Drei Medaillen für Mittelham, Duda scheitert an De Nodrest

Nina Mittelham hat ihre dritte Medaille bei der Tischtennis-EM sicher. Im Damen-Viertelfinale setzte sie sich gegen die Rumänin Bernadette Szocs mit 4:1 durch. Benedikt Duda scheiterte derweil äußerst knapp am Franzosen Leo De Nodrest.

Nina Mittelham hat ihre dritte Medaille bei den Tischtennis-Europameisterschaften sicher. Die 29-jährige Deutsche bezwang die Rumänin Bernadette Szocs mit 4:1 und steht nun im Einzel-Halbfinale ihrer Teamkollegin Annett Kaufmann gegenüber, die am Mittag – wie auch Dang Qiu – ihr Ticket für das Halbfinale bereits gelöst hatte. Kaufmann dominierte das deutsche Duell gegen Ying Han mit einem klaren 4:0. Qiu bezwang den Franzosen Alex Lebrun mit 4:1. Neben dem Gold im Mixed mit Benedikt Duda und Bronze im Doppel mit Annett Kaufmann ist es die dritte Medaille für Mittelham bei den Europameisterschaften.
Mittelham erwischte einen guten Start gegen die Rumänin, mit der sie eine lange und vor allem spannende Duellhistorie verbindet. Mit 11:3 Siegen führte Szocs den internationalen Head-to-Head-Vergleich vor der Partie an. Die jüngsten beiden Duelle beim Europe Smash und United States Smash 2026 hatte allerdings Mittelham jeweils deutlich mit 3:0 für sich entschieden.
Auch im Viertelfinale der Europameisterschaften zeichnete sich von Beginn an ab, dass die Deutsche ihre Bilanz gegen Szocs weiter aufbessern möchte. Mittelham startete überlegen in die Partie und erspielte sich mit drei relativ deutlichen Satzgewinnen eine komfortable 3:0-Führung. Die Rumänin drehte im Anschluss jedoch noch einmal auf, setzte sich im vierten Durchgang mit 6:3 ab und nutzte beim Stand von 10:6 gleich ihren ersten Satzball, um auf 1:3 zu verkürzen.
Auch im fünften Durchgang schien das Momentum zunächst auf der Seite von Szocs zu liegen, die mit 8:5 davonzog und sich beim Stand von 10:7 drei Satzbälle erspielte. Doch wie schon im Mixed-Finale am Vortag bewies Mittelham starke Nerven, wehrte alle drei Satzbälle der Rumänin ab und verwandelte schließlich ihren zweiten Matchball zum 12:10 und damit zum 4:1-Gesamtsieg.
„Ich habe die ersten drei Sätze unfassbar gut gespielt. Keine einfachen Fehler gemacht. Jede Chance, die ich bekommen habe, habe ich genutzt. Irgendwann wurde ich ein bisschen passiver und sie hat angefangen, mir deutlich mehr Druck zu geben. Dann bin ich auch noch ein bisschen nervös geworden. Aber ob 4:0, 4:1 oder 4:3, ich nehme alles. Ich bin im Halbfinale, da bin ich sehr stolz drauf", strahlte die Deutsche nach dem Sieg.
Damit steht auch fest: Im Damen-Einzel wird es auf jeden Fall eine deutsche Finalistin geben. Denn in der Vorschlussrunde trifft Mittelham auf ihre Teamkollegin Annett Kaufmann.
Duda unterliegt De Nodrest nach Sieben-Satz-Krimi
Während Mittelham ihre dritte Medaille bei diesen Europameisterschaften bereits sicher hat, platzte der Traum von weiterem Edelmetall für ihren Mixed-Partner Benedikt Duda am Abend auf bittere Weise. Auf den frischgebackenen Mixed-Europameister wartete im Viertelfinale niemand geringeres als sein ehemaliger Bundesliga-Teamkollege vom TTC Schwalbe Bergneustadt, Leo De Nodrest. Der Franzose hatte im Achtelfinale bereits Lokalmatador Darko Jorgic in einem umkämpften Sieben-Satz-Match aus dem Turnier geworfen.
Auch gegen Duda sollte es über die volle Distanz gehen, wenngleich die einzelnen Sätze größtenteils deutlich entschieden wurden.
