TTBL: FCS siegt ersatzgeschwächt, Post SV schlägt Vater-Sohn-Doppel

    Der 1. FC Saarbrücken-TT siegte trotz der Ausfälle seiner Topspieler mit 3:1 gegen den TSV Bad Königshofen. Eduard Ionescu glänzte doppelt, Bastian Steger bleibt 2026 ungeschlagen. Parallel entschied Mühlhausen das Duell gegen Fulda erst im Doppel.

    Eduard Ionescu zeigte am Freitag eine starke Leistung. (© Höfer)

    Trotz der Abwesenheit seiner drei Topspieler hat der 1. FC Saarbrücken-TT zum Auftakt des 14. Spieltags der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) den tabellarischen Pflichtsieg gegen den TSV Bad Königshofen eingefahren. Beim 3:1-Erfolg der Saarländer am Freitagabend überzeugte Eduard Ionescu mit zwei Punkten. Für die Gäste punktete der 2026 weiterhin ungeschlagene Bastian Steger – und es gab ein besonderes Debüt.

    Hermann Mühlbach war für Saarbrücken im Auftakteinzel am Freitag vermutlich nicht der erwartete Gegner, doch auch der „ewige Zweitligaspieler“ hatte sich auf ein anderes Kaliber eingestellt. „Ich hatte mich auf Fan Zhendong vorbereitet und ich bin ja kein Profi, da konnte ich mich nicht so schnell auf ein neues Spielsystem einstellen“, scherzte Mühlbach nach dem Spiel bei Dyn über sein Duell mit Eduard Ionescu. „Nach 15 Jahren zweite Liga, ich bin zweimal Meister gewesen, hat das noch gefehlt. Daher vielen Dank an Bad Königshofen für die Möglichkeit, auch mal in der ersten Liga zum Karriereabschluss zu spielen.“

    Mühlbachs TTBL-Debüt wäre beinahe filmreif gewesen: Ionescu hatte lange mit den Aufschlägen und langsamen Topspins Mühlbachs zu kämpfen, arbeitete sich aber nach 0:2-Rückstand in die Partie zurück und holte den ersten Punkt des Abends. „Ich habe nicht gut begonnen, er hat aber auch besser gespielt, als ich erwartet hatte. Ich war nicht vorbereitet genug. Ich bin glücklich, dass ich das Spiel in meine Richtung ziehen konnte“, analysierte Ionescu die Partie. Auch Mühlbach zeigte sich nicht unzufrieden: „Trotz Niederlage war es sehr positiv und hat viel Spaß gemacht.“

    Steger 2026 weiterhin ungeschlagen

    Hart umkämpft ging es weiter. In einem vorentscheidenden Duell gewann Cedric Meissner ebenfalls im Entscheidungssatz gegen Filip Zeljko, der Punkt des Einsers wäre für den etatmäßigen Außenseiter maßgeblich für die Erfolgschancen gewesen. Besser machte es nach der Pause Bastian Steger, dessen beeindruckender Start ins Jahr 2026 gegen Saarbrückens Zweitligaspieler Lichen Wang anhielt. Nach 1:2-Rückstand drehte Steger die Partie und blieb damit im neuen Kalenderjahr ungeschlagen. In der TTBL-Rangliste kletterte der Routinier mit 12:4 Spielen vorerst auf den dritten Platz.

    Den FCS-Sieg machte Ionescu mit seinem zweiten Punkt des Abends perfekt, dem 3:1-Erfolg über Zeljko im Duell der Einser. Damit punkteten die Saarländer in Abwesenheit des Spitzentrios Fan Zhendong, Patrick Franziska und Darko Jorgic etwas unverhofft. Im Kampf um die Play-offs legte die Mannschaft von Trainer Wang Zhi damit vor: Mit 20:8 Punkten steht der Klub auf dem dritten Platz. Bad Königshofen musste nach zwei Siegen zum Jahresauftakt die erste Niederlage einstecken, in der Tabelle rutschte man vorerst auf den letzten Platz zurück.

    Meng-Doppel unterlegen: Mühlhausen schlägt Fulda

    Der Post SV Mühlhausen hat parallel einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf gegen einen direkten Konkurrenten eingefahren. Gegen den gastierenden TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell behielten die Thüringer im kuriosen Schlussdoppel die Nerven, in dem Fanbo Meng an der Seite von „Papa“ Meng dem Post SV einen gehörigen Schreck einjagte. Matchwinner war Steffen Mengel mit zwei Punkten.

    Es war das Kellerduell des 14. Spieltags am Freitagabend im LOTTO Thüringen Center Court. Die Bedeutung der Partie war beiden Mannschaften von Beginn an bewusst. „Dieses Jahr ist es unglaublich umkämpft“, sagte Steffen Mengel bei Dyn. „In der Tabelle stehen drei Mannschaften mit vier Siegen und drei Mannschaften mit fünf Siegen da. Man weiß nicht, ob jemand aufsteigen will oder nicht. Daher ist die halbe Liga aktuell im Abstiegskampf. Es war ein unheimlich wichtiges Spiel für uns.“

