Borussia behauptet Platz eins, Bremen und Schwalben auf Kurs
Werder Bremen bleibt nach einem 3:2 gegen Grünwettersbach erster Verfolger von Spitzenreiter Düsseldorf, der Bad Homburg ohne Satzverlust bezwang. Bergneustadt kletterte derweil mit einem 3:1-Heimsieg gegen Schlusslicht Grenzau auf Rang vier.

Trotz einer bärenstarken Vorstellung von Tiago Apolonia hat der SV Werder Bremen am Sonntag vor heimischem Publikum einen Pflichtsieg im Kampf um die Play-offs gegen den ASC Grünwettersbach eingefahren. Beim 3:2 der Hanseaten machte am Ende die breite Teamleistung den Unterschied. Als erster Verfolger von Tabellenführer Borussia Düsseldorf bleibt Werder auf Kurs, für den ASC war es bereits die sechste Niederlage in Serie.
Während Werder-Coach Cristian Tamas sich in der Vergangenheit trotz der Herbstmeisterschaft seiner Mannschaft zurückhaltend gegeben hatte, formulierte er im Dyn-Interview vor der Partie am Sonntag ein klares Ziel. „Natürlich wollen wir jetzt, wo wir uns nach der Hinserie eine so gute Position verschafft haben, in die Play-offs“, sagte Tamas selbstbewusst. Der 3:2-Erfolg gegen den ASC Grünwettersbach war für die Hanseaten ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Nach 14 Spielen belegt Bremen den zweiten Tabellenplatz und bleibt damit erster Verfolger von Tabellenführer Borussia Düsseldorf.
Das Erfolgsrezept der Bremer war erneut die mannschaftliche Geschlossenheit: Vier verschiedene Spieler steuerten die drei nötigen Punkte bei. Für den ASC Grünwettersbach sah die Geschichte hingegen anders aus. „Tiago hat sehr, sehr gut gespielt“, lobte Trainer Kilian Ort seinen Einser. Mit dem Fünfsatzsieg gegen Mattias Falck und dem klaren 3:0 gegen Kirill Gerassimenko brachte der erfahrene Portugiese den ASC in eine vielversprechende Ausgangslage. Ort erklärte dazu, Apolonia habe sich gegen Falck in den vergangenen Jahren oft schwergetan, diesmal aber in beiden Einzeln stark geliefert.
Ort: Jarvis „hat ein paar Minuten das Auge nicht aufbekommen“
Für Bremen punktete Gerassimenko zum Auftakt gegen Tobias Hippler in einem nervenaufreibenden Match, das den Kasachen zeitweise an den Rand der Verzweiflung brachte. „Hippi hat gut gespielt und gekämpft“, analysierte Ort. „Er sah im ersten Satz ziemlich chancenlos aus, hat sich gut reingekämpft. Wenn du dann zwei oder drei Matchbälle hast, kann da einer mal rüberfallen.“ Marcelo Aguirre stellte nach der Pause mit einem 3:1 gegen Tom Jarvis auf 2:1 für die Gastgeber.
Dabei musste der Neuzugang von der Insel Lehrgeld zahlen. „Es kann so laufen wie letzte Woche, dass er zwei Punkte macht. Es ist aber die TTBL: Wenn man da einen Ticken schlechter spielt, kann es auch mal so laufen wie heute“, sagte Ort. Im Doppel kam es dann besonders bitter für den Briten: Im zweiten Satz erwischte ein Kantenball von Walthers Schläger Jarvis aus nächster Nähe am offenen Auge, eine medizinische Auszeit war nötig. „Er hat ein paar Minuten das Auge kaum aufbekommen“, erläuterte Ort, Jarvis konnte aber weiterspielen. An der 1:3-Niederlage gegen Werders ungeschlagenes Doppel Falck/Bertrand konnte er jedoch nichts mehr ändern.
Düsseldorf behauptet Tabellenführung ohne Satzverlust
Mit einer tadellosen Leistung hat Borussia Düsseldorf parallel die Tabellenführung souverän behauptet. Gegen den TTC OE Clarity-Telefonie Systeme Bad Homburg ließ der Rekordmeister am Sonntag nichts anbrennen, gewann in 90 Minuten und holte neun von neun gespielten Sätzen. Für die junge Mannschaft von TTC-Coach Helmut Hampl war die Pleite ein Rückschlag, die Hessen sind im Abstiegskampf aber weiterhin gut positioniert. Zufrieden war die Trainerlegende allerdings nicht mit der Einstellung eines seiner Spieler.
