TTBL

Zwei entscheidende Gründe: Jülich zieht TTBL-Lizenzbewerbung zurück

Der TTC indeland Jülich spielt in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga (©TTC indeland Jülich)

20.03.2020 - Der TTC indeland Jülich hat seine Lizenzbewerbung für die Saison 2020/21 zurückgezogen und wird damit definitiv von der Tischtennis Bundesliga in die 2. Bundesliga absteigen. Das hat die TTBL am vergangenen Freitag offiziell bekanntgegeben. Gegenüber myTischtennis.de spricht der Präsident der Jülicher, Michael Küven, von zwei Hauptgründen, die den Verein zu der Entscheidung bewogen haben.

"Zum einen sind wir dadurch, dass Zweitligaspitzenreiter Bad Homburg die Lizenz beantragt hat, sportlich das 13. Rad am Wagen", sagt Küven und spielt auf die zwölf Startplätze im Oberhaus an. Bis die Lizenz-Unterlagen abschließend geprüft seien, sei es schon Mai. "Anfang oder Mitte Mai erst mit der Saisonplanung anzufangen, ist natürlich zu spät, dann bekommt man keine Spieler mehr. Und jetzt wäre die Planung kaum möglich, weil ich den Spielern nicht sagen könnte, in welcher Liga sie dann für Jülich spielen würden", so Küven weiter.

Der zweite Grund seien die finanziellen Mittel des Vereins. "Wir haben gute Sponsoren, viele Kleinsponsoren. Das Geld reicht zwar, um in der TTBL starten, aber nicht um konkurrenzfähig mitspielen zu können. Uns fehlen einfach die Sponsorengelder, um ans untere Mittelfeld der Liga anzudocken, also mit Neu-Ulm oder Fulda mithalten zu können." Den Fans und Sponsoren wolle man eine dritte Saison nach den beiden vergangenen, in denen man insgesamt nur einen Sieg feiern konnte (3:0 gegen Grenzau im November 2019), nicht antun. 

"Die zwei Jahre eine super Erfahrung"
Dennoch zieht Küven ein positives Fazit aus der Zeit : "Die zwei Jahre waren eine super Erfahrung, auch mit Blick auf die Professionalität, die die Liga mit ihrem Masterplan vorgibt." Maßnahmen daraus wolle man mit in die 2. Liga nehmen. So stehe man derzeit in Verhandlungen mit einem Streaminganbieter, um die Heimspiele auch im Unterhaus zeigen zu können. Auch wolle man die für die TTBL notwendige Videoleinwand und den roten Taraflex-Boden in Liga zwei beibehalten. Beurteilen könne Küven jetzt, was das Abenteuer TTBL finanziell bedeute. "Für mich war der Gedanke, dass finanzielle Mittel fehlen, früher nicht so greifbar wie jetzt. Mit der Erfahrung der letzten zwei Jahre weiß ich, wovon man spricht."

Abschreiben will der TTC indeland Jülich eine Rückkehr ins Oberhaus indes nicht. "Der Schritt ist aus heutiger Sicht kein endgültiger. Wenn im nächsten Jahr ein großer Sponsor käme – warum nicht?" Angesichts der Coronakrise beständen aber natürlich ganz andere Probleme. Keiner könne sagen, wann und wie der Spielbetrieb wieder aufgenommen werde. "Jetzt ist normalerweise die Zeit, in der ich die Kleinsponsoren für das Saisonheft anschreibe. Die haben im Moment aber natürlich ganz andere Sorgen", so Küven abschließend. 

(DK)

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