    Mengel selbst nahm das Ruder in die Hand und legte den Grundstein für den 3:2-Erfolg seines Post SV gegen Fulda. Gegen Fanbo Meng (3:1) und Dimitrij Ovtcharov (3:0) gab der 37-Jährige nur einen Satz ab, gerade der deutliche Sieg gegen Fuldas Nummer eins überraschte Mengel selbst. „Wir kennen uns sehr gut und Ovi hat ihn schon ein wenig müde gespielt“, erklärte Mengel seinen Sieg. „Das konnte ich ganz gut ausnutzen.“

    Ovtcharov ringt Ionescu in Thriller nieder

    Das Spiel, in dem Ovtcharov laut Mengel „Körner gelassen“ habe, war das zweite Einzel des Abends. Gegen Ovidiu Ionescu lieferte sich der Nationalspieler einen offenen Schlagabtausch über die volle Distanz. Am Ende hatten beide Spieler Matchbälle, das etwas glücklichere Ende hatte schließlich Ovtcharov. Nach Mengels Auftaktsieg gegen Meng stellte Dima zur Pause auf 1:1. „Es war fantastisches Tischtennis, was die beiden gezeigt haben“, sagte Mengel begeistert.

    Nach der Pause brachte Ruwen Filus den TTC gegen Liao Cheng-Ting in Führung. Der Taiwanese war bereits zu Saisonbeginn nach Thüringen gewechselt, gab aber erst vor einer Woche mit einer 0:3-Niederlage gegen TTBL-Topspieler Darko Jorgic sein Debüt. Im zweiten Anlauf gegen Abwehrspieler Filus zeigte sich Liao verbessert, ging sogar mit zwei Sätzen in Führung, hatte im weiteren Verlauf jedoch nicht mehr die Nervenstärke in den entscheidenden Momenten, um den Vorsprung zu verteidigen.

    Vater-Sohn-Doppel Meng/Meng unterlegen

    So kam es nach Mengels zweitem Einzelerfolg zum Schlussdoppel, in dem Fuldas Trainer und Fanbo Mengs Vater Qing Yu an der Seite seines Sohnes in die Box stieg. „Wir haben so aufgestellt, weil Dima in letzter Zeit sehr stark war“, erklärte Filus die Taktik hinter der Aufstellung. „Wir wussten, dass wir dann im Doppel hintenraus nicht optimal stehen, aber haben es probiert.“ Normalerweise stellen Fanbo Meng und Ovtcharov ein starkes Doppel für die Hessen.

    Das Vater-Sohn-Doppel legte furios los, gewann den ersten Satz und war auf dem Weg zur 2:0-Satzführung. Doch Ionescu übernahm die Verantwortung und nutzte die taktischen Vorteile gegen das Links/Links-Doppel zunehmend besser aus. „Wir haben uns vorne gesehen, aber es ist ein ekliges Spiel, was du erstmal gewinnen musst“, ordnete Mengel die Leistung seiner Teamkollegen ein. In der Tabelle blieb Fulda vorerst auf dem neunten Platz, Mühlhausen sprang einen Rang nach vorn und brachte vier Punkte zwischen sich und die Abstiegsränge.

    Das Vater-Sohn-Doppel legte furios los, gewann den ersten Satz und war schon auf dem Weg, eine 2:0-Satzführung herzustellen. Doch Ionescu übernahm die Verantwortung und nutzte die taktischen Vorteile gegenüber dem Links/Links-Doppel immer besser aus. „Wir haben uns vorne gesehen, aber es ist ein ekliges Spiel, was du erstmal gewinnen musst“, ordnete Mengel die Leistung seiner Teamkollegen ein. In der Tabelle blieb Fulda vorerst auf dem neunten Platz, Mühlhausen sprang einen Platz nach vorne auf den siebten Rang und brachte vier Punkte zwischen sich und den Abstiegsrängen.

    Der 14. Spieltag in der Übersicht: 

    1. FC Saarbrücken-TT – TSV Bad Königshofen 3:1
    Eduard Ionescu – Hermann Mühlbach 3:2 (6:11, 12:14, 11:9, 11:4, 11:7)
    Cedric Meissner – Filip Zeljko 3:2 (6:11, 14:12, 6:11, 11:8, 11:0)
    Wang Lichen – Bastian Steger 2:3 (10:12, 11:7, 13:11, 8:11, 7:11)
    Eduard Ionescu – Filip Zeljko 3:1 (11:6, 6:11, 11:9, 11:7)

    Post SV Mühlhausen – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 3:2
    Steffen Mengel – Fanbo Meng 3:1 (13:11, 8:11, 11:8, 12:10)
    Ovidiu Ionescu – Dimitrij Ovtcharov 2:3 (11:9, 8:11, 11:7, 6:11, 13:15)
    Liao Cheng-Ting – Ruwen Filus 2:3 (12:10, 13:11, 9:11, 10:12, 7:11)
    Steffen Mengel – Dimitrij Ovtcharov 3:0 (11:9, 11:8, 11:7)
    Liao Cheng-Ting/Ovidiu Ionescu – Fanbo Meng/Qing Yu Meng 3:1 (9:11, 12:10, 11:9, 11:7)

    Borussia Dortmund – TTF Ochsenhausen, Samstag 15 Uhr
    SV Werder Bremen – ASC Grünwettersbach, Sonntag 14 Uhr
    Borussia Düsseldorf – TTC OE Bad Homburg, Sonntag 15.30 Uhr
    TTC Bergneustadt – TTC Grenzau, Sonntag 17 Uhr

    Zur Tabelle und zur Liveübertragung auf Dyn.

    (TTBL)

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