perfekt gemacht.“ Nicht übermäßig enttäuscht zeigte sich Colin Heow: „Wir treten an, um zu gewinnen“, sagte der neue Grenzauer Trainer zwar. Aber: „Trotz der Niederlage können wir heute einige positive Dinge mitnehmen.“

Trotz Aruna: Bad Königshofen schlägt erstmals Fulda

Einen historischen Sieg feierte der TSV Bad Königshofen, der im siebten Anlauf erstmals einen Erfolg gegen den TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell einfuhr. Dabei hatte vor dem Duell wenig für die Unterfranken gesprochen. In fünf Duellen in der TTBL und einem im Pokal hatte der TSV stets das Nachsehen gegen die Osthessen gehabt, zudem fehlte mit Abdel-Kader Salifou der Neuzugang. Fulda dagegen war mit Quadri Aruna angereist. Auch auf die Unterstützung der Zuschauer musste Bad Königshofen infolge der Corona-Einschränkungen verzichten. Dann aber kam alles anders, und das lag maßgeblich an Bastian Steger. Der 39-Jährige lag im Duell der deutschen Nationalspieler gegen einen starken Ruwen Filus zwar nach 8:11 und 8:11 mit 0:2 Sätzen hinten, meldete sich dann aber zurück. Mit reduzierter Fehlerquote und aggressiven Topspins drehte Steger die Partie mit 11:6, 11:5 und 11:6 zum 3:2-Sieg. „Er hat die Taktik ein bisschen umgestellt, ist dann sehr stark zurückgekommen – und hat dann auch verdient gewonnen“, anerkannte Filus anschließend.

Im zweiten Einzel gab Aruna sein Debüt für Fulda und lieferte mit 11:3 im ersten Satz einen vielversprechenden Auftakt. Sein Kontrahent Kilian Ort aber leistete dem Weltranglisten-20. starke Gegenwehr, drehte die Partie zunächst mit 11:8 und 11:7 zur 2:1-Satzführung und nutzte anschließend seinen zweiten Matchball zum 11:9. Durchaus überraschend also lag Bad Königshofen zur Pause mit 2:0 vorne – und danach legte dann Filip Zeljko nach. Das Duell der Youngster gegen Fan Bo Meng entschied Zeljko mit 3:1 (15:13, 11:1, 10:12, 11:9) für sich und feierte damit seinen insgesamt vierten Sieg in der TTBL. „Das hatten wir nicht erwartet“, sagte Ort im Anschluss. „Wir haben es super gemacht und eine klasse Leistung geboten.“ Zeljko meinte: „Ich freue mich insbesondere für Kilian, der in der Vergangenheit immer wieder Probleme hatte. Mit meinem eigenen Spiel bin ich nicht ganz zufrieden, es gibt noch viele Dinge zu verbessern. Trotzdem freue ich mich natürlich über meinen Sieg.“ Sichtlich enttäuscht war dagegen Filus: „Bad Königshofen hat verdient gewonnen, trotzdem tut es sehr weh“, sagte der Fuldaer.

Tsuboi punktet, der Sieg aber geht an Neu-Ulm

Einen starken Auftritt lieferte der TTC OE Bad Homburg im ersten TTBL-Spiel der Vereinsgeschichte, wenngleich am Ende eine 1:3-Niederlage gegen den TTC Neu-Ulm stand. Knapp 50 Minuten war das Debüt des Aufsteigers alt, da durfte bereits der erste Einzel-Sieg gefeiert werden. Der 35 Jahre alte Neuzugang Gustavo Tsuboi lieferte sich im Generationenduell mit dem 18-jährigen Vladimir Sidorenko ein heißes Match und zeigte den Fans in der Wingert-Sporthalle, worauf sie sich in dieser Spielzeit freuen dürfen. Nach 5:11, 11:7, 5:11 und 11:6 ging es zwischen Tsuboi und Sidorenko in den Entscheidungssatz, den schließlich der Routinier mit 11:4 für sich entschied. Danach allerdings gab es nur noch Applaus zu holen für Bad Homburg  – obgleich insbesondere das zweite Einzel noch einmal zu einer engen Angelegenheit wurde. Lev Katsman ging mit großer Power und gutem Vorhandspiel in das Match gegen Tiago Apolonia und knüpfte dem Neu-Ulmer Spitzenspieler mit 11:8 sogar den ersten Satz ab. Anschließend aber schaltete Apolonia einen Gang hoch und sorgte mit 14:12, 11:7 und 12:10 für den erwarteten 1:1-Ausgleich.

Dass der Rest des Nachmittags für Neu-Ulm dann wie erwartet verlief, lag neben Apolonia auch an Emmanuel Lebesson: Der Neuzugang rief gegen Rares Sipos, der ebenso wie Katsman ein vielversprechendes TTBL-Debüt hinlegte, zwar nicht sein volles Leistungsspektrum ab, siegte letztlich aber dank größerer Variabilität souverän. Lebessons 3:1 (11:5, 6:11, 11:5, 11:6)-Sieg bedeutete die 2:1-Führung. Und diese Vorlage ließ sich Apolonia nicht mehr nehmen: Gegen seinen ehemaligen Teamkameraden Tsuboi ließ der Portugiese mit 11:9, 11:8 und 11:9 nichts anbrennen und machte den erwarteten Auftakterfolg der Westschwaben klar. „Es ist immer wichtig, die Saison mit einem Sieg zu starten. Kämpferisch waren wir heute top“, sagte Dmitrij Mazunov nach seinem ersten Spiel als Neu-Ulmer Trainer. „Tiago und Emmanuel haben heute sehr gut gespielt und ihre Aufgaben gemeistert. Auch mit Vladimir bin ich trotz der Niederlage zufrieden.“

