Trainingstipp

Trainingstipp: Leerer Schupf kein Schuss ins Leere

Beschäftigen Sie Ihren Gegner: Variieren Sie Ihren Schupfball (©Roscher)

19.03.2013 - Gute Beinarbeit, tolle Athletik und eine Technik aus dem Lehrbuch bringen einem im Wettkampf nicht viel, wenn die eigenen Schläge für den Gegner zu leicht ausrechenbar sind. Deshalb gilt es, sein Spielsystem und Schlagrepertoire stetig zu erweitern, um auf diese Weise überraschen zu können. Eine Möglichkeit: Schupfen Sie den Ball nicht immer mit Unterschnitt zurück, sondern fordern Sie Ihren Gegner auch mal mit einem leeren Schupf. Wir erklären, wie es geht!

präsentiert vom Verband Deutscher Tischtennistrainer (VDTT)


Grundsätzlich definiert man einen Schupf als Schlag, mit dem man am/über dem Tisch Unterschnitt erzeugt. Nun kann man anmerken „Ein Block mit Unterschnitt ist doch ein Block und kein Schupf!“. Dem pflichte ich grundsätzlich bei und es verdeutlicht, dass beim Begriff „Schupf“ auch eine grundlegende Technikausführung impliziert ist: geöffneter Schläger, Bewegungsrichtung von hinten-oben nach vorne-unten usw. Das wesentliche Merkmal ist aber die eigene Rotationserzeugung, in diesem speziellen Fall handelt es sich um Unterschnitt.

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Somit ist ein „leerer Schupf“ eigentlich eine sprachliche Ungenauigkeit, aber auch ein fest verankerter TT-spezifischer Ausdruck. Es handelt sich um einen Schlag, bei dem man den „klassischen Schupf mit Unterschnitt“ in dem Maße variiert, dass man ihn ohne Rotation, also „leer“ spielt. Anwendung kann der leere Schupf nur gegen Bälle mit Unterschnitt finden, da gegen jede andere Rotation der Ball extrem steigen würde. Natürlich kann man auch auf Bälle mit Überschnitt oder ohne Rotation einen Schupf andeuten. Der ausgeführte Schlag wäre aber immer ein Flip. Die angedeutete Schupf-Bewegung müsste man als Finte interpretieren. Je nach ankommender Rotation ist der Übergang leerer Schupf – Flip mit Finte fließend bzw. Definitionssache.
 
Was zeichnet einen leeren Schupf gegen Unterschnitt, im Vergleich zum Schupf mit Unterschnitt, technisch nun aus?
  • Identische Ausholbewegung
  • Zentraler Balltreffpunkt; Schläger nur leicht geschlossen
  • Kein Handgelenkeinsatz
  • Bewegungsrichtung um den Treffpunkt im Wesentlichen von hinten nach vorne
Ist man in der Lage, einen „Schupf ohne Rotation“ spielen zu können, hat man sein Spielsystem erweitert und wird für den Gegner weniger ausrechenbar. Voraussetzung ist also, dass man einen Schupf mit viel Unterschnitt spielen kann. Dies sollte beim Lernen oder Lehren des TT-Spiels immer der erste Schritt sein.
 
Nachfolgend nun jeweils zwei Übungen zum Technikerwerb bzw. zur Technikanwendung:
 
1. Übung
Spieler A:            KAS mit US in RH
Spieler B:            leerer Schupf in RH/oder Mitte
Spieler A:            RHT/VHT in VH-Seite
Spieler B:            VHT, dann frei

Wechsel:            4 x 4 Minuten

Grafik zu Übung 1

2. Übung
Spieler A:            KAS mit US in VH-Seite
Spieler B:            leerer Schupf in Ecke
Spieler A:            RHT/VHT diagonal
Spieler B:            RFHT/VHT parallel oder in Mitte, dann frei
 
Wechsel:            4 x 4 Minuten

Grafik zu Übung 2 

3. Übung
Spieler A:            KAS/hl-AS mit US in RH
Spieler B:            leerer Schupf oder Schupf mit max. US in VH-Seite
Spieler A:            T diagonal
Spieler B:            T frei, dann frei 
 
Wechsel immer dann, wenn Spieler B 5 Punkte gewonnen oder 2 Punkte mit dem RS geholt hat
 
Grafik zu Übung 3

4. Übung
Spieler A:            KAS/hl-AS mit US außen VH
Spieler B:            leerer Schupf oder Schupf mit max. US kurz oder hl in VH Seite
Spieler A:            T/F in Mitte
Spieler B:            T frei, dann frei 

Grafik zu Übung 4
 
Wechsel immer dann, wenn Spieler B 3 Punkte in Folge gewonnen hat
 
Weiterreichende theoretische Hintergründe finden Sie in den Fachzeitschriften TTL und Trainerbrief bzw. im Downloadbereich des VDTT (www.vdtt.de).
Autor: Achim Krämer 

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