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Bunte Mischung: Härtefälle des Saisonabbruchs

Obernsees wird Bayreuth den Aufstiegsplatz überlassen

28.04.2020 - Nicht alle waren beim Saisonabbruch mit der Entscheidung zufrieden, den Stand von Mitte März für die Abschlusstabelle heranzuziehen. 40 Prozent gaben in unserer Umfrage an, es lieber gesehen zu haben, wäre die Hinrundentabelle gewertet worden. Doch waren die Unterschiede hier tatsächlich gravierend? Zumindest einige Härtefälle lassen dies durchaus erkennen. Uns erreichte zu dem Thema eine mittlere zweistellige Zahl von Einsendungen. Eine bunte Mischung stellen wir Ihnen hier vor!

Bei vielen Einsendungen, die uns erreichten, hatten Mannschaften aufgrund von weniger gespielten Spielen einen Nachteil erlitten. Oder sie hatten zwar die gleiche Anzahl an Spielen wie die Konkurrenz bestritten, aufgrund der Konstellationen an den letzten Spieltagen wäre es aber wahrscheinlich so gewesen, dass sie in der Tabelle noch nach oben geklettert wären. Neben vielen Fällen, in denen Mannschaften durch den Tabellenstand von Mitte März also benachteiligt wurden, gab es auch solche, in denen es für Teams von Vorteil war, dass nicht der Hinrundenstand gewertet wurde. Natürlich war die Anzahl der Einsendungen, die auf erstgenannte Beispiele zutrifft, ungleich höher. Wir stellen Ihnen eine bunte Mischung von extremeren Fällen mit zum Teil unterschiedlichen Ausgängen vor. 

Fall des MTV Goslar II eines der extremsten Beispiele
Eines der extremsten Beispiele, das uns gleich mehrfach erreichte, ist das des MTV Goslar II aus der 1. Herren-Kreisklasse im Kreis Goslar in Niedersachsen. Mit elf Siegen aus elf Spielen liegt das Team in der Tabelle nur auf Platz drei hinter dem MTV Bettingerode II (25:7) und der SG Dörnten/Bredelem II (23:11), die entsprechend bereits fünf bzw. sechs Spiele mehr absolviert haben. In der Vorrundentabelle trennten Goslar als Tabellenführer von beiden Mannschaften fünf bzw. sieben Minuspunkte. Eine Entscheidung in diesem Fall steht noch aus. Auf Anfrage teilte der MTV Goslar mit, dass der TTVN in der kommenden Woche darüber urteilen werde. Bis zum 30. April können in Niedersachsen Härtefallanträge eingereicht werden.  

Auch der TSC Steinbeck-Meilsen II in der Jungen-Bezirksklasse Ost im Bezirksverband Lüneburg (ebenfalls Niedersachsen) verlor in dieser Saison kein Spiel. Mit drei Partien weniger rangiert die Mannschaft allerdings in der Abschlusstabelle hinter Spitzenreiter TSV Bienenbüttel, der in drei Spielen mehr schon zwei Niederlagen einstecken musste. Auch der TSC Steinbeck-Meilsen II kündigte an, einen Härtefallantrag zu stellen, um aufsteigen zu können. 

Faire Geste: Spitzenreiter Obernsees II überlässt Bayreuth III den Aufstiegsplatz
Lediglich einen Punkt in der gesamten Saison gab der 1. FC Bayreuth III (21:1) in der Bezirksklasse B im Bezirk Oberfranken in Bayern ab. Zwar weist der TSV 1909 Obernsees II aufgrund von vier Niederlagen deutlich mehr Minuspunkte auf, doch kann der Verein auch mehr Pluspunkte verzeichnen (24:8) und liegt daher vor den Bayreuthern auf dem ersten Tabellenplatz der Abschlusstabelle. Da der zweite Platz in dieser Liga nur zur Teilnahme an der Relegation berechtigt hätte und Relegationsteilnehmer im Bayerischen Tischtennis-Verband in der Liga verbleiben, wäre es mit dem Aufstieg für Bayreuth wohl schwierig geworden. Eine Härtefallentscheidung blieb allen Beteiligten nun aber erspart, weil Obernsees sich aufgrund der klaren Tabellenkonstellation dafür entschied, Bayreuth den Aufstiegsplatz zu überlassen.

Der Beschluss in einem anderen, allerdings auch weniger deutlichen Fall in Bayern steht hingegen noch aus. Mit drei Spielen und zwei Minuspunkten mehr führt die SpVgg Westheim (26:6) die Tabelle der Verbandsliga Südwest im ByTTV vor der SpVgg Thalkirchen II (22:4) an. Beide Mannschaften hätten in den offenen Partien nur noch gegen Teams ab Tabellenplatz vier abwärts gespielt. Die Entscheidung darüber, welche Mannschaft aufsteigen darf, liegt aktuell beim Verbandsgericht. 

Hohbergs Antrag abgelehnt, Myhls Antrag bewilligt
Gerne aufsteigen würde auch die zweite Damen-Mannschaft des TTSF Hohberg. Die belegte in der Hinrundentabelle in der Bezirksliga im Bezirk Ortenau (Südbaden) Aufstiegsplatz zwei mit 10:4 Punkten, fiel mit 18:6 Punkten dann auf Platz drei hinter den TTC Friesenheim II zurück, der bei zwei gespielten Partien mehr allerdings auch einen Minuspunkt mehr aufweist (21:7). Der Härtefallantrag wurde von Verbandsseite abgelehnt mit dem Verweis, dass die darüber liegende Damen-Landesliga in der kommenden Saison mit elf statt acht Mannschaften ohnehin schon voller sei, als es die Sollstärke vorgebe (coronabedingt), und so nur das auf dem Relegationsplatz liegende Team habe berücksichtigt werden können. 

Als Verein aus dem Kreis Heinsberg waren die TTF Füchse Myhl im bundesweiten Vergleich schon früh von Hallenschließungen betroffen. Ihr letztes Spiel bestritt die erste Mannschaft in der Bezirksklasse 5 im Bezirk Düsseldorf Mitte Februar, hatte Mitte März zwei Partien weniger als die Konkurrenz absolviert. Mit einem Minuspunkt weniger rangieren die Myhler in der Abschlusstabelle auf Platz zehn, was ein direkter Abstiegsplatz gewesen wäre. Der Verein stellte einen Härtefallantrag, diesem wurde stattgegeben. Myhl darf also auch in der kommenden Saison in der Bezirksklasse aufschlagen.

Personell verstärkte Vernicher sichern Klassenerhalt in der Rückrunde
Doch es gab auch Fälle, bei denen Mannschaften davon profitiert haben, dass nicht der Hinrundenstand für die Abschlusstabelle gewertet wurde. Diese Fälle würden also für die Entscheidung sprechen, dass der Tabellenstand von Mitte März herangezogen wurde. Der TTC Vernich beispielsweise lag nach der Hinrunde in der Kreisliga Euskirchen mit 4:14 Punkten auf dem letzten Tabellenplatz, Rang zehn. Zur Rückrunde verstärkte sich der Verein mit zwei Verbandsligaspielern, gewann fünf von sechs Spielen und schaffte es Mitte März auf den sechsten Platz im gesicherten Tabellenmittelfeld

(DK)

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