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Von Waschbären und Kriegern: "Raccoon Rackets" und "La Mannschaft"

Die Raccoon Rackets der SpVgg Thalkirchen gehen in der Regionalliga Süd an den Start (©privat)

12.05.2018 - Über kuriose Vereinsnamen haben wir schon in der Vergangenheit berichtet. Manche davon ergaben sich durch puren Zufall, weil der Stadt- bzw. Ortsname an sich schon kurios klingt, manche entstanden nicht ganz unabsichtlich. Um nicht alltägliche Mannschaften, die nicht nur wegen ihres Namens in der Tischtennis-Landschaft herausstechen, geht es in diesem Artikel: Die "Raccoon Rackets" (SpVgg Thalkirchen) und "La Mannschaft" (WRW Kleve).

In der Regionalliga Süd gehen die "Raccoon Rackets", die erste Mannschaft der SpVgg Thalkirchen aus München, an den Start. Raccoon ist der englische Begriff für "Waschbär". Was dieses Tier mit Tischtennis zu tun hat? Patrick Dudek, die Nummer drei der Mannschaft, klärt über die Entstehungsgeschichte auf: "Wir waren mal bei einem Freundschaftsspiel in Gräfeling, deren Mannschaft nannte sich "Wölfe". Wir haben dann einen Namen gesucht, der authentisch ist und uns, die wir alle gut befreundet sind, widerspiegelt. Da wir eher gemütlich, aber trotzdem etwas bissig sind, dachten wir, der Waschbär passt ganz gut zu uns." Ein Name im Stile amerikanischer Klubs sollte her, so war im November 2017 der Titel "Raccoon Rackets" geboren. Schon kurz danach fing die Mannschaft an, Artikel wie Kappen, T-Shirts und Sticker mit eigenem Logo auf den Markt zu bringen, einen 3x2 Meter großen Banner in der Halle aufzuhängen und eine Website sowie Social-Media-Kanäle anzulegen. Hier veröffentlichen die Rackets u. a. nach Spielende gedrehte Interviews, die nicht ganz ernst gemeint sind, sondern vor allem der Unterhaltung dienen sollen. 

Berichterstattung in Anlehnung an Leonidas und die Spartiaten 
Eine eigene Kollektion brachte "La Mannschaft" vor drei Jahren heraus, seit einem Jahr heißt sie reddevil-Kollektion. Die zweite Mannschaft von WRW Kleve schlägt in der Bezirksliga (sie selbst nennt die Liga "Bezirksbundesliga") auf, ihr Mannschaftsführer ist myTischtennis-Sales-Manager Marius Küper. Zwei verschiedene Kapuzenpullover, zwei Jogginghosen, Aufstiegs- und Fanshirts sowie Socken, Bandanas, Sticker und mehrere Kappen bietet La Mannschaft inzwischen zum Kauf an. Auch dieses Team und seine "Krieger" – so betiteln sich die La-Mannschafts-Spieler – nutzen soziale Medien zur Selbstvermarktung. "Wir haben den Facebook-Account unseres Vereins übernommen und versuchen unsere Fans durch kreative Berichterstattung in Anlehnung an Leonidas und seine Spartiaten zu begeistern", berichtet Mannschaftsführer Küper. Das habe so weit geführt, dass selbst die Rheinische Post in Vor- und Nachberichten zu Spielen des Teams den Begriff "La Mannschaft" wähle und auch weitere Begriffe des La Mannschaft-Wortschatzes aufgegriffen habe. Teamgeist werde bei La Mannschaft großgeschrieben, auch außerhalb der Halle sei man gut befreundet und unternehme viel zusammen. 

Regionalliga ohne 'Spielergehälter'
Ähnlich sieht es bei den Raccoon Rackets aus. Auch hier sind die Spieler untereinander gut befreundet und machen viel abseits des Tisches zusammen. Das Besondere zudem: Ohne großes Budget tritt die Mannschaft in der Regionalliga an (Tabellenplatz sechs zum Abschluss), kein Spieler erhält Geld für's Spielen, was in diesen Sphären eher ungewöhnlich ist. Dass der Zusammenhalt so groß sei, habe sogar dazu geführt, dass sich zum Teil Spieler der Mannschaft anschließen wollen, die normalerweise nicht 'umsonst' spielen würden, diesen Umstand aber in Kauf nehmen würden. Das Ziel hinter dem Namen Raccoon Rackets sei laut Patrick Dudek aber in erster Linie gewesen: "Aufmerksamkeit generieren, den Sport attraktiver machen. Tischtennis ist immer sehr konservativ, wirkt manchmal ein bisschen angestaubt. Wir wollten das ganze Drumherum jugendlicher gestalten." Küper wiederum erklärt: "Wir wollten uns einfach einen eigenen Namen machen und ich glaube, wir können sagen, das haben wir geschafft. Im Verein, in der Liga und der Zeitung werden wir fast ausschließlich so geführt. Wir wollten nicht irgendeine Mannschaft des Vereins sein, sondern uns am und neben dem Tisch ein bisschen abheben."

Insgesamt positive Resonanz
Und wie reagieren die Gegner darauf? Küper: "Bis auf ein bis zwei Gegner, die unsere kampfeslustige Berichterstattung zu ernst nehmen, ist die Resonanz positiv. Wir haben uns einen Ruf erspielt, unser Selbstbewusstsein bei der Selbstvermarktung ist auch nicht gerade gering." Die Berichterstattung des Teams sei manchmal gewagt, aber komme bei den Gegnern dennoch gut an. Der 'Mythos' La Mannschaft solle noch lange weiterleben, heißt es in der 'Gründungsurkunde' des Teams. Einen Namen gemacht in ihrer Liga haben sich auch die Raccoon Rackets. "Einige finden die Idee gut und feiern es, wenn wir in fremden Hallen unter dem Namen auftreten", meint Patrick Dudek. Anderen Mannschaften, die ihre Selbstvermarktung erweitern wollen, rät er: "So etwas einfach selbst ausprobieren, frischen Glanz verbreiten. Es bringt einen Wiedererkennungswert und eigentlich nur Vorteile."

(DK)

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