Amateure

Finanzielle Hilfen und Co.: Die Möglichkeiten der Amateurvereine

Es bleibt abzuwarten, wann die Hallen wieder öffnen (©Roscher)

14.04.2020 - Die Saison 2019/2020 ist beendet, die Sporthallen sind nach wie vor geschlossen. Mit der vollständigen Einstellung des Sportbetriebs seit dem 16. März verzeichnet auch so mancher Tischtennisverein Einnahmeeinbußen, sei es durch die Absage von Turnieren und Lehrgängen oder durch fehlende Sponsorengelder. Doch was können Amateurvereine in der Coronakrise tun, auf welche Möglichkeiten können Sie sich nach derzeitigem Stand einstellen? Das soll im aktuellen Amateur-Thema näher beleuchtet werden!

Selbst wenn in dieser Woche eine Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen beschlossen werden sollte, so dürfte es wohl noch eine Weile dauern, bis im Sport wieder zum Normalbetrieb übergegangen werden kann. So macht die Krise natürlich auch vor den Sportvereinen nicht Halt, denn laufende Kosten müssen nun einmal bezahlt werden, während Einnahmen womöglich wegfallen. Doch was können die Vereine tun, wenn die Coronakrise ihre Existenz bedroht?

NRW: "Soforthilfe für den Sport" in Höhe von 10 Millionen Euro
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), die Dachorganisation des deutschen Sports, reagierte vor einigen Wochen auf die drohende Krise und kündigte Ende März einen Solidarfonds mit einem Grundstock von einer Million Euro an, der mittels eines Spendenaufrufs an die Öffentlichkeit weiter aufgestockt werde – so der aktuelle Stand. Etwas weiter ist da schon mancher Landessportbund. Das Land Nordrhein-Westfalen beschloss Anfang April ein Hilfsprogramm für den Sport im einwohnerreichsten Bundesland Deutschlands, das Projekt des Landessportbunds NRW nennt sich "Soforthilfe für den Sport". Ab morgen, also ab dem 15. April und bis zum 15. Mai, können sich Vereine, deren Existenz durch die Coronakrise bedroht ist, für verschiedene Hilfspakete bewerben. Gebrauch machen davon können auch die über 1.200 Tischtennisvereine bzw. -abteilungen im WTTV. Anders als bei der NRW-Soforthilfe müssen diese Vereine nicht "unternehmerisch tätig" sein, also keinen Bruttoerlös von 35.000 Euro vorweisen, sondern 'lediglich' Mitglied in einer Mitgliedsorganisation des Landessportbunds NRW und als gemeinnützig anerkannt sein. 

Auch in Baden-Württemberg, das sich im Tischtennis in die Verbände Württemberg-Hohenzollern, Baden und Südbaden gliedert und etwa 1.250 Tischtennisvereine zu verzeichnen hat, will man alles daran setzen, dass der Sport nicht auf der Strecke bleibt. In Abstimmung mit dem Landessportverband sollen hier laut dem Kultusministerium Baden-Württemberg umgehend Mittel im laufenden Solidarpakt zielgerichtet eingesetzt werden, "um in Not geratene Sportvereine zu unterstützen. Sollte diese Maßnahme nicht ausreichen, werde man sich für einen ergänzenden Notfallfonds einsetzen", heißt es auf der Internetseite des Kultusminsteriums. Unternehmerisch tätigen Vereinen wird nahegelegt, im Extremfall über Maßnahmen wie Kurzarbeitergeld nachzudenken, um Mitarbeiter vor Entlassung und Arbeitslosigkeit zu schützen und die Personalkosten zu senken. 

Bayern: Schaden im Sport auf 200 Millionen Euro geschätzt
Viele Sportbünde in Deutschland hatten vor der Verabschiedung von Maßnahmen bereits Umfragen ins Leben gerufen, wie groß der Bedarf an existenzsichernden Geldern denn sei – so auch der Bayerische Landes-Sportverband. Rund 2.000 Vereine meldeten sich, der Schaden im Sport alleine in Bayern wurde daraufhin auf 200 Millionen Euro geschätzt. Die Schwerpunkte der Rückmeldungen im Freistaat, in dem es über 1.500 Tischtennisvereine und -abteilungen gibt, bezogen sich auf den Liga-, Sport- und Trainingsbetrieb, den laufenden Betrieb der Sportanlagen, die Kosten für Übungsleiter, Trainer und Betreuer sowie Einnahmeausfälle aus verpachteten oder selbst betriebenen Sportanlagen bzw. Sportgaststätten. Auf Grundlage dieser Erhebung möchte man nun mit der Politik intensive Verhandlungen führen, um den organisierten Sport in Bayern zu unterstützen (zu aktuellen Infos). 

Und wie sieht es in den Stadtstaaten aus? In Berlin z. B. steht in Person von Friedhard Teuffel, der ehemaliger Journalist ist und der den autobiographischen Reisebericht "Timo Boll: Mein China" schrieb, ein Tischtennisspieler an der Spitze des Landessportbunds. Im Interview mit dem DTTB ließ er verlautbaren: "Wir befinden uns gerade in sehr konstruktiven Gesprächen mit den Senatsverwaltungen in Berlin und mehreren Abgeordneten. In diesen Gesprächen merken wir eine große Wertschätzung für die Arbeit der Sportvereine." Denn die Folgen für die Gesundheit und den Zusammenhalt der Gesellschaft seien seiner Meinung nach enorm, wenn jetzt reihenweise Sportvereine verschwinden würden.

Persönlicher Spendenaufruf: Sportdeutschland-Aktion #gemeinsamfuerdensport
Seit dem 9. April und noch bis zum 31. Mai wiederum können Vereine in Bremen einen Antrag im Rahmen des dortigen Soforthilfeprogramms für Sportvereine stellen, das Gelder in Höhe von einer Million Euro umfasst. Sportvereinen, die Mitglied im Landessportbund sind, wird bei Einnahmeausfällen ein einmaliger Zuschuss von 5.000 Euro gewährt (zu weiteren Informationen). 

Doch auch die eigene Kreativität ist gefragt: Unter dem Hashtag #gemeinsamfuerdensport hat das Portal Sportdeutschland.TV, das von der DOSB Media GmbH betrieben wird, eine Solidaritätskampagne ins Leben gerufen, um deutschlandweit Vereine zu unterstützen. Über die Internetseite www.gemeinsam-fuer-den-sport.de können diese einen persönlichen Spendenaufruf starten. Hierzu reicht eine E-Mail mit einer kleinen Videobotschaft an Partner@Sportdeutschland.TV – egal, ob hier die ganze Mannschaft via Skypecall oder nur eine einzelne Person in einem Handyvideo zu sehen ist, die erklärt, wie Fans den Verein in den schwierigen Zeiten unterstützen können... 

DTTB: "Situation der Tischtennisvereine höchst unterschiedlich"
Von Seiten des Deutschen Tischtennis-Bunds wiederum heißt es zusammenfassend: "Die Situation der Tischtennisvereine infolge der Corona-Pandemie ist höchst unterschiedlich auch hinsichtlich der finanziellen Folgen. Dies ist abhängig von der Struktur der Vereine (setzt man zum Beispiel hauptamtliches Personal oder Honorarkräfte ein, bietet man Kurse gegen Teilnehmergebühren an) und vom jeweiligen Bundesland. Betroffene Vereine sollten sich über die Webseiten der jeweiligen Landessportbünde informieren, wie die Hilfs- bzw. Fördermöglichkeiten ihres Bundeslandes gestaltet sind."

(DK)

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