Wang Xi ist Schlüsselspieler bei Grünwettersbach

Beim ASV Grünwettersbach war zum Auftakt Verlass auf Wang Xi: Der Routinier führte die Badener zum 3:1-Erfolg beim Post SV Mühlhausen. Im zweiten Einzel des Nachmittags bekam es der ASV-Routinier mit Ovidiu Ionescu zu tun und hatte gegen den Rumänen letztlich den längeren Atem. Hin und her wogte das Match, das nach 11:9, 8:11, 11:5 und 12:14 aus Sicht Ionescus in den Entscheidungssatz ging. Dort sicherte sich Wang einen Matchball bei eigenem Aufschlag und nutzte diesen mit einem Rückhand-Block zum 11:9 und somit dem 3:2-Sieg. „Ich habe schon im Training gemerkt, dass er in einer super Form ist. Er war heute unser Schlüsselspieler“, sagte anschließend Wangs Teamkamerad Dang Qiu. Das erste Einzel war zuvor an Mühlhausen gegangen, Daniel Habesohn hatte gegen Deni Kozul nur kleinere Probleme und siegte 3:1 (9:11, 11:7, 11:4, 11:5).

Mit dem Zwischenstand von 1:1 ging es folglich in die Pause. Das dritte Einzel wendete dann anschließend das Blatt zugunsten der Gäste aus Grünwettersbach. Dang Qiu nämlich bestätigte seine starke Form, die er während der Sommerpause unter anderem beim Düsseldorf Masters gezeigt hatte, und lieferte sich mit Steffen Mengel einen rasanten Schlagabtausch. Hin und her ging auch dieses Einzel, nach 9:11, 11:7, 6:11 und 11:5 ging es erneut in den Entscheidungssatz. Und wieder mit dem besseren Ende für den ASV: Mit 11:8 machte Qiu alles klar und besorgte die 2:1-Führung Grünwettersbachs. Die Entscheidung war anschließend Wang vorbehalten. Wie schon bei seinem ersten Auftritt zeigte sich der 36-Jährige in blendender Verfassung und besiegte Habesohn mit 3:1 (11:3, 11:3, 12:10). „In Mühlhausen ist es immer schwer, zudem wussten wir nach der langen Pause nicht, in welcher Verfassung wir sind“, sagte Qiu. „Es war ein enges Spiel, daher sind wir sehr froh über unseren Sieg.“ Enttäuscht war Post-SV-Trainer Erik Schreyer: „Wir hatten uns ein ganz anderes Spiel erhofft“, sagte der 32-Jährige. „Wir sind überhaupt nicht zufrieden mit unserer Performance. Aber in den entscheidenden Momenten war Grünwettersbach heute einfach auch einen Ticken besser.“
 

Der 1. Spieltag in der Übersicht:

TSV Bad Königshofen – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 3:0
Bastian Steger – Ruwen Filus 3:2 (8:11, 8:11, 11:6, 11:5, 11:6)
Kilian Ort – Quadri Aruna 3:1 (3:11, 11:8, 11:7, 11:9)
Filip Zeljko – Fan Bo Meng 3:1 (15:13, 11:1, 10:12, 11:9)

Borussia Düsseldorf – TTC Zugbrücke Grenzau 3:1
Anton Källberg – Robin Devos 3:1 (11:4, 12:14, 11:7, 11:5)
Danny Heister – Ioannis Sgouropoulos 1:3 (12:10, 5:11, 9:11, 3:11)
Ricardo Walther – Cristian Pletea 3:1 (9:11, 11:6, 12:10, 11:6)
Anton Källberg – Ioannis Sgouropoulos 3:0 (11:6, 11:4, 13:11)

Post SV Mühlhausen – ASV Grünwettersbach 1:3
Daniel Habesohn – Deni Kozul 3:1 (9:11, 11:7, 11:4, 11:5)
Ovidiu Ionescu – Wang Xi 2:3 (11:9, 8:11, 11:5, 12:14, 9:11)
Steffen Mengel – Dang Qiu 2:3 (9:11, 11:7, 6:11, 11:5, 8:11)
Daniel Habesohn – Wang Xi 0:3 (3:11, 3:11, 10:12)

TTC Schwalbe Bergneustadt – SV Werder Bremen 3:0
Benedikt Duda – Marcelo Aguirre 3:0 (11:8, 11:5, 11:1)
Alvaro Robles – Mattias Falck 3:2 (11:6, 9:11, 5:11, 11:6, 11:6)
Stefan Fegerl – Kirill Gerassimenko 3:1 (11:5, 2:11, 11:6, 11:8)

TTC OE Bad Homburg – TTC Neu-Ulm 1:3
Gustavo Tsuboi – Vladimir Sidorenko 3:2 (5:11, 11:7, 5:11, 11:6, 11:4)
Lev Katsman – Tiago Apolonia 1:3 (11:8, 12:14, 7:11, 10:12)
Rares Sipos – Emmanuel Lebesson 1:3 (5:11, 11:6, 5:11, 6:11)
Gustavo Tsuboi – Tiago Apolonia 0:3 (9:11, 8:11, 9:11)

Sonntag, 20. September, 15 Uhr
TTF Liebherr Ochsenhausen – 1. FC Saarbrücken TT

Zur Tabelle nach dem ersten Spieltag


1. Bundesliga Damen:

ttc berlin eastside - TSV Schwabhausen 4:4

(TTBL)

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