Auch wenn die tabellarische Ausgangslage auf ein deutliches Spiel am Sonntag im ARAG Centercourt hingedeutet hatte, war Borussia Düsseldorf nach dem überraschenden Pokal-Aus beim TTC OE Clarity-Telefonie Systeme Bad Homburg vorgewarnt. „Wir hatten alle das Viertelfinal-Aus noch in den Köpfen drin“, gab Dang Qiu nach dem 3:0-Erfolg am Dyn-Mikro zu. „Jetzt haben wir zweimal gewonnen und einmal verloren – leider im Pokal-Viertelfinale. Wir haben zweimal eine gute Revanche gehabt.“ Bereits das Hinspiel – direkt nach der Begegnung im Pokal – hatte der Rekordmeister für sich entschieden.
Von Beginn an klappte alles für die Borussia. Qiu lieferte den souveränen Auftakt gegen Juan Perez mit einem 3:0-Sieg, auch Li Yongyin gegen Csaba Andras sowie Anton Källberg zum Abschluss gegen Ivor Ban blieben ohne Satzverlust. Nur Ban hatte im ersten Durchgang Satzbälle, konnte sie aber nicht nutzen. „Tagesform gehört immer dazu“, erklärte Qiu den deutlichen Spielverlauf. „Grundsätzlich ist es ein großer Heimvorteil. Die eigenen Fans, die eigene Halle und die eigenen Konditionen machen einen Unterschied, man ist routinierter.“
Hampl: „Bei einem Spieler hat die Einstellung nicht gepasst“
Für TTC-Coach Helmut Hampl kam die Niederlage wohl auch in dieser Deutlichkeit nicht komplett überraschend. „Es sind verschiedene Faktoren. Wir hatten nur drei einsatzfähige Spieler, unsere Nummer eins war nicht dabei“, sagte Hampl bei Dyn. Zudem sei es „das erste Spiel diese Saison, auf das wir uns nicht gezielt als Mannschaft vorbereitet haben“ gewesen. Trotz der Rahmenbedingungen wollte die Trainerlegende seinen Spielern aber keinen Freifahrtschein ausstellen. „Bei einem Spieler hat heute auch die Einstellung am Tisch nicht gepasst. Das sind Sachen, die man aufarbeiten muss“, kündigte Hampl an. In der Tabelle rutschte Bad Homburg auf den neunten Platz ab.
Düsseldorf hat mit dem klaren Erfolg die Tabellenführung behauptet. Mit drei Siegen aus drei Spielen in der Rückrunde richtet sich der Blick bei der Mannschaft von Trainer Danny Heister nach vorn. „Die Saison ist noch sehr, sehr lang, die entscheidenden Spiele kommen noch“, sagte Qiu. „Das Rückspiel im Viertelfinale der Champions League ist sehr wichtig für uns. Das findet in derselben Woche wie Saarbrücken statt. Saarbrücken ist ein absolutes Highlight, wenn der Olympiasieger und Weltmeister nach Düsseldorf kommt. Das ist etwas Besonderes, da kann sich jeder Tischtennis-Freund freuen.“ Das absolute TTBL-Topspiel am 15. Februar wurde extra ins Castello Düsseldorf verlegt.
Bergneustadt klettert auf Rang vier – 3:1-Heimsieg gegen Grenzau
Der TTC Schwalbe Bergneustadt nutzte seine Chance und setzte sich gegen Schlusslicht TTC Zugbrücke Grenzau mit 3:1 durch. Den entscheidenden Schlusspunkt lieferte Romain Ruiz, der nach 0:2-Satzrückstand und 1:5 im dritten Satz gegen Maciej Kubik noch spektakulär drehte. Bergneustadt steht nun mit 16:12 Punkten im Trio mit Dortmund und Ochsenhausen – dank des besseren Spielverhältnisses aktuell auf Platz vier.
Vor heimischem Publikum bewiesen die Oberberger Nervenstärke und drehten zwei umkämpfte Einzel zu ihren Gunsten. Den Auftakt machte Romain Ruiz, der es mit Feng Yi-Hsin zu tun bekam. Der Franzose startete gut in die Partie, musste sich nach gewonnenem ersten Satz jedoch der Konstanz des Grenzauers beugen. Feng steigerte sich im Verlauf der Partie und entschied die folgenden drei Durchgänge für sich – 1:3 aus Sicht von Bergneustadt.
