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TTBL: Saarbrücken zum ersten Mal deutscher Meister!

Der 1. FC Saarbrücken TT darf sich über den deutschen Mannschaftsmeister-Titel freuen (©BeLa Sportfoto)

14.06.2020 - Der 1. FC Saarbrücken TT hat es geschafft: Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte haben die Saarländer den deutschen Mannschaftsmeister-Titel im Tischtennis gewonnen. In der Frankfurter Fraport-Arena bezwangen die Saarbrücker in der Neuauflage des TTBL-Finals aus dem Vorjahr die TTF Liebherr Ochsenhausen mit 3:1, nachdem sie 2019 noch mit 0:3 den Kürzeren gezogen hatten. Zum Matchwinner avancierte der Chinese Shang Kun.

Ein bisschen gespenstisch war zwischenzeitlich die Atmosphäre beim ersten Geister-Endspiel in der Tischtennis-Bundesliga. Nur über der Spielbox brannten die Scheinwerfer, keine 100 Personen verloren sich in der 5.000 Zuschauer fassenden Fraport-Arena in Frankfurt – in der es um 16:50 Uhr dann aber endgültig vorbei war mit der Ruhe: Shang Kun wagte ein kurzes Tänzchen in der Box, dann stürmten seine Teamkollegen dazu und feierten ihren Matchwinner: Der Chinese hatte nach seinem Sieg über Simon Gauzy auch Hugo Calderano bezwungen und damit den 3:1-Erfolg des 1. FC Saarbrücken TT über die TTF Liebherr Ochsenhausen perfekt gemacht. "Wir haben Ochsenhausen in dieser Saison schon zweimal geschlagen, heute zum dritten Mal – der Titel ist absolut verdient", sagte Saarbrückens sportlicher Leiter Erwin Berg nach der Siegerehrung und dem Gewinn des ersten deutschen Mannschaftsmeister-Titels für seinen Verein. Trainer Slobodan Grujic pflichtete ihm bei: "Ich glaube, wir waren in dieser Saison die geschlossenste Mannschaft von allen."

Break im Auftakteinzel
Patrick Franziska war im Auftakteinzel gleich das Break für Saarbrücken gelungen – er zwang Ochsenhausens Spitzenspieler Hugo Calderano mit 3:2 in die Knie. In der Partie zweier Auf- und Rückschlagspezialisten waren längere Ballwechsel zunächst Mangelware, im ersten Durchgang machte Franziska viele ,kleine‘ Punkte (11:3), im zweiten Calderano (11:6). Nachdem Franziska dann im dritten Durchgang einen 8:10-Rückstand umgebogen hatte, ging er im vierten mit 7:3 in Führung – die Entscheidung schien gefallen. Und doch musste der Deutsche noch in den Entscheidungssatz (9:11). Wieder führte der Saarbrücker (6:2/10:8), wieder ließ Calderano, die Nummer 6 der Welt, sich nicht abschütteln. Seinen dritten Matchball verwandelte der zehn Ränge schlechter platzierte Franziska dann aber zum 12:10.

Im zweiten Einzel dominierte Saarbrückens Spitzenspieler Shang Kun die ersten beiden Sätze gegen Simon Gauzy (11:8/11:7), der erst im dritten Satz besser ins Spiel fand und per 11:9 den Anschluss wiederherstellte. Bis zum Stand von 8:5 sah es auch im vierten Satz gut aus für Ochsenhausens Franzosen, ehe Shang Kun, mit einer 20:4-Bilanz bester Spieler in der Normalrunde der TTBL, sich zurückkämpfte. Den ersten Matchball bei 10:9 vergab der Chinese noch, den zweiten zum 12:10 sicherte er sich in der sehenswertesten Rallye des ganzen Spiels. 

Mazunov: "Saarbrücken war heute einfach besser"
Es sollte spannend weitergehen – im Duell der beiden Dreier vergab Ochsenhausens Jakub Dyjas zwei Matchbälle zu einem glatten 3:0-Erfolg über Darko Jorgic, machte im vierten Durchgang aber den Deckel drauf (11:3). Der Anschluss war damit hergestellt, doch anders als noch im Halbfinale gegen Düsseldorf konnte Calderano diesmal nicht für sein Team ausgleichen. Zu stark war in der Wiederauflage des Vorjahresfinals Saarbrückens Chinese: Beim 3:0-Erfolg über den Brasilianer hatte Linkshänder Shang nahezu permanent die Führung inne. „Saarbrücken war heute einfach besser“, sagte Ochsenhausen-Coach Dmitrij Mazunov nach seinem letzten Match an der Bande der TTF, er wechselt zur neuen Saison nach Ulm. „Wir hatten natürlich gehofft, nach dem Punkt von Jakub noch mal zurückzukommen. Aber Shang hat in absoluter Topform gespielt, das Niveau konnten Simon und Hugo gegen ihn nicht halten.“

Liebherr TTBL-Finale 2020

Ochsenhausen – Saarbrücken 1:3
Hugo Calderano – Patrick Franziska 2:3 ( 3:11, 11:6, 10:12, 11:9, 10:12)
Simon Gauzy – Shang Kun 1:3 (8:11, 7:11, 11:9, 10:12)
Jakub Dyjas – Darko Jorgic 3:1 (11:9, 12:10, 12:14, 11:3)
Hugo Calderano – Shang Kun 0:3 (9:11, 6:11, 9:11)

(sue)

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