DM 2019

Unverhoffter Titel für Mittelham/Schreiner - Duda/Qiu siegen erneut

Glückliche Siegerinnen: Nina Mittelham und Franziska Schreiner sind erstmals deutsche Meisterinnen (©Steinbrenner)

03.03.2019 - Die Namen Nina Mittelham und Franziska Schreiner hätten vor Beginn der deutschen Meisterschaften von Wetzlar wohl die Wenigsten auf den Siegerlisten erwartet. Nichtsdestotrotz spielte sich das Duo, das im Halbfinale von Sabine Winters Verletzung profitierte, nach ganz oben aufs Doppel-Siegertreppchen. Bei den Herren verteidigten Benedikt Duda/Dang Qiu ihren Titel. Die ersten deutschen Meister im Mixed-Doppel seit 2006 heißen Patrick Franziska und Petrissa Solja.

Das Damen-Doppelfinale hatte diesmal eine ganz besondere Würze, da sich eben nicht die ‚üblichen Verdächtigen‘ dafür qualifizieren konnten, sondern zwei Duos, die man vorher sicherlich nicht auf der Rechnung hatte. Luisa Säger und Caroline Hajok sind normalerweise in der zweiten bzw. dritten Liga unterwegs und hatten mit ihrem Sieg im Halbfinale gegen Kristin Lang/Shan Xiaona für eine Sensation gesorgt. Mittelham/Schreiner waren heute kampflos ins Finale eingezogen, nachdem Sabine Winter verletzungsbedingt nicht mehr antreten konnte, waren im Endspiel aber dennoch favorisiert. Säger/Hajok verfolgten auch in diesem Spiel die Taktik aus dem Halbfinale, das Ganze locker anzugehen. So leisteten sie gerade im ersten Satz großen Widerstand und sicherten sich die Führung mit 13:11. Doch die Antwort der etwas überrumpelten Favoritinnen ließ nicht lange auf sich warten. Mittelham/Schreiner gewannen den nächsten Satz mit 11:1 und nahmen das erhöhte Tempo auch in die folgenden Durchgänge mit. Nach vier Sätzen durften die beiden schließlich ihren ersten DM-Titel bejubeln - für Säger/Hajok blieb ein sehr guter zweiter Platz. Wenn ihr jemand vorher gesagt hätte, dass sie hier deutsche Meisterin im Doppel würde, hätte Nina Mittelham „das sofort unterschrieben“. Allerdings räumte sie auch ein: „Wenn Peti und Sabine im Halbfinale gespielt hätten, wäre das für uns die Endstation gewesen - das muss man einfach so sagen. Aber ich freue mich sehr, dass wir das Spiel gewonnen haben, und bin sehr zufrieden.“

Duda/Qiu verteidigen Titel

Bei den Herren ergab sich ein gänzlich anderes Bild. Hier standen die beiden Doppel im Endspiel, die auch in der Setzliste ganz oben zu finden waren. Die Frage war nur, ob sich das topgesetzte Duo Patrick Franziska/Ricardo Walther oder die Titelverteidiger Benedikt Duda/Dang Qiu durchsetzen würden. Das Spiel war zwar von Beginn an ein Kopf-an-Kopf-Rennen, dennoch hatten Duda/Qiu die Nase stets ein wenig weiter vorne. So waren sie es auch, die mit 2:1 in Führung gingen und damit zuerst die Chance hatten, den Sack zuzumachen. Doch auch der vierte Satz ging hin und her und endete schließlich in der Verlängerung. Nach zwei abgewehrten Satzbällen nutzten Qiu/Duda jedoch ihren ersten Matchball und feierten die Titelverteidigung. „Wir sind überglücklich, dass wir gewonnen haben, eine WG-Party ist aber noch nicht geplant“, verriet Qiu, der sich mit Duda eine Wohnung teilt. „Ausschlaggebend war, dass wir die ganze Zeit an den Sieg geglaubt haben. Wir lagen so oft zurück, sind aber immer wieder zurückgekommen. Das war am Ende entscheidend.“ Für Qiu ist dies der zweite Deutsche-Meister-Titel, Duda holte bereits zweimal Gold (2015 und 2018).

Solja/Franziska erste Mixed-Meister seit 2006

Seit 2006 gehört das Mixed-Doppel nicht mehr zum Programm der deutschen Meisterschaften. Da diese Konkurrenz nächstes Jahr allerdings erstmals auch eine Disziplin bei den Olympischen Spielen sein wird, gelangt die Doppelvariante in diesem Jahr auch bei den nationalen Meisterschaften wieder in den Fokus. Die Ehre, die ersten Titelträger beim Comeback dieser Disziplin zu sein, wurde Patrick Franziska und Petrissa Solja zuteil, die für ihren Pokal jedoch zunächst über die volle Distanz gehen mussten. Im Finale traf das topgesetzte Duo auf ihre größten Konkurrenten in der Setzliste, Ricardo Walther und Shan Xiaona. Solja/Franziska begannen das Spiel mit einer Führung, konnten Shan/Walther aber nie abschütteln. So überraschte es nicht, dass diese Partie erst im fünften Satz entschieden werden konnte. Im großen Showdown konnten Shan/Walther ihren Gegnern allerdings nichts mehr entgegensetzen. Solja/Franziska spielten sich mit 11:1 verdient zu Mixed-Gold und empfahlen sich nicht zuletzt auch für einen Einsatz bei den Olympischen Spielen in Tokio.

 

Die Ergebnisse im Überblick:

Mixed-Doppel

Finale
Patrick Franziska/Petrissa Solja - Ricardo Walther/Shan Xiaona 3:2 (9,-2,8,-9,1)
 

Damen-Doppel

Halbfinale
Kristin Lang/Shan Xiaona - Caroline Hajok/Luisa Säger 2:3 (-10,6,-9,7,-9)
Nina Mittelham/Franziska Schreiner - Petrissa Solja/Sabine Winter 3:0 w.o.

Finale
Caroline Hajok/Luisa Säger - Nina Mittelham/Franziska Schreiner 1:3 (11,-1,-6,-4)
 

Herren-Doppel

Halbfinale
Patrick Franziska/Ricardo Walther - Robin Malessa/Gianluca Walther 3:2 (3,-7,-7,4,10)
Alexander Flemming/Erik Bottroff - Benedikt Duda/Dang Qiu 1:3 (9,-6,-4,-6)

Finale
Patrick Franziska/Ricardo Walther - Benedikt Duda/Dang Qiu 1:3 (-8,13,-10,-11)

(JS)

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