Gegen De Nodrest erwischte Duda zunächst keinen guten Start und musste die ersten beiden Sätze deutlich mit 5:11 und 3:11 abgeben. Im dritten Durchgang fand der Deutsche jedoch besser ins Spiel, zog schnell auf 9:1 davon und verkürzte mit 11:4 auf 1:2. Auch im vierten Satz dominierte Duda das Geschehen, erspielte sich eine deutliche 6:1-Führung und glich mit 11:3 zum 2:2 aus.
Enger gestaltete sich der fünfte Durchgang, in dem sich die beiden Spieler zunächst auf Augenhöhe begegneten. Beim Stand von 3:2 für Duda nahm De Nodrest eine Auszeit, die ihre Wirkung nicht verfehlte: Der Franzose drehte den Rückstand in eine 5:3-Führung und erspielte sich beim Stand von 10:6 vier Satzbälle. Gleich den ersten nutzte er zum 3:2-Vorsprung und setzte den Deutschen damit gehörig unter Druck. Duda stand nun nur noch einen Satz vor dem EM-Aus.
Doch der Bergneustädter hielt diesem Druck zunächst stand, zog im sechsten Durchgang rasant auf 10:3 davon und erzwang mit 11:4 den Entscheidungssatz, in dem es um den Einzug ins Halbfinale und damit um eine sichere Einzelmedaille gehen sollte.
Dort erwischte der Deutsche zunächst den besseren Start, agierte konzentriert und ging schnell mit 3:0 in Führung. De Nodrest kämpfte sich jedoch auf 2:3 heran, woraufhin Duda eine Auszeit nahm. Abschütteln konnte er den Franzosen allerdings nicht. Besonders das Aufschlag-Rückschlag-Spiel prägte die Anfangsphase des entscheidenden Durchgangs und bereitete dem Deutschen immer wieder Schwierigkeiten.
„Ich bin drangeblieben. Er hat sehr gut aufgeschlagen, hat sehr aggressiv gespielt. Insbesondere wenn er kurz aufgeschlagen hat, sind wenige Bälle halblang gewesen. Seine Aufschläge haben eine sehr gute Qualität, da lässt sich schwer was drauf machen. Meinen Aufschlag hat er auch gut retourniert, sehr aggressiv gespielt. Da haben mir heute deutlich ein paar Prozent gefehlt", so Duda nach der Partie.
Beim Stand von 7:6 für De Nodrest unterlief Duda schließlich ein Aufschlagfehler, durch den der Franzose seinen Vorsprung auf zwei Punkte ausbauen konnte. Der Deutsche fand daraufhin kein Mittel mehr, um die Partie noch einmal zu drehen, und musste sich schließlich mit 7:11 im Entscheidungssatz geschlagen geben.
„Es war eine riesige Chance auf eine Einzel-Medaille. Leo hat sehr stark gespielt, ich war nicht so gut wie die letzten Tage zuvor“, sagte der Bergneustädter sichtlich enttäuscht nach dem verlorenen Krimi. Besonders das lange Mixed-Finale steckte dem Deutschen noch in den Knochen. „Ich war erst um drei Uhr im Bett und nicht so griffig wie die Tage davor. Am Ende hat Leo verdient gewonnen. Aber es ist einfach ein bitteres Ergebnis.“
Die Spiele der Deutschen ab dem Einzel-Viertelfinale:
Herren-Einzel:
Viertelfinale:
Patrick Franziska GER – Felix Lebrun FRA 0:4 (-2,-8,-2,-8)
Benedikt Duda GER – Leo de Nodrest FRA 3:4 (-5,-3,4,3,-6,4,-7)
Dang Qiu GER – Alexis Lebrun FRA 4:1 (4,12,4,-8,4)
Halbfinale:
Dang Qiu GER – Anton Källberg SWE, Sonntag 13:45 Uhr (Tisch 1)
Damen-Einzel:
Viertelfinale:
Annett Kaufmann GER – Ying Han GER 4:0 (10,8,4,5)
Nina Mittelham GER – Bernadette Szocs ROU 4:1 (4,7,7,-6,11)
Halbfinale:
Annett Kaufmann GER – Nina Mittelham GER, Sonntag 12:15 Uhr (Tisch 1)
Zur Seite der ETTU mit Ergebnissen, Zeitplan und Auslosungen.
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