Trainingstipp

Taktiktipp: Vor- und Rückwärtsbewegungen mit Plastikball provozieren

Bei den deutschen Meisterschaften interviewte Alexander Flemming seinen Doppelpartner Erik Bottroff (©Flemming)

05.03.2019 - Auch Alexander Flemming mischte am Wochenende bei den deutschen Meisterschaften in Wetzlar mit, im Doppel mit Erik Bottroff gelang durch den Halbfinaleinzug sogar der Sprung aufs Treppchen. Für den aktuellen Taktiktipp hat Flemming ein Interview mit Bottroff zum Plastikball geführt. Zudem erklärt der Hilpoltsteiner, welche taktischen Vorteile man aus dem Spiel mit dem Plastikball ziehen kann.

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Es ist möglich, das starke Absprungverhalten des Plastikballs auszunutzen und den Gegner über Variationen in der Länge verschiedener Bälle unter Druck zu setzen. Insbesondere lässt sich dieses Mittel beim Rückschlag einsetzen. Dabei ist es zum einen möglich, dass der Schupfball aggressiv bis auf die Grundlinie des Gegners gespielt wird, um ihn zu überraschen. Wird dieser Ball in guter Qualität gespielt, kann provoziert werden, dass der Gegner bei einem möglichen Eröffnungstopspin 'nach hinten fällt', also den Oberkörper aufrichtet, und dadurch weniger Spin und Tempo in den Ball bekommt.

Zum anderen soll der Rückschlag mit viel Unterschnitt als halblanger Ball gespielt werden, der aufgrund des Dralls abstoppt, nur einmal aufkommt und direkt hinter der gegnerischen Tischkante herunterfällt. So wird der Aufschläger gezwungen, dem Ball für einen Eröffnungstopspin einen Schritt entgegenzugehen. Dadurch kann es ihm schnell passieren, dass er den Ball zu spät nimmt, um gute Qualität zu erzeugen oder gar zu treffen. Beide Varianten eröffnen dem Rückschlager die Möglichkeit, das Spiel mit einem Gegentopspin zu übernehmen.

Besonders wichtig ist, dass beide Rückschlagvarianten aus einer ähnlichen Bewegung und einem ähnlichen Treffpunkt gespielt werden, um den Aufschläger nicht erkennen zu lassen, was auf ihn zukommt.

Seitens des Rückschlägers haben wir also eine taktisch moderne Übung. Der Aufschläger trainiert gleichzeitig das technische Hauptproblem, das oftmals mit dem ABS-Plastikball auftritt: das richtige Timing zu haben beim Balltreffpunkt, da der Unterschnittball auf dem Tisch stark abstoppt. Deshalb muss sich der Spieler erst richtig hinstellen und im Anschluss die Bewegung etwas direkter zum Ball steuern, als es noch mit Zelluloidball der Fall war.

Die Übung soll konkret lauten:

Spieler A: Kurzer (Seit-) Unterschnittaufschlag
Spieler B: Rückschlag in die gesamte Vorhandhälfte aggressiv lang oder halblang
Spieler A: Topspin diagonal
Spieler B: Gegentopspin frei

Tipp: Um auch Wettkampfcharakter im Training zu erzeugen, lässt sich diese Übung auch wunderbar als Satz spielen. Entweder wechselt man die Aufschläge 2-2 ab oder spielt einen Satz mit dem gleichen Aufschläger durch.

Zur Grafik von Übung 1



Der Autor:
Alexander Flemming ist seit 2011 freiberuflicher Trainer und betreibt seit 2017 eine mobile Tischtennisschule, die deutschlandweit tätig ist. Zu seinen Hauptaufgaben gehören unter anderem die Betreuung von Vereinen bei der Nachwuchsarbeit sowie Angebote zu Trainingslagern und Einzeltrainings. Seine regionalen Schwerpunkte befinden sich in seiner Heimat Leipzig und Hilpoltstein, wo er seit zehn Jahren in der 2. Bundesliga als Spielertrainer aktiv ist. Zu seinen größten sportlichen Erfolgen gehören der zweifache Gewinn der Deutschen Meisterschaft im Herren-Doppel, ein dritter Platz im Herren-Einzel und der zweifache Sieg beim Bundesranglistenfinale.

Alle seine Angebote und Kontaktdaten sind unter www.tischtennis-flemming.de zu finden.

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