Im zweiten Einzel sorgte Leo de Nodrest für den Ausgleich. Gegen Maciej Kubik entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit wechselnden Vorteilen. Nachdem beide Spieler jeweils zwei Sätze gewonnen hatten, wurde der fünfte Durchgang zur klaren Angelegenheit: De Nodrest ließ Kubik beim 11:0 keine Chance und brachte die Schwalben zurück ins Spiel. Für die erstmalige Führung sorgte anschließend Benedikt Duda. Der Nationalspieler ließ Martin Allegro kaum zur Entfaltung kommen und dominierte die Partie von Beginn an. Mit einem souveränen 3:0-Erfolg stellte Duda die Weichen klar auf Sieg.
Den Schlusspunkt setzte erneut Romain Ruiz. Nach den ersten beiden verlorenen Sätzen gegen Maciej Kubik schien Grenzau noch einmal Hoffnung zu schöpfen, doch Ruiz fand rechtzeitig zu seinem Spiel. Mit zunehmender Sicherheit bestimmte er das Geschehen, gewann die folgenden drei Sätze deutlich und machte den 3:1-Gesamterfolg perfekt. Mit dem Erfolg gegen die Westerwälder bestätigt Bergneustadt seine starke Saison und festigt Play-off-Rang vier. Grenzau hingegen wartet weiter auf den Befreiungsschlag im Kampf um den Klassenerhalt.
Der 14. Spieltag in der Übersicht:
TTC Schwalbe Bergneustadt – TTC Zugbrücke Grenzau 3:1
Romain Ruiz – Feng Yi-Hsin 1:3 (11:8, 10:12, 9:11, 8:11)
Leo de Nodrest – Maciej Kubik 3:2 (8:11, 11:9, 13:11, 9:11, 11:0)
Benedikt Duda – Martin Allegro 3:0 (11:9, 11:6, 11:6)
Romain Ruiz – Maciej Kubik 3:2 (7:11, 9:11, 11:7, 11:4, 11:4)
Borussia Düsseldorf – TTC OE Clarity-Telefonie Systeme Bad Homburg 3:0
Dang Qiu – Juan Perez 3:0 (11:5, 11:4, 11:3)
Li Yongyin – Csaba Andras 3:0 (11:7, 11:6, 11:8)
Anton Källberg – Ivor Ban 3:0 (12:10, 11:6, 11:7)
SV Werder Bremen – ASC Grünwettersbach 3:2
Kirill Gerassimenko – Tobias Hippler 3:2 (11:5, 12:14, 10:12, 14:12, 11:7)
Mattias Falck – Tiago Apolonia 2:3 (4:11, 8:11, 11:2, 11:6, 8:11)
Marcelo Aguirre – Tom Jarvis 3:1 (11:8, 11:6, 15:17, 11:8)
Kirill Gerassimenko – Tiago Apolonia 0:3 (9:11, 8:11, 9:11)
Falck/Bertrand – Walther/Jarvis 3:1 (11:4, 11:3, 8:11, 11:8)
Borussia Dortmund – TTF Liebherr Ochsenhausen 3:1 (zum Bericht)
Anders Lind – Tiago Abiodun 1:3 (11:3, 6:11, 8:11, 12:14)
Adam Szudi – Iulian Chirita 3:1 (12:10, 11:7, 8:11, 11:5)
Kristian Karlsson – Leonardo Iizuka 3:0 (11:5, 11:4, 11:5)
Anders Lind – Iulian Chirita 3:1 (11:5, 5:11, 11:8, 11:8)
1. FC Saarbrücken-TT – TSV Bad Königshofen 3:1 (zum Bericht)
Eduard Ionescu – Hermann Mühlbach 3:2 (6:11, 12:14, 11:9, 11:4, 11:7)
Cedric Meissner – Filip Zeljko 3:2 (6:11, 14:12, 6:11, 11:8, 11:0)
Wang Lichen – Bastian Steger 2:3 (10:12, 11:7, 13:11, 8:11, 7:11)
Eduard Ionescu – Filip Zeljko 3:1 (11:6, 6:11, 11:9, 11:7)
Post SV Mühlhausen – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 3:2 (zum Bericht)
Steffen Mengel – Fanbo Meng 3:1 (13:11, 8:11, 11:8, 12:10)
Ovidiu Ionescu – Dimitrij Ovtcharov 2:3 (11:9, 8:11, 11:7, 6:11, 13:15)
Liao Cheng-Ting – Ruwen Filus 2:3 (12:10, 13:11, 9:11, 10:12, 7:11)
Steffen Mengel – Dimitrij Ovtcharov 3:0 (11:9, 11:8, 11:7)
Liao Cheng-Ting/Ovidiu Ionescu – Fanbo Meng/Qing Yu Meng 3:1 (9:11, 12:10, 11:9, 11:7)
Zur Tabelle und zur Liveübertragung auf Dyn.
(TTBL)
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