EM: Kaufmann und Mittelham verpassen Doppel-Finale knapp

Aus für Annett Kaufmann und Nina Mittelham bei den Tischtennis-Europameisterschaften: Das deutsche Duo verspielte im Halbfinale des Damen-Doppels eine 2:1-Satzführung gegen die Polinnen Zuzanna Wielgos und Anna Brzyska und unterlag am Ende mit 2:3. Damit holte sich das Duo die Bronze-Medaille.

Annett Kaufmann und Nina Mittelham verpassten am sechsten Tag der Tischtennis-EM in Slowenien knapp den Einzug ins Finale. Das deutsche Duo schaffte es nicht, einen 2:1-Vorsprung gegen die stark aufspielenden Polinnen Zuzanna Wielgos und Anna Brzyska – die am Vortag die Französinnen Charlotte Lutz und Prithika Pavade besiegt hatten – ins Ziel zu bringen, und unterlag am Ende äußerst bitter mit 2:3. Dennoch gewinnen die beiden Spielerinnen Bronze im Damen-Doppel.
Das Halbfinale entwickelte sich von Anfang an zu einem hart umkämpften Match. Alle vier ersten Sätze wurden mit nur zwei bis drei Punkten Unterschied entschieden. Die Deutschen erwischten dabei den besseren Start ins Spiel und sicherten sich den ersten Satz mit 11:8. Mit Beginn des zweiten Satzes drehten die Polinnen jedoch auf. Direkt zu Satzbeginn setzten sie die Deutschen mit einer 5:1-Führung unter Druck. Mittelham und Kaufmann schafften es zwar, sich zurückzukämpfen, und gingen beim Stand von 9:8 sogar erstmals selbst in Führung. Doch insbesondere Zuzanna Wielgos machte den beiden Deutschen von da an das Leben schwer. Mit ihrer starken Vorhand ließ sie dem deutschen Duo keine Chance mehr, sodass der Satz mit 9:11 verloren ging.
Auch die beiden folgenden Sätze waren eine ausgeglichene Angelegenheit. Die Deutschen gingen mit einem 11:9 im dritten Durchgang nach Sätzen mit 2:1 in Führung. Wielgos und Brzyska antworteten prompt mit einem 12:10 im vierten Satz und erzwangen den Entscheidungssatz. Dort lief zunächst alles gegen die Deutschen: Die Polinnen gingen direkt mit 5:2 in Führung, spielten druckvolle und präzise platzierte Bälle und ließen den Deutschen nur noch drei weitere Punkte im Satz. Mit 11:5 im Entscheidungssatz und 3:2 nach Sätzen sicherten sich Wielgos und Brzyska den Einzug ins Finale.
„Wielgos hat keinen einzigen Fehler gemacht. Sie hat Bälle gegengeschossen, die für mich physikalisch keinen Sinn gemacht haben. Sie hat auch Nina jedes Mal in die Vorhand so perfekt auf die Linie rausplatziert. Das war schon bemerkenswert“, erkannte Kaufmann insbesondere die Leistung ihrer Kontrahentin Wielgos an. Dennoch betonte sie: „Eigentlich hatten wir das Spiel in der Hand und hätten das nach Hause bringen können. Aber es waren dann einfach die Kleinigkeiten, die gefehlt haben.“
Auch Doppelpartnerin Mittelham pflichtete der 20-Jährigen bei: „Ich glaube auch, dass es kein schlechtes Spiel war. Ich denke der Knackpunkt war so ein bisschen der zweite Satz. Wir waren hinten, dann hatten wir 9:8, wo ich eigentlich das Gefühl hatte, wir sind da. Aber Zuzanna Wielgos hat Bälle getroffen, wo du denkst: ‚Wie ist das möglich?‘ Wenn du den Satz nach Hause bringst, ist es natürlich ein ganz anderes Spiel. Aber ja, die haben sehr, sehr gut gespielt. Wir haben vielleicht nicht unser bestes Tischtennis gespielt, aber auch nicht schlecht. Es sind immer ein paar Kleinigkeiten.“
Die beiden Deutschen sicherten sich bereits gestern mit ihrem Halbfinaleinzug die sichere Bronze-Medaille. Nina Mittelham hat am Freitagabend darüber hinaus noch im Finale des Mixed-Doppel die Chance, gemeinsam mit Benedikt Duda die Goldmedaille zu holen. Auch im Einzel greifen Mittelham und Kaufmann heute Mittag jeweils im Achtelfinale an.
Überraschungsfinale am Samstag: Topgesetzte Rumäninnen scheitern an Bajor/Kukulikova
Auf dieses Damen-Doppelfinale hätten vorher vermutlich nur die wenigsten gesetzt. Nachdem mit Annett Kaufmann und Nina Mittelham bereits die Zweitplatzierten der Setzliste im Halbfinale ausgeschieden waren, scheiterten nur kurze Zeit später auch die topgesetzten Rumäninnen Bernadette Szocs und Elizabeta Samara an ihrer Halbfinal-Hürde. Gegen die Slowakin Tatiana Kukulikova und die Polin Natalia Bajor fanden die beiden nicht gut ins Spiel und konnten lediglich den ersten Satz spannend gestalten, der mit 13:11 knapp an die späteren Finalistinnen ging. Danach konnten die beiden Rumäninnen keine entscheidenden Akzente mehr setzen und verloren die beiden folgenden Durchgänge mit 6:11 und 7:11.
Im Damen-Doppelfinale stehen sich damit am Samstag um 20:15 Uhr die Paarungen Zuzanna Wielgos/Anna Brzyska (Polen) und Tatiana Kukulikova/Natalia Bajor (Slowakei/Polen) gegenüber. Bei den Herren treffen zuvor um 19:30 Uhr die französischen Brüder Felix und Alexis Lebrun auf die Schweden Kristian Karlsson und Anton Källberg, die zuvor für das Viertelfinal-Aus von Dang Qiu und Benedikt Duda verantwortlich waren.
Alle Spiele der Deutschen am Freitag:
Herren-Einzel:
Achtelfinale:
Patrick Franziska GER – Tomislav Pucar CRO, Freitag 12:10 Uhr (Tisch 2)
Benedikt Duda GER – Benedek Olah FIN, Freitag 13 Uhr (Tisch 1)
Dang Qiu GER – Simon Gauzy FRA, Freitag 17 Uhr (Tisch 1)
Damen-Einzel:
Achtelfinale:
Sabine Winter GER – Prithika Pavade FRA, Freitag 14:40 Uhr (Tisch 2)
Ying Han GER – Tatiana Kukulkova SVK, Freitag 18:40 Uhr (Tisch 2)
Annett Kaufmann GER – Xia Lian Ni LUX, Freitag 16:10 Uhr (Tisch 1)
Nina Mittelham GER – Andreea Dragoman ROU, Freitag 13:50 Uhr (Tisch 1)
Damen-Doppel:
Halbfinale:
Nina Mittelham/Annett Kaufmann GER – Zuzanna Wielgos/Anna Brzyska POL 2:3 (8,-9,9,-10,-5)
Mixed-Doppel:
Finale:
Benedikt Duda/Nina Mittelham GER – Alexis Lebrun/Charlotte Lutz FRA, Freitag 20:15 Uhr (Tisch 1)
Zur Seite der ETTU mit Ergebnissen, Zeitplan und Auslosungen.
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