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Kanten-Klaus: Mehr Einfallsreichtum bei der Begrüßungsrede!

Kanten-Klaus fordert mehr Kreativität bei der Begrüßungsrede (©Laven)

11.03.2019 - Es ist ein Ritual, das sich beim Tischtennis durch alle Ligen zieht: Die Begrüßungsrede vor Spielbeginn, die in einigen Ligen auch noch von einer kurzen Verabschiedung nach Spielschluss ergänzt wird. Doch muss es bei der Begrüßungsrede immer der gleiche Wortlaut sein, wie man es so oft erlebt? Kanten-Klaus hält dagegen und erzählt, wie er ein bisschen Pep in die Sache bringt.

1000 Mal gehört, 1000 Mal ist nichts passiert...und bei den nächsten 1000 Malen wird wahrscheinlich auch nichts passieren, um’s mal sehr frei nach Klaus Lage zu formulieren. Dabei sind die Texte des deutschen Musikers 1000 Mal abwechslungsreicher und kreativer als die Begrüßungsreden in der Kreisklasse.

„Zum heutigen Meisterschaftsspiel in der Kreisklasse begrüßen wir unsere Gegner aus Kleinbüllesheim recht herzlich. Kleinbüllesheim spielt in der Aufstellung A, B, C, D, in den Doppeln AB und CD. Großbüllesheim spielt in der Aufstellung W, X, Y, Z, in den Doppeln WX und YZ. Wir hoffen auf faire, spannende Spiele, der besseren Mannschaft den Sieg und begrüßen unseren Gegner mit einem Guten...Abend (alle).“

Dieser absolut korrekte wie langweilige Text wird dann in der Regel mit den folgenden Worten beantwortet: „Wir bedanken uns für die freundliche Aufnahme hier in Großbüllesheim, wünschen ebenfalls faire, spannende Spiele und der besseren Mannschaft den Sieg und begrüßen unseren Gastgeber mit einem Top...Spin (alle).“
Das klingt alles sehr sportlich und fair – wofür wir Tischtennisspieler in der Regel ja auch bekannt sind – ist aber mal glatt gelogen. Denn in erster Linie wünsche ich meiner eigenen Mannschaft den Sieg, nach den oft beschriebenen fairen und spannenden Spielen natürlich.

Trotzdem frage ich mich, warum die meisten Mannschaftsführer in der Kreisklasse nicht mal ein bisschen aus sich raus gehen und etwas Abwechslung und Spaß in ihre Sätze bringen. Das passiert meiner Erfahrung nach meistens erst ab Bezirksliga aufwärts. Dabei kennen sich viele Spieler in der Kreisklasse seit Jahren, wissen um die Besonderheiten und Eigenarten ihrer Gegner – da lässt sich doch ganz einfach mal ein bisschen Persönliches mit einbauen.

Als Mannschaftsführer versuche ich immer einen kleinen Witz über die Parkplatzsituation vor der Halle, den baulichen Zustand in der Halle, die kalten Duschen aus der letzten Saison, den Tabellenstand oder das Ergebnis aus dem Hinspiel einzubringen. Zugegeben, das kommt nicht bei jedem Gegner gut an und wird regelmäßig mit mürrischen Gesichtern quittiert. Aber ich will bei den Spielen doch Spaß haben, am und neben dem Tisch...also warum nicht auch mal die eigenen Mannschaftskollegenmit einem lauten „Zickezackezickezacke...“ ins Leere laufen lassen, statt den immer gleichen „Schmetter...ball“ auszurufen, bei dem eh meist nur ein paar kläglich leise Stimmchen antworten und der Gegner direkt weiß, dass er sich vor diesen Schmetterbällen aber mal gar nicht fürchten muss.

Ich nutze die Begrüßung durchaus dafür, dem Gegner direkt noch mal zu sagen, dass wir zum Beispiel im Abstiegskampf stehen und unbedingt Punkte brauchen. Sie sich also auf einen harten Fight einstellen können. Das hat für mich nichts mit Unfairness zu tun, sondern gibt dem ganzen ein bisschen Würze.

Sicher ist diese ganze Begrüßungs-Kiste natürlich auch Typsache. Nicht jedem liegt es vor anderen Menschen zu sprechen, auch wenn es nur ein paar Figuren in einer Turnhalle sind. Trotzdem gibt es doch keinen Grund, sich krampfhaft an den gleichen Sermon der letzten 50 Jahre zu halten. Denn wer mal was anderes sagt als das Erwartete, wird feststellen, dass er zumindest von dem ein oder anderen einen dankbaren Blick erntet.

Haut rein,
euer Redner Kanten-Klaus

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